ESCHEDE. Es ist Donnerstag, früher Vormittag. Ein junger Mann lädt Brot, Brötchen und Kuchen aus seinem Auto aus und bringt dieses in das von der evangelischen Kirche bewirtschaftete Christopherushaus in der Osterstraße in Eschede. Kurze Zeit später kommen weitere ehrenamtliche Mitarbeiter, um Lebensmittel an Hilfsbedürftige und sozial benachteiligte Escheder zu sortieren, verpacken und auszugeben.

Die Verein Tafel in Eschede ist ein Ableger der Hermannsburger Tafel, die auch Außenstellen in Unterlüß und Bergen hat. „Essen wo es hingehört!“ ist der Wahlspruch der ehrenamtlichen Einrichtung. Mindestens dreimal in der Woche holen im Moment meist ältere Frauen Lebensmittel und Verbrauchsgüter bei Supermärkten und Bäckereien ab, um diese im Christopherushaus bis zur Ausgabe zu lagern. „Es ist schwer, Bürger zu finden, die sich ehrenamtlich für andere, denen es schlechter geht, einsetzen und helfen“, weiß Heike Stöckmann, eine der Koordinatoren der Escheder Tafel. Eingesammelt werden Waren, die sich durch nur noch kurze Haltbarkeitszeiten oder kleine Defekte wie auf- oder angerissene Verpackungen oder Überproduktion nur noch schwer verkaufen lassen oder nicht mehr verkauft werden dürfen. Zusätzlich ist die Tafel auf Spenden aus der Bevölkerung angewiesen um eine angemessene und ausreichende Verteilung an Notleidende zu gewährleisten.

An jedem Donnerstag werden dann die Waren sortiert und an die Empfänger verteilt. Jeder, der durch Nachweis belegen kann, dass er Leistungen nach SGB II (Hartz IV), SGB XII und Grundsicherung im Alter bezieht oder Asylbewerber/Flüchtling ist, darf sich für einen Unkostenbeitrag von € 1,00 pro Person zur Ausgabe anmelden. Die Zuteilung der Lebensmittel erfolgt durch die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Tafel nach Maßgabe der Bedürfnisse der Empfänger. Beispielsweise wird auf Essgewohnheiten wie fleischlose Ernährung oder Unverträglichkeiten Rücksicht genommen. Derzeit unterstützt die Escheder Tafel 27 Personen, darunter sind sechs Familien.

Die Tafel finanziert sich ausschließlich durch Geld- und Sachspenden und ist gerade in Bezug auf die Organisation auf Helfer angewiesen. Jeder, der sich für eine Mitarbeit interessiert, kann sich an Angelika Schmidt-Falkenberg unter Tel.: 0174-4040091 wenden.

Text/Fotos: Sascha Alius

Sie müssen sich registrieren oder anmelden, um diesen Beitrag zu kommentieren.