Klimaschutz: FFF aus der Sicht einer besorgten Großmutter

Leserbeiträge Von Extern | am Do., 10.10.2019 - 09:00

Sybille Müller schreibt zum Klimaschutz und Fridays for Future: "Im Netz kursieren viele Kommentare, ach wie nachhaltig wir doch früher gelebt haben. Ja, das ist fraglos richtig. Aber seien wir ehrlich, wer aus unserer Generation möchte denn wieder dahin zurück? Hinter den vielfach idealisierten Erinnerungen verbarg sich jede Menge harter Knochenarbeit und wir haben die Neuerungen, die sich mit der Entwicklung der Technik geboten haben, gerne aufgenommen und die damit verbundenen Bequemlichkeiten genossen.

Wenn heute geschimpft und gemeckert wird, dass die Jugend nur noch am Smartphone oder am PC hängt, wir haben es ihnen doch so vorgelebt. Ich erinnere mich an viele, von uns damals leicht bespöttelte „Mister und Misses Wichtig“ als die ersten Handys auf den Markt kamen. Sie konnten gar nicht laut genug in den Cafes oder Restaurants telefonieren, damit auch jeder in der Umgebung mitbekam, dass er/sie sich schon so ein mobiles Telefon leisten konnte. Wie gerne haben wir die ersten Spiele am Computer gespielt und für die Arbeit waren sie schon bald unverzichtbar. 

Der Umwelt wurde in der Tat dabei kaum Beachtung geschenkt. Im Gegenteil, völlig überzogene Hygienerichtlinien verdonnerten uns zu immer mehr Plastikverpackungen. Vieles andere mehr ließe sich hier noch aufführen.

Ja, die Jugendlichen haben Recht. Es muss sich weltweit etwas in den Köpfen ändern.  Was mich bei der ganzen Diskussion stört ist, dass viele in einen überstürzten Aktionismus verfallen und dass in der Elektromobilität und der Solarenergie das Allheilmittel gesehen wird.   Ich sehe, dass wir das Problem damit leider nur aus unserem Blickfeld verlagern. Es scheint uns nicht zu kümmern, wie die Rohstoffe, die für die Batterien gebraucht werden, gewonnen werden. Welchen irreversiblen Schaden wir der Umwelt damit antun.  Es ist ja nicht direkt vor unserer Haustür!

Das Starren nur auf die CO2- Werte ist sicherlich nicht die Lösung schlechthin. Glaubt man anderen Wissenschaftlern, lagen sie früher wesentlich höher. Ich wünsche mir für alle nachfolgenden Generationen und vor allem für unseren Planeten, dass man sachlich und unter Abwägung aller Für und Wider und unter Hinzuziehung der unterschiedlichen wissenschaftlichen Bereiche zu Lösungen findet, die letztendlich wirklich die Welt retten.