Bauen im "Corona-Takt"

Gesellschaft Von Anke Schlicht | am Do., 02.04.2020 - 18:00

CELLE. Nur die Zettel, die an den Türen oder Fenstern der Geschäfte, Restaurants und Kneipen kleben und die Botschaft der Virus-bedingten Schließung verkünden, machen den Unterschied zu einem Gang durch die Altstadt an einem Sonntag oder Feiertag. Aber es ist Alltag, und dennoch sind die Straße und Plätze verwaist, durchzieht gespenstische Leere die Gassen.

In Corona-Zeiten ist der Stadt-Spaziergänger dankbar für ein wenig der sonst überall vorherrschenden Geschäftigkeit. Drei Tiefbauer debattieren inmitten der umfassenden Südwall-Baustelle, sie ist wie die übrigen Projekte zur Stadterneuerung ausgenommen vom verordneten Corona-Stillstand, dem ein Vorteil nicht abzusprechen ist: Er bewahrt vor Stau und Umleitung - kaum ein Autofahrer, der sich ärgert über den gesperrten Südwall, kaum ein Fußgänger, der klagt über die Sperrung der Brücke zum Französischen Garten.

„Der Betrieb unserer städtischen Baustellen soll so lange wie möglich aufrecht erhalten bleiben“, teilt Stadtsprecherin Myriam Meißner auf CH-Anfrage mit. Die Nordwallarbeiten wandern nach Fertigstellung des Ostteils sowie des Kreuzungsbereiches Theo-Wilkens-Straße/Schuhstraße weiter gen Westen in den Bereich des Neumarktes. „Die Entwicklung ist derzeit kaum vorhersehbar, durch Krankheitsausfälle und Lieferschwierigkeiten von Material kann es zu Verzögerungen kommen“, sagt Meißner.

Einen Vorgeschmack auf das Frühjahr geben nicht nur die Schaufenster-Dekorationen der Boutiquen, sondern auch die Arbeiten vor dem Alten Rathaus. „Hier werden die aktuellen Schäden an den Fahrradabstellanlagen beseitigt, Bodenhülsen ergänzt und die Fahrradbügel neu ausgerichtet“, erläutert die Stadtsprecherin.

Ein wenig Zeit wird noch vergehen, bis alles fertig ist und einlädt zum Besuch einer dann hoffentlich wieder „zettellosen“ und belebten Innenstadt.