Tag des Einbruchschutzes: Polizei gibt Tipps zur Prävention

Polizei + Feuerwehr Von Extern | am Fr., 23.10.2020 - 18:55

CELLE. Am kommenden Wochenende werden die Uhren wieder auf Winterzeit gestellt. Aus diesem Anlass gibt es seit vielen Jahren den "Tag des Einbruchschutzes", der jedes Jahr am letzten Sonntag im Oktober - der Tag, an dem die Uhr von der Sommerzeit auf die Normalzeit umgestellt wird - im Zeichen des Einbruchschutzes steht. Diesen Aktionstag nutzt die Polizei gezielt dazu, die Bürger über optimale Schutzmöglichkeiten aufzuklären. In den vergangenen Jahren war das Präventionsteam der Celler Polizei im Rahmen dieses Aktionstages immer mit einem Informationsstand in der Celler Innenstadt präsent. Coronabedingt verzichtet die hiesige Polizei in diesem Jahr bewusst auf diese Art der Sensibilisierung, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Dafür informiert die Polizei Celle in einer Pressemitteilung ausführlich darüber, was man tun kann, um das Einbruchsrisiko zu minimieren:

Der polizeilich registrierte Trend des Rückgangs der Wohnungseinbrüche setzte sich auch im letzten Jahr in Celle weiter fort. Es gab in Stadt und Landkreis Celle nur noch 240 Fälle, davon 92 Taten (rund 40 Prozent), die schon im Versuchsstadium scheiterten. Positiv zu erwähnen ist die Tatsache, dass dabei die Aufklärungsquote der Celler Polizei in diesem Deliktsbereich auf einen extrem hohen Wert von 36,67 % (2018:23,17 %) stieg. Nicht zuletzt ein Erfolg aus guter Präventions- und Ermittlungsarbeit sowie der verstärkten Aufmerksamkeit in der Bevölkerung.

Wohnungseinbruch ist ein Phänomen, welches das Sicherheitsgefühl und das Wohlbefinden der Menschen nachhaltig beeinträchtigt. Den Betroffenen machen die Verletzung der Privatsphäre, das verloren gegangene Sicherheitsgefühl oder auch schwerwiegende psychische Folgen, die nach einem Einbruch auftreten können, häufig mehr zu schaffen als der rein materielle Schaden. Umso wichtiger ist es, dafür Sorge zu tragen, dass entsprechende Taten verhindert werden. Das Thema Einbruchschutz bildet in der Arbeit der polizeilichen Kriminalprävention einen besonderen Schwerpunkt. Ziel ist es, die Bevölkerung noch intensiver als bisher für eine wirksame Einbruchsprävention zu sensibilisieren, denn ist es einmal passiert, sitzt der Schock bei vielen Menschen tief.

Mit Beginn der dunklen Jahreszeit steigt auch die Einbruchsgefahr - die Taten nahmen in den letzten Tagen bereits zu. Auch wenn die Zahl der Einbrüche in den letzten vier Jahren deutlich gesunken ist, viele Einbrüche werden unverändert in den Herbst- bzw. Wintermonaten begangen. Entgegen landläufiger Meinung erfolgen Einbrüche häufig zur Tageszeit, wenn die Bewohner nicht zu Hause sind, also zur Schul-, Arbeits- und Einkaufszeit, oder aber auch am frühen Abend. Hierbei kommt den Tätern die nun wieder früher eintretende Dunkelheit entgegen. In der Polizeiinspektion Celle ist dessen Präventionsbeauftragter, Kriminalhauptkommissar Christian Riebandt, wieder verstärkt unterwegs, um den Bürgerinnen und Bürger in Sachen Einbruchschutz mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Beratungstermine vor Ort führt die Polizei kostenlos und neutral durch. Dabei geht es immer um die zentralen Fragen: Wie kann ich mein Haus gegen Einbrecher sichern? Welche Vorkehrungen kann jeder selbst treffen? Warum ist es wichtig, Verdächtiges auch der Polizei zu melden? "Ein wichtiger Schutz ist und bleibt, neben mechanischen Vorkehrungen, das eigene Verhalten", erklärt Riebandt. "Oftmals sind es kleinere Vorkehrungen, die helfen, den Einbrecher zu vertreiben. Es gilt: Je schwerer Sie dem Einbrecher das Leben machen, desto eher lässt er von der Tat ab. Denn Einbrecher haben keine Zeit.

