Sonderausstellung im Schloss zeigt Zuckerbäckerkunst

Kunst Von Redaktion | am Fr., 05.06.2020 - 17:59

CELLE. Im Residenzmuseum im Celler Schloss ist seit heute die Sonderausstellung „Süße Pracht!“ zu sehen. Sie präsentiert eine Objektauswahl aus dem Jülicher Zuckerbankett des Konditormeisters Georg Maushagen.

Zucker ist heute ein alltägliches Gut. Aber bis in das 19. Jahrhundert war dieser sehr teuer und daher nur den Wohlhabenden vorbehalten. Im Juni 1585 heiratete in Düsseldorf der Thronfolger Johann Wilhelm von Jülich-Kleve Berg die Markgräfin Jakobe von Baden. Höhepunkt des Hochzeitstages bildete ein Zuckerbankett, das der Beschreibung nach eine Landschaft mit Schloss, Tieren und Pflanzen zeigte – eine Landschaft, die zugleich den Reichtum und die Macht des Herzogs zur Schau stellte. Maushagen machte es sich zur Lebensaufgabe, seine ganz eigene Interpretation dieses besonderen Bankettes zu erschaffen und damit ein Stück Geschichte erlebbar zu machen. In Anlehnung an einen Kupferstich von Franz Hogenberg aus dem Jahr 1587 und zeitgenössische Festberichte kreierte der weltweit geschätzte Konditormeister über 100 Objekte aus ca. einer Tonne Zucker.

Georg Maushagen selbst bezeichnet sich als Zuckerbäcker. Diese Berufsbezeichnung stammt aus dem 14. Jahrhundert und ist noch heute in Österreich die übliche Bezeichnung für den Konditoreiberuf. Menschen aus der ganzen Welt kennen seine süßen Kreationen und schätzen seine Fähigkeiten. Schon während seiner Selbstständigkeit in Düsseldorf lehrte er seine Fertigkeiten in dem von ihm gegründeten „Institut für Patisserie und Zuckergestaltung“. 2017 gaben er und seine Frau ihr Café in Düsseldorf auf, um nach Österreich zu ziehen. Im Laufe des Umzugs verkaufte Georg Maushagen sein süßes und kalorienreiches Kunstwerk an das Bomann-Museum. In Zusammenarbeit mit Georg Maushagen hat Rahel Achterberg, Volontärin des Residenzmuseums, nun eine Auswahl dieser Objekte im Residenzmuseum zusammen gestellt.