CELLE. Die SPD-Fraktion der Stadt Celle stellt den Antrag, in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt des Landkreises eine systematische Gesundheitsberichterstattung in der Kommune aufzubauen. Anhand der Ergebnisse könnten dann konkrete Maßnahmen zum Wohle der Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt und des Landkreises zur Gesundheitsförderung und Primärprävention in Schulen und Kitas, aber auch am Arbeitsplatz und Wohnort, eingeleitet und umgesetzt werden. „Sowohl die Weltgesundheitsorganisation als auch die kommunalen Spitzenverbände sowie der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung empfehlen, einen solchen qualitativen Entwicklungsrahmen für die Kommunen zu implementieren“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Dr. Jörg Rodenwaldt. In einer Pressemitteilung erläutert er die Hintergründe:

Gesundheitsprävention ist ein wichtiges Thema. Denn Erkrankungszahlen und Gesundheitskosten für lebensstilbedingte Erkrankungen wie bei Typ-2-Diabetes steigen kontinuierlich an. „Beispielsweise kann bei Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes und chronischer Bronchitis von einem zwei- bis dreifach erhöhtem Erkrankungsrisiko in den sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen gesprochen werden“, zitiert Michael Rühe, SPD-Ratsherr, den Privatdozenten Dr. Thomas Lampert vom Robert Koch Institut in Berlin.
„Städte, Gemeinden und Landkreise gestalten die Lebensbedingungen der Bürger maßgeblich mit und besitzen dadurch einen großen Einfluss auf deren Gesundheitschancen. Aufgrund ihres verfassungsmäßigen Selbstverwaltungsrechts kommt ihnen für die kommunale Gesundheitsförderung eine wichtige Funktion zu“, meint der Fraktionsvorsitzende Dr. Jörg Rodenwaldt (SPD).
Da Krankheiten und ihre Risikofaktoren in der Bevölkerung sozial bedingt ungleich verteilt sind, ist gerade Menschen in sozial benachteiligter Lage bei der Gesundheitsförderung ein besonderes Augenmerk zu widmen. „In einer Stadt wie Celle können alle Menschen mit Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Primärprävention ohne Stigmatisierung in ihren alltäglichen Lebenszusammenhängen (Setting) erreicht werden“, erläutert Rühe. Er erklärt weiter: „Als Setting werden diejenigen Lebensbereiche bezeichnet, in denen die Menschen den größten Teil ihrer Zeit verbringen wie Schule, Kita, Wohnort, Arbeitsplatz und stationäre Pflegeeinrichtungen und die einen besonders starken Einfluss auf die Gesundheit haben. In den Settings können gesundheitsrelevante Rahmenbedingungen gezielt unter Einbeziehung und Mitwirkung der Betroffenen verbessert werden“. Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass durch sogenannte Setting-Projekte insbesondere auch die Zielgruppe der sozial Benachteiligten, die selten an Kursen teilnimmt, erreicht wird.

 

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