Log empty

„Gebiet am Wasser ist eine Perle“

Stadt stellt Fortschreibung der Rahmenplanung Allerinsel vor

03.08.2017 - 14:58 Uhr     siems    0

CELLE. Wie geht es weiter auf der Allerinsel? Welche Änderungen haben sich seit Aufstellung des Rahmenplans im Jahr 2010 ergeben? Um hierüber Auskunft zu geben, hatte die Stadt Celle gestern gemeinsam mit dem beauftragten Dortmunder Planungsbüro pesch partner architekten stadtplaner GmbH zu einem Info-Abend in die Theo-Wilkens-Halle auf dem Schützenplatz eingeladen.

Stadtbaurat Ulrich Kinder, der rund einhundert interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Politiker aus Stadtrat und Kreistag begrüßen konnte, erläuterte zunächst den Stand der Dinge und wollte auch Gerüchten aus der örtlichen Presse den Boden entziehen: „Die Erschließungsmaßnahme für den ersten Bauabschnitt wird demnächst fertig sein. Wir sind in engem Kontakt mit allen Investoren, auch dem, der laut Medien schon gar nicht mehr dabei ist“.

Gründe für die Fortschreibung der städtebaulichen Rahmenplanung zur Allerinsel seien veränderte Rahmen- und Randbedingungen. Auch um Zuschüsse zu erhalten, sei man angewiesen, in regelmäßigen Abständen zu aktualisieren. Bezugnehmend auf die wachsende Bevölkerungszahl und die vielen Einpendler, die Wohnraum nachfragen, meinte er: „Wir müssen dringend daran arbeiten, zeitgemäßes Wohnen nach Celle zu bekommen. Die Allerinsel ist ein wichtiger Baustein, unsere Stadt als Wohnstandort attraktiver zu machen. So ein Gebiet am Wasser ist eine Perle“.

Andreas Bachmann von pesch partner GmbH gab Auskunft darüber, dass insbesondere der Hochwasserschutz auf der Allerinsel zur Umschreibung des Rahmenplans geführt habe. Ein großer Allerauenpark sei unter anderem nun im Plan verankert. „Man sieht gerade aktuell schon, wie die Maßnahmen greifen. Ohne Hochwasserschutz ist keine Bebauung möglich“, so Bachmann. Daneben haben die gewerbliche Entwicklung, der Standorterhalt des Schützenplatzes mit der Schießanlage, der Neubau „hafen21“ sowie auch die Einbeziehung von Schutzmaßnahmen gegen Verkehrs-, Gewerbe- und Freizeitlärm Eingang in die Überarbeitung der Pläne von 2010 gefunden.

Während damals auch im vorderen Teil eine Wohnbebauung geplant gewesen sei, solle es jetzt einen großen Eingangsbereich mit Schützenplatz, Schießhalle und Parkplätzen geben. In dem als urbanes Gebiet einzustufenden Viertel sei eine Mischung aus Wohnen, Gewerbe, Gastronomie, Freizeit und Parken vorgesehen. Rund 520 Wohneinheiten für verschiedene Nachfrager-Gruppen (hierunter auch ca. 77 Wohneinheiten als geförderte Wohnform) seien geplant. Zum Parken (wenn keine Veranstaltung auf dem Festplatz stattfinde) sollen ungefähr 700 Stellplätze zur Verfügung stehen. Die Gesamtbauzeit werde 10 bis 15 Jahre betragen. „Ich glaube, Sie können sich demnächst auf ein schönes Stück Stadt freuen“, schloss Bachmann seine Präsentation.

Aus dem Publikum gab es insbesondere Bedenken zu der Anzahl der Parkplätze. Harald Ruttkowski, Inhaber eines Geschäftes in der Innenstadt gab zu bedenken, dass neben den Kunden auch viele in der Innenstadt Beschäftigte den Schützenplatz derzeit als kostenfreie Parkmöglichkeit nutzen. Dies sei nach Fertigstellung in ausreichendem Maße nicht mehr möglich, befürchtete nicht nur Ruttkowski. „Wir haben Parkhäuser und Parkpaletten rund um die Innenstadt, die nicht ausgelastet sind“, entgegnete Kinder. Um das Problem zu lösen, könne über eine Erstattung von Parkkosten nachgedacht werden. Für Großveranstaltungen könne er sich einen Park & Ride-Service vorstellen, so der Stadtbaurat.

Eine weitere Frage aus der Zuhörerschaft gab es zu den Wohnmobilstellplätzen – auch diese befinden sich derzeit im Planungsgebiet Allerinsel. Kinder berichtete, dass die Stadt bereits überlege, die Stellplätze an anderer Stelle unterzubringen. Genaueres hierzu werde in wenigen Monaten bekanntgegeben. Auf die Frage, wann der erste Bauabschnitt beginnen könne, sagte der Stadtbaurat, dass es Mitte des kommenden Jahres soweit sein werde.

Wer sich für die detaillierten Planungsunterlagen interessiert, kann diese im Neuen Rathaus (1. Obergeschoss (Ost) zwischen den Räumen 159 und 160) noch bis Donnerstag, 31. August einsehen. Unter www.celle.de/bauleitplanverfahren sind sie auch im Internet zu finden.

Fotos: Peter Müller

Sie müssen sich registrieren oder anmelden, um diesen Beitrag zu kommentieren.