CELLE. Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Celle hat jetzt einen Antrag zur Sicherstellung der Kinderbetreuung in Kindertagesstätten der Stadt Celle auf den Weg gebracht. Folgende Prüf- und Arbeitsaufträge werden darin festgelegt:
1. Die Stadtverwaltung möge prüfen, an welchem Standort im Stadtgebiet von Celle ein zusätzlicher Neubau einer Kindertagesstätte mit einer Krippe realisiert werden kann. Um Planung und Zurverfügungstellung der notwendigen Haushaltsmittel wird gebeten.
2. Die Stadtverwaltung prüft kurzfristig, welche Kindertagesstätten im Stadtgebiet ein ausreichend großes Außengelände haben, auf dem gemietete Container aufgestellt werden können, um dort kurzfristig weitere Plätze für die Kinderbetreuung zu schaffen.
3. Im Stadtgebiet von Celle wird ein geeigneter Ort für den Betrieb eines Waldkindergartens gesucht und das Angebot eines Waldkindergartens mit ein bis zwei Gruppen eingeführt.

Patrick Brammer, Fraktionsvorsitzende im Rat der Stadt Celle, begrüßt die Initiative: „Mit Februar 2018 informierte der Oberbürgermeister Dr. Nigge die Öffentlichkeit durch eine Pressemitteilung über die aktuelle Entwicklung von Plätzen für die Betreuung von Kindern in Kindertagesstätten. Dieser Erklärung konnte entnommen werden, dass es aktuell und auch weiterhin in der nächsten Zeit zu massiven Engpässen bei der Vergabe und KiTa- und Krippenplätzen kommen wird.“

„Seit dem 01.08.2013 existiert in Deutschland ein Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz“, ergänzt Christoph Engelen, Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses. „Dieser Rechtsanspruch ist in § 24 SGB VIII gesetzlich festgehalten und schließt Kinder unter drei Jahren mit ein. Wird den Eltern kein Kindergartenplatz zur Verfügung gestellt, haben diese unter Umständen einen Schadensersatzanspruch. Um Schadensersatzansprüche zu vermeiden, benötigt die Stadt Celle also dringend zusätzlichen Betreuungsplätze.“ Hier biete sich natürlich mindestens ein Neubau einer Einrichtung an, so Brammer. Bis dieser Neubau jedoch geplant, fertiggestellt und bezogen werden könne, würden mindestens eineinhalb Jahre vergehen. Trotzdem oder gerade deshalb müsse umgehend mit der Planung und Umsetzung begonnen werden.

Auch der Einsatz von schnell umsetzbaren Alternativen müsse angedacht werden, betont Engelen. „Die SPD-Fraktion hält es für möglich, auf einzelnen, bereits vorhandenen KiTa-Grundstücken mit einem großen Außengelände, neue Kapazitäten zu schaffen, die entlastend wirken. Durch die Anmietung von Containern, welche genau auf diesen KiTa-Grundstücken aufgestellt werden, können dann übergangsweise bis zur Fertigstellung eines KiTa-Neubaus zusätzliche Betreuungsplätze geschaffen werden.“

SPD-Fraktionsvorsitzender Patrick Brammer ist sich sicher: „So kann der Bedarf an fehlenden Plätzen bereits für das neue Kindergartenjahr 2018/2019 abgedeckt bzw. verringert werden.“

Zusätzlich will die SPD-Fraktion die Idee eines Waldkindergartens prüfen lassen. Christoph Engelen hierzu: „Um weitere Betreuungsplätze zu schaffen, sollte die Stadtverwaltung zusätzlich über die Gründung eines Waldkindergartens nachdenken. In Celle gibt es aktuell dieses Angebot für Kinder noch nicht. In vielen anderen Gemeinden, auch im Landkreis Celle, ist dieses Angebot beliebt und wird angenommen.“

Über Waldkindergärten informiert die SPD wie folgt: „Im Oktober 2017 gab es in der Bundesrepublik laut Wikipedia insgesamt 1.500 Waldkindergärten. Waldkindergärten werden häufig als „Kindergärten ohne Dach und Wände“ bezeichnet. Der wesentliche Unterschied zu konventionellen Kindergärten besteht darin, dass die zu betreuenden Kinder mit ihren Erzieherinnen den Kindergartenalltag fast durchgängig außerhalb von Gebäuden, d.h. im Wald oder auf Wiesen verbringen. Die Aktivitäten im Freien finden bei jedem Wetter statt. Vorgeschrieben sind in Deutschland eine beheizte Unterkunft in zumutbarer Nähe des Gebietes, in welcher die Kinder und Erzieherinnen bei sehr schlechten
Witterungsbedingungen Schutz und Aufenthaltsmöglichkeiten finden. Dies kann z.B. ein Bauwagen oder eine Hütte sein.“
„Die SPD-Fraktion ist der festen Überzeugung, dass auch in Celle ein solches Angebot möglich ist“, so Christoph Engelen abschließend.

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