CELLE. Auf Initiative der Bildungsstätte Anne Frank haben der Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten und andere Vertreter namhafter Einrichtungen der historisch-politischen Bildung einen offenen Brief an Bundesinnenminister Horst Seehofer geschrieben. Darin wird gefordert, die AfD-nahe Desiderius-Erasmus-Stiftung einer fachlichen Überprüfung durch unabhängige Experten zu unterziehen. Zu den Erstunterzeichnern gehören Vertreter etablierter deutscher Einrichtungen der historisch-politischen Bildung, Gedenkstätten und internationaler Überlebenden-Organisationen sowie Wissenschaftler im Feld NS-Geschichte und Erinnerungskultur.

Anlass zu der Petition waren geschichtsrevisionistische Äußerungen u.a. des Kuratoriumsvorsitzenden der Desiderius-Ersamus-Stiftung Max Otte. „Mindestens ebenso problematisch wie Max Otte ist zudem sein Stellvertreter in der Desiderius-Erasmus-Stiftung, Karlheinz Weißmann“, ergänzt Jens-Christian Wagner, Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten. „Der ideologische Vorkämpfer der Neuen Rechten mit deutlichen Verbindungen in den Rechtsextremismus gilt schon seit den 1990ern als einer der bekanntesten Geschichtsrevisionisten in Deutschland“, so der Historiker Wagner. Karlheinz Weißmann ist Geschichtslehrer im südniedersächsischen Northeim.

„AfD-Politikerin Alice Weidel möchte die Desiderius-Erasmus zur „Ideenschmiede für die AfD“ machen und damit die politische Meinungsbildung im Land im Sinne der Rechtspopulisten beeinflussen. Die Stiftung wird Stipendien an Studierende vergeben, wissenschaftliche Forschungsaufträge erteilen und Parteimitglieder weiterbilden. Mit Steuergeldern wird die AfD damit in die Schulen, Universitäten und Kulturinstitutionen hineinwirken“, kritisieren die Unterzeichner der Petition.

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