CELLE. Die Sozialdemokraten im Kreistag des Landkreises Celle haben sich zum Ziel gesetzt, die Attraktivität des Arbeitgebers „Landkreis Celle“ zu erhöhen. Deswegen hat die SPD-Fraktion in der jüngsten Sitzung des Kreistages am 8. Juni beantragt, die Kreisverwaltung möge keine Arbeitsverträge mehr mit sogenannter „sachgrundloser Befristung“ abschließen. Unter „sachgrundloser Befristung“ versteht man im Arbeitsrecht einen zeitlich begrenzten Arbeitsvertrag, der keine spezielle Begründung für die Begrenzung wie beispielsweise eine Elternzeit- oder Krankheitsvertretung anführt.

Die Landkreisverwaltung nimmt für sich in Anspruch, eine langfristige, familienfreundliche Personalentwicklung zu verfolgen. „So steht es als strategisches Ziel im Haushalt des Landkreises“ sagt Inga Stephan, SPD-Mitglied im Personalausschuss. „Sachgrundlos befristete Arbeitsverträge sind aber nicht geeignet, diesem Ziel Rechnung zu tragen.“ Gerade bei jungen Berufseinsteigern wirke die ständiger Unsicherheit um den Arbeitsplatz eher demotivierend. Zudem erschwere ein befristetes Arbeitsverhältnis in hohem Maße die Familienplanung, führte die Abgeordnete weiter aus.

Auch für den Landkreis als Arbeitgeber sehen die Sozialdemokraten in der Befristung von Arbeitsverträgen Nachteile. So sei es fraglich, ob sich die Investition in Einarbeitung und Weiterqualifizierung von Mitarbeitern bei von vorneherein zeitlich begrenzten Arbeitsverträgen lohne. Auch sei der Landkreis in Gefahr, bei der Werbung um qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ins Hintertreffen zu geraten. „Und nicht zuletzt hat ein öffentlicher Arbeitergeber wie der Landkreis Celle gegenüber der privaten Wirtschaft auch eine Vorbildfunktion“, betont abschließend Mathias Pauls, Fraktionsvorsitzender der Sozialdemokraten im Kreistag.

Hier der Antrag der SPD-Fraktion: 170523 Sachgrundlose Befristung

Sie müssen sich registrieren oder anmelden, um diesen Beitrag zu kommentieren.