CELLE. Am Samstag, 03.03.2018, fand der dritte Schulungstag des SoVD-Kreisverbandes Celle zur Barrierefreiheit im Wilhelm-Buchholz-Stift Celle statt. Der 2. Kreisvorsitzende, Dipl.-Ing. Bernd Skoda, führt die vom SoVD- Landesverband Niedersachsen geförderte Ganztagsschulung an vier Tagen durch.

Skoda hat eine umfangreiche Schulungsmappe erstellt. Neben dem theoretischen Wissen gibt er rund 28 Teilnehmern praxisnahe Beispiele, wie Barrierefreiheit aussehen sollte und umgesetzt werden kann. Als Gastreferent wurde der Bürgermeister der Gemeinde Winsen/Aller, Dirk Oelmann, begrüßt, der das Thema im Spannungsfeld gemeindlicher Planung beleuchtete.

Dem SoVD ist es auf allen Verbandsebenen wichtig, sich für Barrierefreiheit einzusetzen und für mobil eingeschränkte Menschen Teilhabe am Leben in der Gesellschaft sicherzustellen. Es gelte, Barrierefreih voranzubringen und zu informieren. Weiter sollte laut SoVD nicht nur an Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen, sondern auch an gesunde Personen wie Eltern mit Kinderwagen, kleine Kinder, ältere Menschen usw. gedacht werden. Sie alle gelten als mobil eingeschränkt.

„Ein barrierefreier Raum hilft allen Menschen“, so der SoVD. Hier möchte Skoda durch die Schulung nicht nur informieren sondern auch etwas wachrütteln, vorausschauend zu denken und zu planen – egal ob im öffentlichen oder privaten Raum. Im Vorfeld gut planen und bauen helfe nicht nur, das Leben zu verbessern, sondern auch spätere Kosten für Umbau und Nachbesserung zu sparen. Interessant waren für die Teilnehmer auch die Erfahrungen von Christoph Herms, der auf einen Rollstuhl angewiesen ist, sowie praxisnahe Beispiele von Werner Gläser, der – selbst sehbehindert – anschaulich Probleme aus seine Sicht schilderte. Als Betroffener zeigte Gläser am Nachmittag in Winsen/Aller, wie er sich im Straßenverkehr mit Hilfe des Langstockes orientieren kann. Hier helfen die taktilen Leitsysteme und Ampelanlagen mit Signalton. Schnee und Eis erschweren die Bewegung massiv. Die Schulungsteilnehmer konnten eigene Erfahrungen machen, wie es ist, auf Orientierungshilfen angewiesen zu sein.

Die CeBus GmbH & Co.Kg unterstützt die Schulung und stellte den Bus nach Winsen zur Verfügung. Auf der Fahrt wurde gute und schlechte Fußwege, Bushaltestellen, Kreisel und Überwege angeschaut. Am Ende des dritten Schulungstages stand fest, dass sich bereits einiges in Sachen Barrierefreiheit getan habe. Allerdings wurde auch festgestellt, dass noch vieles im Argen liege oder nicht gut umgesetzt worden sei. Es ist dem SoVD wichtig, hier nicht nur Kritik zu üben, sondern auf Missstände aufmerksam zu machen, die Augen weiterhin offen zu halten und vorausschauend zu planen.

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