Spontane "Kunstaktion" bei Rheinmetall: AktivistInnen fordern Umstellung auf zivile Produkte

Gesellschaft Von Redaktion | am Mo., 05.04.2021 - 17:29

UNTERLÜSS. Am Ostersamstag fanden sich um 12 Uhr vor den Toren des Rheinmetall-Werkes in Unterlüß zwölf TeilnehmerInnen zu einer kurzen "Kunstaktion" ein. Sie kritisierten damit eigenen Angaben zufolge die Rüstungsproduktion bei Rheinmetall und forderten ihr Ende. Anlässlich der traditionellen Friedensproteste an den Osterfeiertagen und der engen Verbindung der Ostermarschtradition zur Südheide präsentierten die AktivistInnen verschiedene Transparente mit Slogans wie „Frieden schaffen ohne Waffen“ und „Krieg beginnt hier“. „Also müssen wir den Krieg auch hier stoppen“ und „Wir fordern ein Ende der Rüstungsproduktion bei Rheinmetall und anderswo sowie die zivile Bearbeitung von Konflikten", erklärt Friedensaktivist Michael Schade aus Hamburg. 

Die Teilnehmenden der Osteraktion wiesen auf die zentrale Rolle von Rheinmetall in der Region Südheide hin, die stark militärisch geprägt sei. Rheinmetall sei einer der größten Produzenten von Waffen und Rüstungsgütern weltweit. In Unterlüß, einen von mehreren Standorten seien ca. 2000 Personen beschäftigt. Rheinmetall liefere Waffen und Munition auch in Krisengebiete und an Konfliktparteien. Zu kritisieren sei auch, dass der Konzern die wenigen und unzureichenden Exportbeschränkungen des deutschen Staates umgehe, indem er seine Produktionsstandorte zusätzlich ins Ausland verlagere, z.B. nach Sardinien/Italien. 

Die Teilnehmenden der Kulturaktion forderten den Stopp der Rüstungsexporte und eine vollständige Umstellung der Produktion des Konzerns auf zivile und gesellschaftlich verträgliche Güter. Diese Forderung sei keineswegs aus der Luft gegriffen, denn: Nach den beiden Weltkriegen des 20. Jahrhunderts und auch im neuen Jahrtausend habe sich gezeigt, dass eine solche Umstellung bei Rheinmetall möglich sei: Damals wurden z.B. Lokomotiven, Dampfkessel, Aufzüge und Schreibmaschinen hergestellt. Heute, in Zeiten der Covid-Pandemie, werden z.B. Masken hergestellt. Hans-Dietrich Springhorn aus dem Nachbarort Faßberg-Müden/Ö. wies bei der Aktion am Ostersamstag darauf hin, dass eine Konfliktbearbeitung ohne militärische Mittel wirksamer sei: „Zahlreiche Studien belegen, dass Konflikte, die mit Gewalt beigelegt werden, wieder aufflammen und Friedenserzwingung wenig nachhaltig ist. Wir fordern deshalb eine Abkehr von militärischer Gewalt und die Hinwendung zu ziviler, gewaltfreier Konfliktbearbeitung!“

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