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Justizministerin Havliza: „Vorgänger Dr. Götz von Olenhusen hat die Justiz in Niedersachsen maßgeblich geprägt“

Stefanie Otte ins Amt als Präsidentin des Oberlandesgerichtes Celle eingeführt

02.11.2018 - 18:33 Uhr     CELLEHEUTE    0
Fotos: Peter Müller


CELLE. Die niedersächsische Justizministerin Barbara Havliza hat heute im Großen Festsaal des Celler Schlosses Stefanie Otte in ihr Amt als Präsidentin des Oberlandesgerichts Celle eingeführt. Zugleich verabschiedete die Ministerin den Vorgänger in diesem wichtigen Amt, Dr. Peter Götz von Olenhusen, und bedankte sich bei ihm für seine herausragenden Verdienste um die niedersächsische Justiz. In einer Grundsatzrede betonte die Ministerin zudem die Bedeutung der Unabhängigkeit der Justiz für den Zusammenhalt der Gesellschaft.



„Dr. Götz von Olenhusen gilt mein herzlicher und ganz persönlicher Dank. Über einen Zeitraum von insgesamt 38 Jahren hat er die Justiz in Niedersachsen maßgeblich geprägt, davon elf Jahre als Präsident des Oberlandesgerichts Celle. Was im November 1982 bei der Staatsanwaltschaft Hannover begann, entwickelte sich zu einer beeindruckenden Justizkarriere und hat hier in Celle beim Oberlandesgericht – in unmittelbarer Nähe zum Welfenschloss – seinen „krönenden“ Höhepunkt gefunden. Und auch die vielleicht nachhaltigste Entwicklung der Justiz in den letzten Jahrzehnten ist untrennbar mit dem Namen Götz von Olenhusen verbunden – die Gerichtsmediation. Seine Pionierarbeit hat dazu beigetragen, dass sich die Gerichtsmediation schnell bundesweit etabliert hat und heute als Güterichterverfahren gesetzlich normiert ist. Ich wünsche Dr. Götz von Olenhusen für seinen weiteren Lebensweg Wohlergehen, Zufriedenheit und vor allem Gesundheit!“, so Havliza.

Der neuen Präsidentin Stefanie Otte wünschte die Justizministerin sodann Tatkraft, Erfolg und Freude in ihrem neuen Amt. „Stefanie Otte hat eine beeindruckende Karriere in der niedersächsischen Justiz gemacht. Diese begann bei der Staatsanwaltschaft Lüneburg in der Außenstelle Celle, führte über das Oberlandesgericht Celle, fand im Juni 2015 ihren vorläufigen Höhepunkt in der Ernennung zur Staatssekretärin im Justizministerium und mündet nun in der Leitung des größten Oberlandesgerichts in Niedersachsen. Ich bin davon überzeugt, dass das Gericht, die immer wieder einzufordernde Unabhängigkeit der Justiz und die damit verbundene Verantwortung bei Stefanie Otte in den besten Händen liegen!“

Bei dem Thema Unabhängigkeit der Justiz wurde die Ministerin grundsätzlich. Mit Blick auf Entwicklungen in Mitgliedstaaten der Europäischen Union, aber auch mit Blick auf jüngere Vorkommnisse in Deutschland („Sami A.“) forderte die Ministerin Respekt vor dem Rechtsstaat und der Unabhängigkeit der Justiz. „Eine unabhängige dritte Gewalt im Staat ist weder Selbstverständlichkeit noch Selbstzweck. In einem Rechtsstaat darf keine Macht über dem Recht stehen. Niemand darf sich über das Prinzip des allgemeinen Rechts stellen, auch keine Mehrheit. Dies gilt es gerade auch in hoch emotional geführten Auseinandersetzungen zu beachten. Die Herrschaft des Rechts ist mehr als eine bloße Regel. Sie ist eine unverzichtbare Bedingung für die Herstellung von Rechtsfrieden und damit der Kitt, der eine Gesellschaft zusammenhält“, betonte Havliza.

Aber auch die Justiz müsse sich, ihr Handeln und ihr Auftreten immer wieder hinterfragen, so die Ministerin. „Zweifellos geht mit einer enormen Machtfülle auch eine große Verantwortung der Justiz und ihrer Repräsentanten einher. Ich halte es daher für außerordentlich wichtig, sich dieser besonderen Aufgabe und der damit einhergehenden Verantwortung stets bewusst zu sein und jederzeit danach zu handeln. Vor diesem Hintergrund sollten wir auch unser eigenes Verhalten immer wieder reflektieren. Wir müssen uns selbst vor Augen führen, welche Bilder wir von Recht und Rechtsprechung erzeugen und zu den Menschen transportieren, die mit uns in Berührung kommen.“

Viten

Dr. Peter Götz von Olenhusen, Präsident des Oberlandesgerichts a.D., 66 Jahre alt, geb. 1952, verheiratet, vier Kinder

1972 bis 1977:            Studium in Bonn
1977:                          Erstes Staatsexamen
1979 bis 1981:            Referendariat im Bezirk des Oberlandesgerichts Celle
1981:                            Zweites Staatsexamen
1982:                          Richter auf Probe im OLG-Bezirk Celle
1985:                          Richter am Landgericht Göttingen
1987:                          Richter am Amtsgericht Celle
1990:                          Richter am Oberlandesgericht Celle
1995:                            Vizepräsident des Landgerichts Göttingen
1997:                            Präsident des Landgerichts Göttingen
2005:                          Ministerialdirigent im Niedersächsischen Justizministerium
2006:                          Präsident des Oberlandesgerichts Celle

Darüber hinaus:
1992:                          Organisation des Deutschen Juristentags in Hannover
seit 1992:                    Mitglied des Landesjustizprüfungsamtes
1998 bis 2004:            Vorsitzender des Präsidialrats für die ordentliche Gerichtsbarkeit in Niedersachsen
seit 2007:                    Mitglied des Niedersächsischen Staatsgerichtshofs,
seit 2016:                    Präsident des Verfassungsgerichtshofs der Evangelischen Kirche Deutschlands
2006-2018:                 Mitglied der Ständigen Deputation des Deutschen Juristentages

 

Stefanie Otte, Präsidentin des Oberlandesgerichts, 51 Jahre, geb. 1967, verheiratet, drei Kinder

1987 bis 1990:            Studium an der Niedersächsischen Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege in Hildesheim, Abschluss zur Diplom-Rechtspflegerin
1991 bis 1996:            Studium der Rechtswissenschaften in Osnabrück
1996:                          Erstes Staatsexamen
1996 bis 1999:            Referendariat im Bezirk des Oberlandesgerichts Braunschweig
1999:                          Zweites Staatsexamen
1999 bis 2003:            Richterin auf Probe in Sachsen-Anhalt
2003:                          Richterin am Amtsgericht Celle
2007:                          Abordnung an das Oberlandesgerichts Celle
2009:                          Richterin am Oberlandesgericht Celle
2013:                          Leiterin des Personalreferats im Niedersächsischen Justizministerium
2014:                          Leitende Ministerialrätin und stellvertretende Leiterin der Zentralabteilung (Haushalt, Personal und Organisation) im Niedersächsischen Justizministerium
2015:                            Staatssekretärin im Niedersächsischen Justizministerium
2018:                          Präsidentin des Oberlandesgerichts Celle



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