BERLIN/CELLE.  Harmonie und Entspannung – wer wünscht sich das nicht zu Weihnachten? Doch allzu oft lösen zu hohe Erwartungen und Perfektionsdrang Weihnachtsstress aus. „Muss nicht sein“, sagt Anne Waterstraat von der DRK-Familienberatungsstelle in Berlin und gibt drei Tipps für wirklich frohe Weihnachten:

1. Weniger ist mehr: „Überlegen Sie sich, was wirklich wichtig ist für Sie. Das kann auch bedeuten, sich von alten Ritualen zu   trennen: Treffen mit der Verwandtschaft sollten nicht dazu führen, von einem Termin zum nächsten zu hetzen. Fragen Sie sich: Tue ich das, weil ich es gern möchte, oder weil ich mich dazu verpflichtet fühle? Lässt sich die Zeit des Treffens verkürzen und die Besuche begrenzen, wenn lange genug vorher darüber gesprochen wird?
Getrennt lebende Eltern sollten nicht darum kämpfen, möglichst viel Zeit mit den Kindern unbedingt an den Feiertagen zu verbringen! Wichtig für die Kinder ist, dass die gemeinsame Zeit entspannt und fröhlich verbracht wird. Selbst die Bescherung kann man auch an anderen Tagen nachholen.
Hüten Sie sich vor allzu hohen Erwartungen: Es geht nicht um Perfektion bei Essen, Dekoration oder Geschenken. Um die Kinder nicht mit Präsenten zu überhäufen, kann die Verwandtschaft zusammen etwas Größeres schenken. Die Geschenke sollten in gemeinsamer Runde nacheinander ausgepackt werden, damit alle dabei zusehen und die Freude bewusster wahrgenommen wird.“

2. Rechtzeitig die Aufgaben verteilen: „Wenn alle rechtzeitig wissen, was sie zu tun haben und dass sie mit anpacken sollen, ist Weihnachten im wahrsten Sinne des Wortes ein gemeinsames Fest.“

3. Probleme zulassen: „Sie gehören zu jeder Familie. Besonders zu Weihnachten sind Konflikte und Spannungen aber nicht leicht auszuhalten. Erinnern Sie sich: In der Weihnachtsgeschichte geht es um eine Familie mit Angst, Existenzsorgen und Armut. Akzeptieren Sie, dass auch schwierige Gefühle zu Weihnachten gehören, wie zum Leben insgesamt. Vereinbaren Sie bei einem schwelenden Konflikt in der Familie, das Thema ‚innerlich zu parken´ und nicht an den Weihnachtstagen aufzutischen.
Falls Krisen ausbrechen oder Themen sich zuspitzen, liegt vielleicht eine Chance darin, im neuen Jahr den Mut aufzubringen, sich Hilfe zu suchen – in einer Familienberatung, Paarberatung, Psychotherapie oder anderen der vielfältigen Angebote von psychosozialer Hilfe.“

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