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Ausstellungseröffnung: 100 Jahre SoVD

Sozialverband will einen Blick zurück und zwei nach vorne werfen

11.07.2017 - 15:09 Uhr     CelleHEUTE    0

CELLE. 2017 feiert der Sozialverband Deutschland (SoVD) sein 100-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass hat der SoVD-Landesverband Niedersachsen eine hochwertige Wanderausstellung entwickelt, die gestern in den Räumen der Volksbank Celle – Niederlassung der Hannoverschen Volksbank, Stechbahn 8-10, in Celle eröffnet wurde.

Die Ausstellung zeichnet die zehn Jahrzehnte des Verbandes in Wort, Bild und Video nach. In vier Modulen gibt die Schau einen Überblick über die Entwicklung des SoVD und seines Vorgängers, des Reichsbundes, vom Kriegsopfer- hin zum modernen Dienstleistungsverband und erzählt nebenbei deutsche Geschichte nach. Dabei will die Schau nicht nur historisch sein: „Wir wollen einen Blick zurück, aber zwei nach vorne werfen“, beschreibt der 2. Kreisvorsitzende Bernd Skoda die Motivation, eine solche Ausstellung herzustellen.

Natürlich sei es wichtig, auf die Gründungsjahre und die Zeit während des Zweiten Weltkriegs zu schauen. Viel wichtiger sei es aber, sich dem SoVD über Themen zu nähern, betont Skoda. Der Verband habe 100 Jahre Deutschland begleitet und dabei immer wieder wichtige politische Impulse gegeben, so der Vorsitzende. Als Kampfverband gegründet, unter Hitler verboten, sei der damalige Reichsbund Sprachrohr von Kriegsopfern, seine Vertreter gingen bei Bundeskanzlern und Ministerpräsidenten ein und aus. „Soziales, Rente, Behinderung, Pflege, Gesundheit – wir verstanden uns stets als politisch starke Interessenvertretung“, erläutert Skoda.

Die insgesamt 19 Meter lange Schau beschreibt nicht nur die Entwicklung des Verbandes, sie zeigt auch die Entwicklung Deutschlands von 1917 bis heute und später die Entwicklung des Bundeslandes Niedersachsen. Parallel ist eine kostenlose Begleitbroschüre entstanden. Die Ausstellung in den Räumen der Volksbank Celle-Niederlassung der Hannoverschen Volksband, Stechbahn 8-10, 29221 Celle ist dort bis 19.07.2017 täglich zu den bekannten Geschäftszeiten zu sehen. Am Donnerstag, 13.07.17 ist die Leiterin des SoVD-Beratungszentrums Celle Sabine Kellner sowie die 2. Kreisvorsitzende Traute Gresch vor Ort.

Bernd Skoda, 2. Vorsitzender des Sozialverbandes Deutschland, Kreisverband Celle, begrüßte die Gäste und gab einen kurzen Einblick in die Arbeit des SoVD. 

Sehr geehrter Herr Zeppei,

vielen Dank für die freundliche Begrüßung und Dank auch dafür, dass wir mit unserer Jubiläumsausstellung hier in diesen Räumen sein dürfen. Ich bin Bernd Skoda 2. Vorsitzender des SoVD -Kreisverbandes Celle und vertrete heute unseren 1. Vorsitzenden Achim Spitzlei – der im Urlaub ist, und der Sie sicher gerne heute hier an meiner Stelle begrüßt hätte.

Ganz besonders danke ich Frau Christine Roßmayer, die alles hier vor Ort organisiert hat und die sich auch um die Leckereien- auf die ich mich schon freue- gekümmert hat. Dafür dieses Blümchen, welches ich hiermit übergebe und damit die neugierigen Blicke befriedige, wem diese Orchidee wohl zukommen soll.

In diesem Zusammenhang will ich nicht unsere Sabine Kellner – Leiterin des SoVD-Beratungszentrums Celle – vergessen, die zu förderst diese Ausstellung organisiert und damit das Ehrenamt entlastet hat. Liebe Sabine für Dich habe ich nun keinen Blumenstrauß – aber den hast Du Dir ja ausdrücklich verbeten aber sei gedrückt für Deinen Einsatz.

Leider ist unser OB Herr Dr. Nigge erkrankt und musste kurzfristig absagen und wird durch Frau Bürgermeisterin Iris Fiss vertreten, die ich hiermit herzlich begrüße. An Herrn Dr. Nigge einen herzlichen Genesungswunsch.

