CELLE. Nachdem die SPD die Sanierung der Haesler-Bauten im Blumläger Feld gefordert hatte und die CDU daraufhin den verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeldern im Hinblick auf eine möglicherweise nicht vorhandene „grundlegende Sanierungsfähigkeit“ angemahnt hatte, meldet sich jetzt Joachim Schulze (SPD) erneut zu Wort und appelliert an die Celler CDU : „Lassen Sie uns in der Sanierungsfrage Blumläger Feld  Gemeinsamkeiten suchen. Otto Haeslers Erbe ist wichtiger, als parteipolitischer Ping-Pong!

„Es ist ja zu begrüßen, dass nun auch die Celler CDU den Weckruf in Sachen Haesler-Sanierung im Blumläger Feld vernommen hat. Nur die Schlussfolgerungen des geschätzten Kollegen Wille sind nicht ganz nachvollziehbar“, so SPD-Vorstandsmitglied und Ratsherr Joachim Schulze. „Vorab eine Klarstellung: Nirgendwo ist historisch dokumentiert, dass Haesler in den 30-iger Jahren gesagt haben soll, dass die Lebensdauer seiner Bauten im Blumläger Feld auf 5o Jahre begrenzt sein sollten. Dieses absurde Argument kann also für die Abrissbegründung des CDU-Kollegen Wille nicht herhalten. Die angespannte Haushaltssituation der Stadt Celle ist insbesondere mir, als Mitglied des Finanzausschusses, mehr als gegenwärtig. Aus diesem Grunde hat der SPD-Vorsitzende Dietrich Burggraf auch dazu aufgerufen, gemeinsam mit allen Ratsfraktionen noch ernsthafter und intensiver nach alternativen Finanzierungshilfen zu suchen, um eben WBG und städtischen Haushalt nicht unverhältnismäßig zu belasten.

Herr Wille ist offensichtlich bezüglich der Bedeutung des historischen Erbes Otto Haeslers  nicht ausreichend
informiert und sensibilisiert worden. Diese Siedlungsanlage mit ihren einmaligen Komponenten des sozialen Wohnungsbaus, hat einen Alleinstellungswert und muss architektonisch als besonders wertvoll eingestuft werden.
Wenn wir Herrn Willes Vorschlag folgen würden und die Bauten im Blumläger Feld radikal abreißen würden, dann wäre diese Celler Sehenswürdigkeit für den Architektur-Tourismus für immer verloren. Aber gerade in diesem Tourismusbereich will sich doch die Stadt Celle zukünftig völlig neu positionieren. Das passt doch nun
überhaupt nicht zusammen. Der interessierte Besucher sucht nicht die Kopie im Sinne von „Disneyland“, sondern er kommt allein wegen des Originals und das könnten wir als Stadt noch anbieten. Aus diesem Grunde muss der Versuch gemeinsam unternommen werden, noch zu retten, was zu retten ist. „Es könnte eine erfolgreiche Rettungsaktion für Celle werden, die wir gemeinsam auf die Beine stellen sollten. Insbesondere um zu beweisen: Celle kann mehr!“

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