Städtebauförderung: 7 Millionen Euro für Sanierung des Stadtteils Neuenhäusen

Politik Von Redaktion | am Di., 17.09.2019 - 18:50

CELLE. Gute Nachrichten hatte Monika Scherf heute bei ihrem Besuch in Celle im Gepäck. Die Landesbeauftragte überreichte Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge im Alten Rathaus den Aufnahmebescheid für das Städtebauförderungsprogramm des Landes Niedersachsen. Für die Sanierung des städtebaulichen Erneuerungsgebietes „Neuenhäusen“ bekommt die Stadt Celle nun eine erste Fördermittelrate in Höhe von 400.000 Euro. Insgesamt sollen aus Hannover in den nächsten 15 Jahren rund 7,3 Millionen Euro an Fördergeldern fließen, um die Sanierung des Gebietes zwischen Altstadt und Bahnhof voranzutreiben.

„Wir freuen uns, dass wir ein weiteres Mal ein Sanierungsgebiet in dieser Stadt erfolgreich beantragt haben. Das ist - nach Blumlage, Neustadt, Allerinsel und Altstadt - die konsequente Weiterführung der Erneuerung und Entwicklung von Stadtquartieren mit Mitteln der Städtebauförderung in Celle. Bedenkt man, dass jeder Euro aus Sanierungsmitteln rund 6 Euro an privaten Investitionen nach sich zieht, sehe ich  darin nicht nur eine städtebauliche Chance, sondern auch einen bedeutenden  Wirtschaftsfaktor“, so Stadtbaurat Ulrich Kinder.

Vor der Aufnahme ins Programm hatte die Stadt eigenen Angaben zufolge umfangreiche Planungsunterlagen vorgelegt. Städtebauliche Missstände wurden dort genauso festgehalten wie Entwicklungsziele und ein Erneuerungskonzept. Vorhandene Grün- und Freiräume, vor allem entlang der Fuhse, sollen dabei aufgewertet werden. „Die Planungen zeigen, wieviel Potenzial die Stadt hat. Ich bin mir sicher, dass die Maßnahmen den Bewohnerinnen und Bewohnern, aber auch dem Handel sehr zu Gute kommen werden“, erläuterte Monika Scherf.

Sie und ihr Team des Amtes für regionale Landesentwicklung mit Hauptsitz in Lüneburg kümmern sich unter anderem um die Bewilligung von Fördermitteln, die in diesem Fall von Bund und Land zur Verfügung gestellt werden. „Das Besondere an der Städtebauförderung ist, dass die Fördermittel jedes Jahr in Raten bewilligt werden. Eine umfangreiche Sanierung wie hier in Celle, wird sich voraussichtlich über 15 Jahre hinziehen“, erläuterte Scherf.

Bei der Stadt Celle habe man langjährige Erfahrung mit der städtebaulichen Erneuerung, etwa mit den bereits durchgeführten Sanierungsvorhaben „Blumlage“ und „Neustadt“, heißt es aus dem Neuen Rathaus. Derzeit laufen zwei weitere Sanierungsvorhaben, für die Monika Scherf am Dienstag ebenfalls die Fortsetzungsbescheide übergeben konnte.  900.000 Euro sind für die „Altstadt“ bestimmt und 315.000 Euro an neuen Fördermitteln bekommt die Gesamtmaßnahme „Allerinsel“. Beide Maßnahmen werden laut Stadt noch einige Jahre fortgesetzt.

Zum Hintergrund der Städtebauförderung teilen die Stadt Celle und das Amt für regionale Landesentwicklung mit: Städtebauliche Erneuerungsvorhaben werden im öffentlichen Interesse durchgeführt und aus Mitteln des Bundes und des Landes grundsätzlich mit zwei Dritteln der zuwendungsfähigen Kosten unterstützt. Bund und Land tragen die Förderung je zur Hälfte. Das letzte Drittel zuwendungsfähiger Kosten muss die Gemeinde aus Eigenmitteln aufbringen. Die Förderung ist laut Gesetz beschränkt auf investive und investitionsvorbereitende Maßnahmen.

In den elf Landkreisen des Amtsbezirks des Amtes für regionale Landesentwicklung Lüneburg gibt es aktuell 64 städtebauliche Erneuerungsvorhaben. Landesweit sind es sogar mehr als 270 Verfahren. Einige stehen kurz vor dem Abschluss, andere haben erst in diesem Jahr begonnen. Im Programmjahr 2019 stellen Bund und Land gemeinsam für Niedersachsen neue Städtebaufördermittel in Höhe von 121,6 Mio. Euro zur Verfügung; im Jahr 2018 waren es 121,4 Mio. Euro.