Bevor gleich Frau Bürgermeisterin Fiss ihr Grußwort spricht und Ernst- Bernhard Jaensch – Mitglied des geschäftsführenden Landesvorstandes – den ich hiermit herzlich begrüße- uns in die Ausstellung einführt und die 100-jährige Geschichte unseres Landesverbandes aufleben lässt, will ich noch Sie -meine Damen und Herren- ganz herzlich begrüßen und Ihnen danken, dass Sie heute hier sind. Wir wissen wohl, dass dies nicht selbstverständlich ist.

Einige, die wir gerne dabei gehabt hätten sind in Urlaub oder anderweitig gebunden. Gerne hätten wir auch auf die Ferienzeit Rücksicht genommen- aber die Ausstellung ist derart gefragt, dass wir froh sind sie Ihnen heute- und der Öffentlichkeit vom 11. bis zum 19.Juli hier in den Räumen der Volksbank Celle- Niederlassung der Hannoverschen Volksbank- präsentieren zu können.

Ich begrüße:

Unsere Abgeordneten in Bund und Land Frau Kirsten Lühmann, Herrn Jörg Bode und Herrn Maximilian Schmidt, die trotz ihrer vielen Verpflichtungen heute bei uns sind und bei Ihrem Wirken in Bund und Land auch stets das Wohl Ihrer Heimatregion im Auge haben.

Den stellvertretenden Landrat Herrn Ulrich Kaiser, den ich noch aus meiner aktiven Zeit bei der Stadt Celle gut kenne und mit dem ich gerne zusammengearbeitet habe.

Vergessen will ich auch nicht die Vertreter der Presse: Frau Dagny Siebke (CZ), Frau Birgit Stephani (Celler Presse), Herrn Peter Müller (CelleHeute), ohne die manche unserer Anliegen und unseres Wirkens für viele Bürger im Dunkeln bleiben würde. Schön, dass sie bei uns sind.

Frau Traute Gresch, mit mir 2. Vorsitzende des SoVD- Kreisverbandes Celle, Herrn Horst Wendland der viele Jahre die Geschicke unseres KV gelenkt hat und der mich vor 15 Jahren für den SoVD geworben hat. Lieber Horst ich freue mich, dass Du heute bei uns bist.

Frau Nadja Fischer – Geschäftsführerin der Paritäten, Frau Sabine Hantzko- SPN-Seniorenstützpunkt Celle Stadt und Landkreis und Herrn Wolfram Beins-Leiter der psychosozialen Beratungsstelle Celle und heute auch als Vertreter der CDI anwesend und mit denen wir in mancherlei Gremien eng zusammenarbeiten sowie die Vertreterin des Seniorenbeirats- für die das ebenso gilt.

Frau Anne und Herrn Detlef Wycisk vom so wichtigen „Weißer Ring“ Celle, Frau Heidi Jaroschewitz-Leitung begleitender Dienst Lebenshilfe und Frau Christl Kreissl vom SPN-Pflegestützpunkt Celle Stadt und Landkreis.

Herrn Werner Gläser – Blinden und Sehbehindertenverband Niedersachsen, den unermüdlichen Streiter dafür, dass blinde und sehbehinderte Menschen sich sicher in öffentlichen Bereichen bewegen können. So nun bin ich durch und hoffe, dass ich auch niemanden vergessen habe.

Bevor ich das Wort an Frau Bürgermeisterin Fiss und Ernst- Bernhard Jaensch übergebe, gestatten Sie mir noch einige Sätze zu unserer Arbeit hier vor Ort und zu unserem Kreisverband.

Unser Beratungszentrum ist mit 5 Mitarbeitern besetzt, die sich unter der Leitung von Sabine Kellner um die Belange unserer Mitglieder in Sachen Rente, Arbeitslosengeld II, Krankenversicherung, Pflege, Sozialhilfe, Grundsicherung, Behinderung und anderes mehr kümmern und Anliegen ggf. auch vor Gericht vertreten sowie das Ehrenamt unterstützen.