Christian Riebandt gibt Tipps, wie Sie Ihr Eigentum schützen können: "Machen Sie es den Einbrechern schwer"! Einbrecher lassen sich oftmals schon von gut gesicherten Fenstern und Türen und einer guten Beleuchtung von Haus und Hof abschrecken. Denn sie suchen die "günstige Gelegenheit", um schnelle Beute zu machen. Sie wollen schnell ins Haus, schnell etwas finden und auch schnell wieder wegkommen. Vor allem aber wollen sie nicht erwischt werden. Und genau hier liegt die Chance für Hausbesitzer: Rund 40 Prozent aller Einbruchsversuche scheitern nämlich, weil Wohnungen oder Häuser gesichert sind. Schließlich sind meistens nicht Profis mit schwerem Gerät am Werk. Vielmehr handelt es sich oftmals um Gelegenheitstäter, die mit Schraubendrehern schlecht gesicherte Türen oder Fenster aufhebeln. Um diesen Tätern von vornherein erfolgreich ins Handwerk zu pfuschen, müssen keineswegs immer gleich teure technische Sicherungen - wie etwa eine Alarmanlage - zum Einsatz kommen.

Gute Dienste leisten zusätzliche mechanische Sicherungen an Türen und Fenstern - sie schrecken viele Täter ab und sind deshalb eine gute Investition. Durch staatliche Förderungen werden Modernisierungsmaßnahmen rund um den Einbruchschutz bezuschusst. Wer sich für den Einbau von mechanischer oder auch elektronischer Sicherheitstechnik durch einen Fachmann entscheidet, der erhält bis zu 20 Prozent Zuschuss vom Staat. Gerade diese finanzielle Unterstützung des Staates stellt für viele Bürger den Anreiz dar, mehr Sicherheit in Haus oder Wohnung einzubauen, ergänzt Christian Riebandt. Licht gegen Einbrecher - gerade in der dunklen Jahreszeit verringert sich das Risiko entdeckt zu werden für den Einbrecher noch einmal erheblich. Nach Einschätzung des polizeilichen Sicherheitsexperten ist "Licht" eines der probatesten Mittel gegen Einbruch. Beleuchten Sie daher Teile des Hauses, beispielsweise mittels Steh- oder Tischlampen unter Zuhilfenahme von Zeitschaltuhren. Betreiben sie also eine "Anwesenheitssimulation", erklärt der Präventionsbeauftragte. Bereits ein heller Eingangsbereich schreckt viele Diebe ab. Neben dem eigenen Verhalten und den mechanischen Sicherheitsvorkehrungen kann eine gute Nachbarschaft unter dem Motto "Vorsicht Wachsamer Nachbar" hilfreich sein. Generell gilt: "Nachbarn sind der beste Schutz vor einem Einbruch! Haben Sie keine Scheu, fremde Personen auf dem Nachbargrundstück anzusprechen oder sich Kennzeichen von unbekannten Fahrzeugen zu notieren." so Riebandt weiter. Über die Notrufnummer 110 der Polizei sind "Rund-um-die-Uhr" die richtigen Ansprechpartner zu erreichen! Im Zweifel gilt: Lieber einmal zu oft anrufen, als einmal zu wenig.

Kostenlose und neutrale Beratungen vor Ort zum Thema "Einbruchschutz" können jederzeit mit Kriminalhauptkommissar Christian Riebandt, unter Telefon 05141/277-208 oder per Mail an christian.riebandt@polizei.niedersachsen.de vereinbart werden. Dieser Service richtet sich sowohl an Privatpersonen als auch an Gewerbetreibende. Weitere Informationen gibt es unter www.polizei-beratung.de oder www.k-einbruch.de