Neues „Dreigestirn“ für Celler Wirtschaftsförderung

Wirtschaft Von Anke Schlicht | am Do., 16.07.2020 - 14:27

CELLE. Die „Drei von der Tankstelle“, die „Drei Musketiere“, „Drei Damen vom Grill“ – und nun ein – laut Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge - „Drei-Königstransfer“ für die Celler Wirtschaftsförderung. Trios sind renommiert für Witz, Originalität und Schlagkraft, in erster Linie jedoch für ihren Zusammenhalt als Team. Und dieser Begriff ist anlässlich der Vorstellung der Neuzugänge im Rathaus so zentral wie Nigges Vorschusslob dick aufgetragen. In welchen Höhen sich die Erwartungen an die „drei hochprofessionellen Menschen mit Profiwissen“ bewegen, wird deutlich, als der Erste Stadtrat, Thomas Bertram, das Wort erhält und umgehend auf die in der jüngsten Stadtratssitzung thematisierte „schwierige Haushaltslage“ zu sprechen kommt. Personal schlägt in Budgets bekanntlich hoch zu Buche, dementsprechend dürfte die Messlatte für die Leistungsbilanz weit oben angesiedelt sein und über eine befriedigende Drei weit hinausgehen.

Der Oberbürgermeister greift auch beim nur kurz tangierten Ausblick auf die zukünftigen Aufgaben der beiden Damen und einem Herrn auf Drei zurück: Öffentlichkeitsarbeit, Innenstadt und Vernetzung nennt er als Schlüsselwörter. Letzteres verwendet die vielen Cellern durch ihre Tätigkeit bei der Sparkasse Celle bekannte Johanna Crolly wiederholt in ihrer kurzen Vorstellungsrede. „Das ist mein Pfund“, sagt die neue Innenstadtmanagerin, die bei der Sparkasse gelernt und ein Betriebswirtschaftsstudium absolviert hat und nun die Celler City neu beleben möchte. „Aber das kann ich nicht alleine“, ergänzt sie und ist damit wieder beim Team, in das sich Kerstin Lüders als Frontfrau für Unternehmensservice und -gründungen einbringen wird. Die Diplom-Ingenieurin stammt aus Bergen und gibt als Beruf „Wirtschaftsförderin“ an, beste Voraussetzungen für die neue Stelle also. Der Lebenslauf des Dritten im Bunde, Johannes Flau, unterscheidet sich schon deshalb ein wenig von den beiden anderen, weil für den in Stuttgart geborenen und lange in Hamburg tätigen Kulturwissenschaftler mit Schwerpunkt Stadtsoziologie die Region neu ist. „Bereits bei meinem ersten Besuch hat mich Celle begeistert“, sagt der frühere Art Director einer Pharmafirma.

Über Konzepte äußert sich die Stadtverwaltung noch nicht. Als thematische Stichpunkte werden die Abhängigkeit von der Gas- und Erdölindustrie genannt. „Wir müssen diversifizieren“, sagt der Oberbürgermeister. „Wo haben wir Stärken, was kann Strahlkraft entwickeln?“, stellt er rhetorisch in den Raum. Eine tolle Chance liege im neuen Gewerbegebiet „An der Grafft“ in Westercelle. Das Thema Wirtschaftsförderung sei so vielfältig, betont der Verwaltungschef, daher brauche man hier Verstärkung. Zentral wird für das neue Wirtschaftsförder-Trio die Verbesserung der City-Qualität sein, denn der Oberbürgermeister hebt während der Vorstellung deutlich, und mehr als einmal, nämlich dreimal, hervor: „Die Innenstadt ist die DNA unserer Stadt.“