SÜLZE. Die Tierwelt in Sülze verzeichnet einen Zuzug neuer Mitbewohner. Kürzlich haben mehrere tausend Bachforellen-Brütlinge mithilfe von Mitgliedern des Angelsportclubs ihren Wohnort von der Wolthäuser Bruthütte in den Neuen Bach verlegt.

An mehreren Stellen des Neuen Bachs setzten Jan Dienelt, stellvertretender Gewässerwart des Angelsport-Clubs Sülze (ASC), und Linus Helms aus der Jugendabteilung des ASC den Fischnachwuchs aus. „Das Ziel ist es“, so Dienelt, „den Bestand an Bachforellen in der Örtze zu unterstützen.“ Denn dieser sei seit über zehn Jahren rückläufig. Der Grund hierfür liege unter anderem in der Lebensweise der Forellen und der Einwirkung des Menschen auf ihr Biotop: „Forellen nutzen zum Laichen die Kiesbetten kleinerer Fließgewässer. Diese werden aber durch den Menschen zunehmend zu reinen Bewässerungsgräben umgebaut und maschinell freigeräumt. Dabei werden die Kiesbetten zerstört.“ Eine Möglichkeit sei, die Gräben per Hand freizuräumen, was natürlich zeitaufwändiger sei, den Lebensraum der Tiere aber schone. Dies werde vom ASC auch am Neuen Bach praktiziert, reiche jedoch allein nicht aus, den Fortbestand der Forellen-Population zu schützen.

Somit beteilige man sich regelmäßig an der Besatzmaßnahme, an der seit über zehn Jahren mehr als 30 Angelvereine zwischen Aller und Seeve teilnehmen. Die hierbei verwendeten Brütlinge stammen aus zertifizierten Zuchtanlagen wie der Bruthütte in Wolthausen, die dem Anglerverband Niedersachsen gehört und von Mitgliedern des Wolthausener Sportfischervereins betreut wird. Von dort stammen auch die neuen Sülzer Mitbewohner – die allerdings als Jungfische nach ein bis zwei Jahren in die Örtze weiterziehen werden. Der Neue Bach ist daher eher ihre Kinderstube als ihr Dauerwohnsitz. Im besten Fall kehren sie nach zwei bis drei Jahren als ausgewachsene Tiere zurück, um dort selbst zu laichen.

Text: Sebastian Salie

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