Steuerkreis der Hochwasser-Partnerschaft Fuhse-Aue-Erse tagte

Umwelt Von Extern | am Fr., 07.02.2020 - 18:00

PEINE/FLOTWEDEL. Zufrieden mit dem Verlauf der Arbeiten für das integrierte Konzept zeigten sich die Mitglieder des Steuerkreises der Hochwasser-Partnerschaft Fuhse-Aue-Erse. „Die Arbeit geht gut voran. Das ist dem engagierten Einsatz alle Mitarbeitenden in den Arbeitskreisen zu verdanken. Dafür unseren herzlichen Dank“, sagte Sprecherin Maren Wegener bei der jüngsten Sitzung in Peine. 15 Partner engagieren sich in dieser Partnerschaft für einen effizienten und nachhaltig aufgestellten Hochwasserschutz, der grenzüberschreitend die Flussgebiete betrachtet.

„Es wurden bereits rund 50 Maßnahmen mit Unterstützung der verschiedenen Partner in den Regionen identifiziert. Wir prüfen nun weitere Maßnahmen, die dann gemeinsam in den Katalog einfließen und im Anschluss priorisiert werden sollen", so Wegener. Der Ansatz, möglichst früh mit den an den Flussgebieten beteiligten Interessengruppen einen intensiven Dialog auf Augenhöhe zu führen, habe sich bewährt. Das hätten die Erfahrungen der letzten Wochen gezeigt, sind sich Maren Wegener, Bürgermeisterin in Lengede, und ihr Kollege Helfried H. Pohndorf, Bürgermeister der Samtgemeinde Flotwedel und stellvertretender Sprecher der Hochwasser-Partnerschaft Fuhse-Aue-Erse, einig. „Neben den Kommunen, den Fachinstitutionen und Vertretern der Landwirtschaft habe sich auch die Mitwirkung der Unterhaltungsverbände und nicht zuletzt der Feuerwehren bereits sehr positiv bemerkbar gemacht. "Mit diesen engagierten Partnern nehmen wir ganz unterschiedliche Interessen und damit Blickwinkel auf Projekte frühzeitig auf. Hochwasser- und Naturschutz sowie die verschiedenen Nutzungsinteressen sind dabei im Fokus", so Wegener und Pohndorf.

Vier Arbeitskreise haben die regionalen Besonderheiten im Blick 

Bewährt habe sich auch die Idee, regionale Arbeitsgruppen zu bilden, deren Akteure die Besonderheiten der jeweiligen Flussgebietsabschnitte bereits sehr gut kennen und damit wertvolle Detailinformationen liefern können. Der Steuerkreis bringt diese Ideen aus den Regionen dann wieder zusammen. Vier Arbeitskreise wurden gebildet und haben in den letzten Monaten bereits erste vielversprechende Projekte identifiziert: 
Fuhse-Nord:         17 Maßnahmen 
Fuhse-Mitte:        11 Maßnahmen 
Fuhse-Süd:        12 Maßnahmen     
Aue-Erse:          5 Maßnahmen
In den kommenden Wochen sollen über diese ersten Projektansätze hinaus weitere Maßnahmen im Flussgebiet identifiziert und bewertet werden. Dieses erfolgt durch die Ingenieure, die sich dabei immer auch mit den Arbeitsgruppen rückkoppeln werden.

Acht Schwerpunkte im Blick – Priorisierung der Maßnahmen erfolgt 

Bei der zweiten Sitzung des Steuerkreises in Peine wurde deutlich, dass mit diesem integrierten Ansatz, dem sich die 15 Partner widmen, gleich bis zu acht verschiedene Lösungsansätze in den verschiedenen Projektideen verfolgt werden. „Wir haben neben Rückhaltebecken, Linienschutz und Poldern sowie der Abflusssteuerung auch den Objektschutz, die Gewässerunterhaltung sowie die Gewässer- und Auenentwicklung mit im Blick. Erstmals widmen wir uns auch gleich zu Beginn stark der Starkregenvorsorge“, berichtet Ingenieurin Beatrice Kausch vom Wasserverband Peine. „In diesen acht Kategorien spiegelt sich die erfolgreiche, integrative Trias von technischen und naturräumlichen Lösungen gemeinsam mit der Vorsorge wider“, erläutert Kausch. Dieser Dreiklang habe bereits gute Erfolge bei der Flussgebietspartnerschaft Nördliches Harzvorland gezeigt. Hochwasserschutz und Gewässerentwicklung können und sollen sich gegenseitig positiv unterstützen. Diesem Ansatz folge man auch in dieser Hochwasser-Partnerschaft an den drei Flüssen Fuhse, Aue und Erse. 
„Wir werden weiter mit viel Energie an der Aufstellung unseres priorisierten Maßnahmeplans arbeiten“, blicken Wegener und Pohndorf voraus. Eine weitere Steuerkreissitzung wird sich gleich nach den Sommerferien mit dem weiteren Verlauf der Konzeptideen und deren Priorisierungen beschäftigen. Bis Ende 2020 soll der priorisierte Maßnahmeplan aufgestellt sein. 

Hintergrund: 
Die 15 Partner der 2019 gegründeten Hochwasser-Partnerschaft sind: Stadt Celle, Gemeinde Edemissen, Samtgemeinde Flotwedel, Gemeinde Ilsede, Gemeinde Lengede, Stadt Peine, Regionalverband Großraum Braunschweig, Stadt Salzgitter, Gemeinde Schellerten, Gemeinde Söhlde, Gemeinde Uetze, Gemeinde Vechelde, Samtgemeinde Wathlingen, Gemeinde Wendeburg und der Wasserverband Peine. Die Hochwasser-Partnerschaft Fuhse-Aue-Erse mit ihrem grenzüberschreitenden, integrativen Ansatz wird vom Land Niedersachsen mit 160.000 Euro aus dem Bau- und Finanzierungsprogramm gefördert. Die Laufzeit des Projekts beträgt zwei Jahre.