CELLE. Im Landkreis Celle leben laut Sozialverband Deutschland – wie auch im landesweiten Durchschnitt – ca. 30 bis 35 Prozent Menschen mit mobilen Einschränkungen. Als Personen, die mit mobilen Einschränkungen infolge motorischer, sensorischer und/oder mentaler Behinderung leben müssen, gelten laut SoVD auch Kinder und Kleinwüchsige, ältere Menschen, schwangere Frauen, Personen mit Kinderwagen oder Gepäck sowie vorübergehend in ihrer Beweglichkeit eingeschränkte Menschen.  „Für den Landkreis Celle sind das also gut 60 000 Menschen, die zumindest teilweise in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Eine gewaltige Zahl die deutlich macht, wie viele Menschen insbesondere auf einen gut funktionierenden Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) angewiesen sind“, so Bernd Skoda, zweiter Kreisvorsitzender SoVD im Kreisverband Celle und dort Berater für Barrierefreiheit.

Ein besonderes Augenmerk des SoVD gilt laut Skoda der demographischen Entwicklung. „Mit zunehmendem Alter ist die Zahl der älteren ÖPNV- Nutzer über 70 Jahre – mit steigender Tendenz – prozentual nahezu gleich groß wie die der jüngeren bis 30 Jahre – ein Problem, auf das sich insbesondere in der Fläche einzustellen gilt“, so Skoda.

Um das Leben mobil eingeschränkter Menschen beschwerdefreier zu machen und ihnen selbst bestimmte Teilhabe am öffentlichen Leben zu sichern, habe sich der SoVD neben seinen anderen Schwerpunktbereichen (Rente, Arbeitslosengeld, Krankenversicherung, Pflege, Sozialhilfe, Grundsicherung, Behinderung u. A. mehr) auch des Themas ÖPNV angenommen. „Daran arbeiten wir mit ganzer Kraft und auch im Nahverkehrsbündnis Niedersachsen (NVBN) und im Fahrgastbeirat Celle“, so das SoVD-Vorstandsmitglied.

Entsprechend der Novelle zum Personenbeförderungsgesetz(§8 Abs. 3 Satz PBefG) sei Barrierefreiheit im ÖPNV bis zum 1.01. 2022 herzustellen. Der Nahverkehrsplan habe die Belange der in ihrer Mobilität oder sensorisch eingeschränkten Menschen mit dem Ziel zu berücksichtigen, für die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs bis zum 1. Januar 2022 eine vollständige Barrierefreiheit zu erreichen. Daran gelte es verstärkt zu arbeiten. Derzeit wird laut SoVD die Fortschreibung des Nahverkehrsplanes für den Landkreis Celle vorbereitet und es gilt aus Sicht des Verbandes, entsprechende Antworten zu finden. „Ein Vorhaben dem wir größte Aufmerksamkeit widmen“, sagt Skoda. Gelte es doch, jetzt Zeichen zu setzen um den Herausforderungen der Zukunft gerecht zu werden und jedem, der sich kein eigenes Auto leisten kann oder ein solches nicht nutzen wil,l ein Angebot zu unterbreiten. „Für zahlreiche Vorhaben – Verbesserungen bei Bus und Bahn betreffend – hat sich der SoVD Kreisverband Celle schon eingesetzt und wird das auch weiterhin tun“, verspricht Bernd Skoda.

 

 

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