CELLE. Am Ende einer mit mehr als vier Stunden langen und teilweise zähen Ratssitzung sorgte eine persönliche Erklärung von Inga Marks für eine Überraschung. Sie erklärte ihren Austritt aus der SPD-Fraktion. Wir berichteten gestern in unserer Facebook-Ausgabe. Ihre Stellungnahme im Original, ungekürzt und unkommentiert:

„Sehr geehrter Ratsvorsitzender, liebe Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Gäste,

Ich bin eine Frau, der die Politik am Herzen liegt. Politik heißt für mich, die Dinge anzupacken und zum Wohle der Bürger und unserer Stadt umzusetzen.

Das hat mir in meiner Fraktion auch Spaß gemacht. Der Spaß ist leider abhanden gekommen und ich fühle mich besonders als Frau von einigen Fraktionskollegen nicht mehr auf Augenhöhe wahrgenommen. Das Grundsatzprogramm der SPD besagt, Zitat: „Wir wissen, dass jede Zeit ihre eigenen Antworten auf die sozialen und politischen Fragen verlangt. Im Ringen um die zeitgemäßen programmatischen Antworten auf die gesellschaftlichen Entwicklungen bekennen wir uns zum freien Meinungsstreit. Wir begrüßen und achten persönliche Grundüberzeugungen und Glaubenshaltungen. Sie können niemals Parteibeschlüssen unterworfen sein. Was uns eint, ist die Überzeugung, dass die Gesellschaft gestaltbar ist und nicht vor dem blinden Wirken der kapitalistischen Globalisierung kapitulieren muss.“ Auch diese Inhalte scheinen in der Fraktion abhanden gekommen zu sein.

Mein Kopf ist noch voller Ideen, die ich umsetzen möchte. Mit diesen Ideen fühle ich mich in dieser Fraktion aber nicht mehr wohl, schon aber in der SPD. Deswegen habe ich mich entschlossen, die Fraktion, aber nicht die SPD zu verlassen. Die Wählerinnen und Wähler haben mich in den Rat geschickt, damit ich ihre Interessen in den Rat trage. Diesen Menschen fühle ich mich nach wie vor besonders verpflichtet und ich habe noch einiges für und mit diesen Bürgen vor.

Hiermit erkläre ich meinen Austritt aus der SPD-Fraktion der Stadt Celle. Ich werde dem Rat aber weiter als gewähltes Mitglied angehören.“

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