BERGEN. „Nichts geht ohne Ehrenamt“, sagt Bürgermeister Rainer Prokop bei dem vergangene Woche von der Stadt Bergen veranstalteten Tag der Ehrenamtlichen im Stadthaus. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus dem Stadtgebiet wurden für ihr Engagement ausgezeichnet. Besonders die Bereiche oder Institutionen, die noch in den Kinderschuhen stecken, wurden in das Blickfeld der Veranstaltung gerückt. Trefflich gelungen sei das Bürgerengagement besonders in den Bereichen Integration, Seniorenbegleitung, Unterstützung durch Familienhebammen sowie beim Bürgerbusverein, so Prokop.

Pastor Axel Stahlmann hob die Bedeutung des Ehrenamtes für die Gemeinschaft ebenfalls hervor, betonte aber, dass Menschen schon immer Tätigkeiten wie Familienfürsorge, Altenpflege und Ähnliches ausgeübt hätten, was bereits in der Bibel erwähnt werde. „Nur damals gab es noch keinen Bürgerbusverein“, scherzte Stahlmann.

Frank Heins ehrte die Akteure des Bürgerbusvereins Bergen und Lohheide: „Ich beglückwünsche die 17 ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürger, die sich trotz aller Anfangsschwierigkeiten der Mammutaufgabe gestellt haben, ein Busangebot zu schaffen, das viele Orte und Ortsteile mit vergleichsweise weiten Wegen berücksichtigt.“ Erfreulich sei, dass die Zusammenarbeit über Gemeinde- und Kreisgrenzen hinweg intensiviert werden und eine Linie von und nach Wietzendorf eingerichtet werden konnte. Der Verein ist im Jahr 2013 gegründet worden, die erste fahrplanmäßige Fahrt startete im April 2015.

Diana Habermann vom Familien- und Seniorenservicebüro der Stadt Bergen (FSSB) zeichnete die ehrenamtliche Unterstützung der insgesamt sieben Hebammen vor Ort aus, die in den ersten Wochen nach der Geburt die Willkommensgeschenke der Stadt Bergen an viele junge Familien zuhause verteilen. „162 Geburten wurden im Jahr 2017 melderechtlich erfasst. Davon haben 90 Prozent der Familien mit Neugeborenen ein Willkommenspaket erhalten. Eine sehr gute Quote!“, so Habermann.

Nadja Ohlhoff, ebenfalls vom FSSB beglückwünschte die Seniorenbegleiterinnen und -begleiter, die in ihrer Freizeit älteren Mitbürgerinnen und –bürgern beispielsweise vorlesen, mit ihnen Gesellschaftsspiele spielen, spazieren gehen oder ihnen beim Einkaufen helfen. Ohlhoff weist auf die hohe Nachfrage nach Seniorenbegleitern hin, die derzeit nicht gestemmt werden könne. Jährlich würden Qualifizierungskurse zur Seniorenbegleitung in der evangelischen Familienbildungsstätte Celle im Rahmen der Kooperation vom Senioren- und Pflegestützpunkt Celle und den örtlichen Seniorenservicebüros im Landkreis Celle angeboten. Informationen hierüber sind im FSSB erhältlich.

Rund vierzig Personen in Bergen engagieren sich im Bereich der Integration. Philipp Legrand, Integrationsbeauftragter der Stadt Bergen, zeichnete die ehrenamtlich Tätigen für ihr breit gefächertes Engagement für Geflüchtete aus: „Sie alle haben sich im Sinne der Sache, nämlich für ein gutes Zusammenleben in Bergen maßgeblich und vielfältig eingesetzt und standen dabei für Nächstenliebe, Barmherzigkeit und Menschlichkeit ein“, so Legrand. Als Beispiele nannte er die Unterstützung im Bereich der Sprachförderung, der Hausaufgabenhilfe, beim Gemüsegartenprojekt, beim Gitarren-Unterricht, im Schachspielen, aber auch die Hilfestellung beim Finden einer Praktikumsstelle, bei der Wohnungssuche, bei Bewerbungen oder beim Umzug. „Ohne Sie hätte die Stadt Bergen die Situation nicht bewältigen können“, lobte Legrand die Integrationshelferinnen und -helfer.

„Insgesamt war es eine nette Atmosphäre“, sagt Elke Theilmann von der Stadtverwaltung, die den Abend organisiert hat, „wir haben viel positives Feedback hierzu erhalten.“ Die Geehrten erhielten neben einer Urkunde auch ein kleines Geschenk.

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