CELLE. Bei der Stadt Celle ist man derzeit stolz darauf, die Koordinierungsstelle für den Allerradweg vor Ort zu haben. Ideen von Celler Bürgern, wie man den Allerradweg noch attraktiver und vor allem sicherer gestalten könnte, scheinen indes nicht auf fruchtbaren Boden zu fallen.

Im Oktober hatte der passionierte Celler Radfahrer Manfred Galonski darauf hingewiesen, dass an der Kreisstraße zwischen Altencelle und Lachtehausen für Radler auf dem Allerradweg oft minutenlanges Warten angesagt sei, bis sie aufgrund des dichten Verkehrs die Straße überqueren können. CELLEHEUTE berichtete. Ein Holzkreuz weist außerdem an dieser Stelle darauf hin, dass es hier bereits einmal einen tödlichen Unfall gegeben hat. Zwar wurde danach aus der 70iger Zone eine 50iger Zone – Geschwindigkeitskontrollen zeigten jedoch, dass sich kaum jemand daran hält. Rund 2800 Geschwindigkeitsübertretungen hat der Landkreis in diesem Jahr binnen 80 Stunden gemessen, davon war ca. ein Viertel der Fahrzeuge schneller als 70 Stundenkilometer, einige auch schneller als 100 km/h.

Der stellvertretende Landrat und CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Adasch hatte sich, auf Initiative von Galonski, die Situation vor Ort angeschaut und war zu folgendem Ergebnis gekommen: „Ich halte den Vorstoß von Herrn Galonski für gut und richtig und werde ihn bei seinen Bemühungen unterstützen. Seine Argumente sind schlüssig. Die Entscheidung über die mögliche Aufstellung einer Bedarfsampel trifft das Straßenverkehrsamt der Stadt Celle. Hier wird sicherlich noch sehr viel Überzeugungsarbeit zu leisten sein.“

Wie Recht er mit dieser Einschätzung hatte, zeigt jetzt ein Antwortschreiben der Stadt Celle an das Büro Thomas Adaschs, das wir hier ungekürzt und unkommentiert wiedergeben:

„Nach Abstimmung mit den zuständigen Stellen in unserer Verwaltung kann ich Ihnen leider keine positiven Signale zur Unterstützung der Initiative von Herrn MdL Adasch geben. Neben den bereits angesprochenen Kostenaspekten, sehen wir keine besondere Gefährdungslage in diesem Bereich. Der zitierte tödliche Verkehrsunfall ist mehr als 10 Jahre her. Damals wurde als Folge die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 50 km/h limitiert (flankiert durch Überwachungen durch den Landkreis Celle) und zusätzlich eine Beschilderung „Radfahrer kreuzen“ vorgenommen. Daneben wurden Anlagen neben der Straße im Querungsbereich rot gepflastert. Unsere Aufzeichnungen lassen dort im Moment keine Unfallgeschehen beobachten.

Es sei ergänzend angemerkt, dass Baulastträger und damit zuständig für bauliche Maßnahmen im betroffenen Bereich der Landkreis Celle ist (K74 = Kreisstraße 74). Seitens der Stadt Celle könnte eine Ampelanlage angeordnet werden, soweit Bedarf gesehen würde. Dies ist im Moment nicht der Fall, jedenfalls nicht begründbar durch Aspekte der Verkehrssicherheit. Im Gegenteil: Zu befürchten wäre eine erhebliche Erhöhung der zurzeit schon vorhandenen Rückstausituationen.

Da die Kreisstraße mit der Realisierung der Ortsumgehung zum Wirtschaftsweg herabgestuft werden wird, ergibt ließe sich auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten eine Lichtsignalanlage weder bei Stadt noch beim Landkreis darstellen.

Ich bedaure, Ihnen keine andere Nachricht geben zu können.“

 





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