Aktuelle Zahlen:

10.232 Mitglieder und in diesem Jahr schon 389 Neuaufnahmen.  Das zeigt, dass der SoVD gebraucht wird.

Alter 63,2. Daran müssen wir arbeiten

Telefonate in 2017: bisher 4.852

Beratungen: 2.540

Schreiben: 4.454

Neu begonnene Verfahren: 630

Sie sehen, unser Beratungszentrum hat gut zu tun. Dazu kommt das Zuarbeiten für das Ehrenamt. Aber auch wir vom Ehrenamt sind nicht müßig. Mit 10.232 Mitgliedern sind wir einer der stärksten Kreisverbände in Niedersachsen. Unsere ehrenamtliche Arbeit wird von einem geschäftsführenden Vorstand, dem Vorstand und von 27 Ortsverbänden getragen. Eine Mammutaufgabe die großen persönlichen Einsatz erfordert.

Jedes Jahr mindestens 4 Vorstandssitzungen und 10 Sitzungen des Geschäftsführenden Vorstandes (GKV) gilt es zu organisieren und Mitglieder des GKV sind mindestens einmal im Jahr Gast bei den Ortsverbänden. Dazu die Verpflichtungen, die die Leitung eines solch großen Verbandes nun einmal mit sich bringen.

An dieser Stelle mein Dank auch an die Familien und Partner die natürlich mit drin hängen und ohne deren Unterstützung so manches Ehrenamt nicht ausgeübt werden könnte. So nun habe ich fertig und bitte Sie Frau Fiss um Ihr Grußwort und Dich lieber Ernst-Bernhard im Anschluss um Deinen Vortrag. Eine Einführung in die Geschichte des SoVD finden Sie hier am Tisch. Vielen Dank fürs Zuhören

 

Zur Eröffnung der Ausstellung sprach Iris Fiss als Stellvertreterin für OB Dr. Jörg Nigge ein Grußwort, das wir hier ungekürzt wiedergeben:

Deutschland im Frühjahr 1917: Der Erste Weltkrieg geht in sein drittes Jahr. Die alliierte Seeblockade in der Nordsee lässt kaum Lebensmittel nach Deutschland kommen, wodurch die Menschen hungern. Zudem bevölkern Tausende Kriegsversehrte die Straßen. In dieser Situation treffen sich am 23.05.1917 einige Männer und gründen gemeinsam den „Bund der Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschädigten“. Die Umbenennung in den heute bekannten Sozialverband Deutschland e.V. erfolgte im Jahr 1999.

Mit dieser geschichtlichen Einleitung möchte ich Sie zur Eröffnung der Ausstellung, anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Sozialverbandes Deutschland ganz herzlich begrüßen. Der Sozialverband Deutschland wird in diesem Jahr sage und schreibe 100 Jahre alt. Damit steht dieser für ein ganzes Jahrhundert Einsatz für soziale Sicherheit und mehr soziale Gerechtigkeit. Das Thema einer sozialen Gesellschaft heute ist dabei noch genauso aktuell wie vor 100 Jahren, auch wenn sich der Aufgabenbereich und das Klientel des Verbandes im Laufe der Jahrzehnte natürlich geändert hat. 1917 als Selbsthilfeorganisation für Kriegsopfer und Hinterbliebene gegründet, macht sich der SoVD heute außerdem für Rentnerinnen und Rentner, behinderte und chronisch kranke Menschen, alle Sozialversicherten, Pflegebedürftige, Sozialhilfeempfänger und Arbeitsunfallverletzte stark.

Wesentliches Merkmal des SoVD ist seine Arbeit als Dienstleistungsverband, von der in ganz Deutschland rund 560.000 Mitglieder profitieren. Allein in Niedersachsen mit mehr als 270.000 Mitgliedern, davon rund 10.000 Mitglieder im Kreisverband Celle, machen sie zu einer starken Gemeinschaft und mit Abstand zum stärksten Sozialverband des Landes. Dies ist vor allem der engagierten Arbeit der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort zu verdanken. An dieser Stelle möchte ich insbesondere das Ehrenamt hervorheben. Was wäre eine Stadt wie Celle ohne die Menschen, für die es eine Selbstverständlichkeit ist, ihre „freie Zeit“ für ehrenamtliche Arbeit zu opfern. Jede Stadt braucht Menschen, die bereit sind, die ehrenamtlichen Aufgaben zu übernehmen. Ohne die „Ehrenamtlichen“ könnten die inneren Strukturen in den Vereinen und in anderen Organisationsformen nicht aufrechterhalten werden. Deshalb an dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an Sie alle.

