Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden mit Bürgerbeteiligung

Wirtschaft Von Redaktion | am Do., 11.08.2016 - 21:22

CELLE. Heute morgen wurden zwei Solarprojekte der Stadtwerke Celle in Groß Hehlen und Vorwerk vorgestellt und eingeweiht. Das Besondere bei diesen Projekten ist die Beteiligung von mehr als 100 Bürgern, die einerseits in der Summe über eine Millionen Euro investierten, andererseits auch ihre Häuserdächer für die Solaranlagen zur Verfügung stellen.

 
 
 
 


Die  vorgestellten Solaranlagen befinden sich auf den Dächern der Kindertagestätte „Villa Kunterbunt“ in Groß Hehlen und der „Grundschule Vorwerk“. Diese beiden Standorte gehören zum „SolarCelle-Projekt“: Dabei stellen Celler Bürger Geld zur Verfügung, mit dem die Stadtwerke Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden installieren. "Die investierenden Bürger dürfen sich dabei auf 2,25% Rendite freuen", versprechen die Stadtwerke.

Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende ist es wichtig, dass gerade die sehr jungen Menschen der Gesellschaft vom nachhaltigen Stromerzeugen profitieren. So kam es zu der Auswahl der Dächer auf Grundschule, Kindergarten und Krippe. „Mir macht das Mut, solche Projekte zu unterstützen, wenn die Bürger selbst dahinterstehen“, lobt Mende die 100 finanziell beteiligten Bürger.

Die installierten Solaranlagen sind – passend zur lokalen Umsetzung des Projekts – vom deutschen Hersteller „IBC Solar“ gefertigt, der auch ausschließlich in Europa produziert. 217 Module dieses Solar-Herstellers wurden nun auf der Grundschule Vorwerk verbaut, die in etwas 60.000 kWh pro Jahr generieren sollen. 85 Prozent der dort erzeugten Energie wird wohl auch direkt in der Grundschule verbraucht werden, der Rest wird ins angeschlossene Stromnetz eingespeichert. In Ferienzeiten kann so der starke Überschuss anderweitig genutzt werden.

Kathrin Linneweh, Direktorin der Grundschule Vorwerk, freut sich über die Erzeugung der erneuerbaren Energie auf ihrem Dacht. Da Energiegewinnung auch Thema im vorgesehenen Lehrplan der 4. Klasse sei, könne man die Solaranlage gut in den Unterricht einbinden. Der Direktorin liegt es am Herzen, dass die Schüler wissen, dass der Strom nicht einfach aus der Steckdose oder Batterie kommt.

Eine finanzielle Unterstützerin des Projekts zeigt auf, dass es auf der einen Seite schön sei, etwas Gutes für die Gesellschaft zu tun, auf der anderen Seite die Investitionsanlage aufgrund der vergleichsweise guten Verzinsung interessant sei. Laut Stadtwerken ist es geplant, durch restliche 350.000 Euro aus dem Projekt noch weitere Solaranlagen auf den Dächern der Stadt zu bauen.

Fotos: Peter Müller