"Statt Hetze braucht es ein Ende des Geschäfts mit dem Tod" - Bündnis "Rheinmetall entwaffnen" sieht sich diffamiert

UNTERLÜSS. Derzeit werden in Unterlüß Unterschriften gesammelt für eine Online-Petition, mit der erreicht werden soll, dass ein "Friedenscamp" im Ort nicht noch einmal genehmigt wird. Grund: Vom Camp sei Vandalismus ausgegangen, zerstörte Verkehrsschilder und Zäune wurden dokumentiert. Zugleich melden sich die Akteure des Camps "Rheinmetall entwaffnen" jetzt in einer Pressemitteilung zu Wort. Darin heißt es:

"In den letzten Tagen drehte sich die Berichterstattung in der Celleschen Zeitung darum, dass vom „Rheinmetall entwaffnen“-Camp Gewalt und Sachbeschädigung ausgegangen sein soll. Dazu werden Bilder von Farbe auf einem ausgemusterten Panzer, einem Briefkasten und einer Straße präsentiert. Politiker kommen zu Wort, die  Friedensaktivist*innen als 'Chaoten' oder 'scheinheilig' bezeichnen.

'Diese Diskussionen dienen lediglich dazu, von den Inhalten der Aktionswoche abzulenken. Während die Waffen von Rheinmetall an völkerrechtswidrigen Kriegen beteiligt sind und Zivilist*innen mit Waffen aus deutscher Produktion getötet werden, sind viele nicht bereit, über ethische Probleme der Waffenproduktion zu sprechen. Wenn Rheinmetall ein Waffensystem mit „low cost to kill“ bewirbt, geht es um nichts anderes als Profite mit dem Tod. Genau darüber sollten wir streiten und nicht um Flatterband an Gartenzäunen oder ein bisschen Farbe', so Lukas Barlian vom Bündnis 'Rheinmetall entwaffnen'.

Das Bündnis 'Rheinmetall entwaffnen' hat in den vergangenen Tagen bewusst darauf verzichtet, tätliche Angriffe gegen Demonstrant*innen, lebensgefährlichen Umgang mit Kletteraktivist*innen, sowie gegen Kriegsgegner*innen gerichtete Sachbeschädigungen und Beleidigungen zu thematisieren. 'Wir wollen nicht in den Mittelpunkt stellen, wie mit uns umgegangen wird, sondern was die Folgen der Waffenproduktion sind: Tod, Zerstörung, Verletzungen und Vertreibung von Millionen Menschen', so Barlian. Dass sowohl Politiker, als auch Menschen aus der Region gegen
die Antimilitarist*innen Stimmung machen überrascht ihn nicht: 'Mit unserem Protest legen wir den Finger in die Wunde – kein Wunder, dass daraufhin einige anfangen zu schreien.'

Solange Rheinmetall Produkte herstellt, die Zerstörung und Gewalt anrichten, gibt es für das Bündnis Gründe für Protest. Es braucht Lösungen, die ein Ende der Waffenproduktion zum Ziel haben. Das Bündnis „Rheinmetall entwaffnen“ bedankt sich deshalb besonders bei den Einwohner*innen von Unterlüß, die trotz Vorbehalten zu Gesprächen bereit waren. Statt Hetze braucht es endlich ein Ende vom Geschäft mit dem Tod."