Sie alle leisten eine gute Arbeit und stehen den Bürgern rund um die Themen Rente, Pflege und Behinderung sowie Gesundheit und Hartz IV kompetent zur Seite. Dabei beraten Sie nicht nur, sondern sind auch sehr aktiv. So betreibt der Sozialverband Deutschland e.V. zwei Berufsbildungswerke in BREMEN und STENDAL für die berufliche Erstausbildung junger behinderter Menschen, eine Werkstätte für Behinderte in WITTEN, eine Wohnungsbaugesellschaft in HANNOVER für die Errichtung von behinderten-, alten- und familiengerechten Wohnraumes sowie fünf Erholungszentren und das behindertengerecht gestaltete Hotel Mondial in BERLIN.

Diese Aufzählung verdeutlicht die ganze Bandbreite Ihres Engagements. Ihre Arbeit ist für die Menschen, die es angeht, lebenswichtig, manchmal sogar überlebenswichtig. Und sie ist unverzichtbar für das innere Gleichgewicht in unserer Gesellschaft.

Wie Sie wissen ist es unter anderem unser Ziel, Celle als Wirtschafts- und Familienstandort zu stärken und weiterzuentwickeln. Celle ist mit seinem traditionsreichen baulichen Erbe eine lebendige Stadt und bietet ein großes zukunftsfähiges Potenzial für Wirtschaft, Einzelhandel und Dienstleistung. Unverzichtbar und für uns selbstverständlich sind hierbei lebenswerte Wohnquartiere für Familien sowie für alte und junge Menschen.

An dieser Stelle möchte ich auf ein Stichwort eingehen: „Der demografische Wandel“. Bei diesem Stichwort werden die meisten an den Rückgang der Bevölkerung denken. Vernachlässigen dürfen wir aber auch die Alterung der Gesellschaft nicht. Die demographische Entwicklung, so heißt es, ist ein „Megatrend“. Nicht zwangsläufig muss man diesem sorgenvoll gegenüberstehen, jedoch sollten wir ihn kennen und wissen, was er für uns bedeutet. Nur so sind wir in der Lage, dort wo es notwendig ist, angemessen zu reagieren. Die ständig steigende Lebenserwartung und der wachsende Anteil von Hochbetagten sind nicht nur ein Beweis für gute Lebensbedingungen, sondern sprechen auch für ein gut funktionierendes Gesundheitswesen. Als Folge der Alterung der Gesellschaft müssen wir dementsprechend auch Wohnungen und Wohnumfeld seniorengerecht ausgestalten.

Ebenso ist es für die Unternehmen angezeigt, durch alters- und alternsgerechte Arbeit und mit einer vorausschauenden Arbeitsgestaltung sowie Arbeitsorganisation, eine längere Erwerbstätigkeit am Arbeitsmarkt zu befördern. Wir brauchen auch Antworten für diejenigen, denen es trotz guter Wirtschaftslage auch heute noch schwerfällt, eine Arbeit zu finden. Schon Kinder starten zu häufig mit völlig unterschiedlichen Voraussetzungen ins Leben. Das A und O dabei ist Bildung. Das fängt in den Kitas an, führt über die Kindergärten, die Schulen, unser duales Ausbildungssystem und die Hochschulen bis hin zur Fort- und Weiterbildung und zum Thema lebenslanges Lernen, welche heute mehr denn je an Bedeutung gewinnt.

„Big Data, Automatisierung und Cloud Dienste“ stehen für einen weiteren Megatrend. Unter dem Stichpunkt Arbeitswelt 4.0 steht die Zukunft der Arbeit im Mittelpunkt einer gesellschaftspolitischen Debatte über die Digitalisierung. Während die Einen die digitale Wirtschaft als Jobmotor der Zukunft sehen, fürchten die Anderen durch die Automatisierung Arbeitsplatzverluste. Dies wird zu einer weiteren Polarisierung des Arbeitsmarktes führen. Die Digitalisierung erfordert künftig von uns als Gemeinschaft eine hohe Flexibilität und Anpassungsfähigkeit.

Die aktuellen Herausforderungen verdeutlichen unsere gesellschaftliche Verantwortung gegenüber allen Bürgern und Mitmenschen unserer Stadt. Wir als Verwaltung stellen uns diesen Herausforderungen. Celle ist für jeden Menschen unabhängig von Alter, Geschlecht, Behinderung, Krankheit oder sozialem Status lebenswert.

Nun wünsche ich Ihnen eine angenehme Zeit und Ich freue mich hier im Anschluss auf gute und interessante Gespräche. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

 

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