CELLE. Anlässlich des bundesweiten „Tag des Gartens“ erinnert der NABU an die Möglichkeit, Hausgärten naturnäher und damit als Nahrungsquelle für Insekten und Vögel zu gestalten. Der Tag des Gartens wird am zweiten Sonntag im Juni in Deutschland begangen und soll die Bedeutung des Gartens – und vor allem des Kleingartens – in das öffentliche Bewusstsein rücken.

„Die Ergebnisse der NABU-Aktion ‚Stunde der Gartenvögel‘ zeigen, dass es besonders insektenfressenden Arten, wie Blau- und Kohlmeisen, derzeit schwer haben ausreichend Nahrung zu finden. Auch in diesem Jahr sind ihre Bestände erneut geschrumpft“, sagt Andrea Pohlen, Leiterin der NABU-Regionalgeschäftsstelle Heide-Wendland. Vögel, Wildbienen, Falter und Libellen – viele Arten finden laut Pohlen in einem Naturgarten einen passenden Platz und Nahrung. Einen Garten naturnah zu gestalten, sei gar nicht so schwer und müsse auch nicht auf einmal umgesetzt werden.

„Egal ob der Garten fünf oder 500 Quadratmeter groß ist: Für einige heimische Sträucher, etwas Fassadengrün oder einen kleinen Wildblumenfleck ist immer Platz. Leider finden sich in vielen Hausgärten und auch Parkanlagen vielfach anstelle der heimischen Wildsträucher exotische Pflanzen, die als Ziergehölze angesiedelt wurden. Diese sind zwar schön anzusehen, für wildlebende einheimische Tiere bieten sie jedoch kaum Brut- und Nahrungsmöglichkeiten“, sagt Andrea Pohlen. Ein klassisches Beispiel hierfür sei die Forsythie. Sie bringe früh im Jahr etwas Farbe in den Garten, da die Blüten jedoch weder Pollen noch Nektar bildeten, sei die Pflanze wenig wertvoll für die Artvielfalt.

Von der heimischen Eberesche, auch als Vogelbeere bekannt, hingegen könnten sage und schreibe 63 Vogel- und 31 Säugetierarten profitieren. Kaum minder nützlich ist der Schwarze Holunder, dessen wohlschmeckende Beeren sicherlich den meisten bekannt sein dürften. Er bietet 62 Vogel- und acht Säugetierarten als reich gedeckter Tisch ein umfangreiches Angebot. Ein eher unbeachteter, aber vergleichbar wertvoller Strauch ist der Traubenholunder. Er kann 48 Vogel- und fünf Säugetierarten als Futterquelle dienen. „Es lohnt sich, mit kritischem Blick vernachlässigte Gartenbereiche ausfindig zu machen und diese Schritt für Schritt umzuwandeln. So kann ein Teil der tristen Rasenfläche in eine attraktive Blumeninsel- oder -wiese umgewandelt werden“, empfiehlt Andrea Pohlen. Das bunte Blütenmeer erfreue das Auge und diene dem Artenschutz. Positiver Nebeneffekt: „Eine Blumenwiese ist pflegeleicht, sie muss nur zweimal im Jahr gemäht werden“

In seiner Broschüre gibt der NABU zahlreiche Tipps und Tricks rund um die Anlage und Pflege naturnaher Gärten und anderer Gelände. Die Broschüre „Gartenlust“ ist in der NABU Geschäftsstelle in der Schuhstraße 40 in Celle erhältlich oder kann gegen Einsendung von sechs Briefmarken zu 70 Cent an den NABU, Stichwort „Gartenlust“, Schuhstr. 40, 29221 Celle zugeschickt werden.

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