FASSBERG. Das Technische Ausbildungszentrum der Luftwaffe (TAusbZLw) ist der Kompetenzträger für die luftfahrzeugtechnische Ausbildung, die berufliche Weiterbildung für die Offizieranwärter des militärfachlichen Dienstes sowie für die Ausbildung von munitionstechnischem und Flugsicherungsfachpersonal. Als Anerkennung für hervorragende Ausbildung für die Luftwaffenverbände, die Heeresfliegertruppe, die Marineflieger und viele Partner bei anderen Bundesbehörden und der Industrie wurde nun der Prinz-Heinrich-Preis an die Soldaten und zivilen Mitarbeiter des TAusbZLw verliehen.

170927_TAusbZLw_Prinz_Heinrich_Preis_Abschreiten_der_Front__Carsten KönigZum Abschluss seines Truppenbesuchs beim TAusbZLw, bei dem der Kommandierende General Luftwaffentruppenkommando (LwTrKdo), Generalleutnant Helmut Schütz, in moderne Ausbildungstechnologien eingewiesen wurde sowie ihm die aktuellen Projektarbeiten an der Fachschule der Luftwaffe (FSLw) vorgestellt wurden, verlieh er dem TAusbZLw im Rahmen eines Appells, mit musikalischer Begleitung durch das Heeresmusikkorps Hannover unter der Leitung von Oberstleutnant Martin Wehm, den Prinz-Heinrich-Preis. „In den zurückliegenden Stunden habe ich mich während meines Truppenbesuches persönlich davon überzeugen können, dass der Preisträger des Prinz-Heinrich Preises für das Jahr 2016 sich diesen verdient hat“, so Schütz in seiner Rede, der auch der Bürgermeister der Gemeinde, Frank Bröhl, folgte.

170927_TAusbZLw_Prinz_Heinrich_Preis_Besichtigung__Carsten König„In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten haben sich die Anforderungen an militärische Verbände ständig und deutlich verändert“, so Schütz. Mit diesem Preis würde unter anderem die Fähigkeit ausgezeichnet, den Spagat zwischen Auftragsdichte und begrenzten Ressourcen erfolgreich zu absolvieren. Schütz betonte, dass aus den vormaligen Technischen Schulen der Luftwaffe bei laufendem Ausbildungsbetrieb und unverändertem Auftrag, ein leistungsfähiges, zukunftsfähiges Zentrum geformt wurde. Für Schütz sei dies sowie die Umsetzung der Ergebnisse der Anpassung der Aufbauorganisation noch vor der Zeit und ohne Einschränkung der Ausbildungsleistung eine große organisatorische Leistung.

Ansporn für erwartbare Professionalität

Oberst Georg v. Harling, Kommandeur TAusbZLw, bedankte sich für die lobenden und anerkennenden Worte anlässlich der Verleihung des Preises. „Moderne Ausbildung sicherzustellen bedeutet steten Wandel und Anpassung an die Erfordernisse der Zeit. Manche dieser Veränderungen sind bereits im Vollzug oder stehen kurz bevor“, so v. Harling.  Er betonte, dass Ausbildung üblicherweise im Hintergrund stattfinde und selten öffentlichkeitswirksame Effekte in den Streitkräften habe. Umso mehr freue er sich über diese Auszeichnung und Würdigung der Leistungen innerhalb des TAusbZLw und „nimmt ihn als Verpflichtung und Ansporn, künftige Aufgaben und Projekte mit der erwartbaren Professionalität anzugehen“, so v. Harling.

Die Geschichte des Prinz-Heinrich-Preises

Prinz Heinrich von Preußen (1862 – 1929), Stifter und Namensgeber des Preises, war technikbegeistert und dem Neuen, dem Fortschritt stets aufgeschlossen und machte sich frühzeitig für den Einsatz von Flugzeugen stark. Er war Schirmherr der Prinz-Heinrich-Flüge zu Beginn des 20. Jahrhunderts und stiftete 1914 eine Bronzestatue, damals Kaiser-Preis genannt, für den Sieger. Mit Ausbruch des ersten Weltkrieges wurde im gleichen Jahr der Wettbewerb eingestellt. 1963 übereignete die Familie des letzten Preisträgers die Statue der damaligen Luftwaffengruppe Süd. Deren Kommandierender General ergriff umgehend die Gelegenheit und stiftete diese, nun Prinz-Heinrich-Preis benannt, als Auszeichnung für den besten Verband, der sich durch hervorragende Leistungen auf fliegerischem, taktischem und technischem Gebiet besonders hervorgetan hatte.

Im Jahr 1964 wurde dieser erstmals an das damalige Jagdbombergeschwader 34 in Memmingen verliehen und von da an jährlich als Wanderpreis vergeben. Er war sehr begehrt, war er doch Anerkennung für eine herausragende Teamleistung aller Verbandsangehörigen. Mit der Auflösung der 1. Luftwaffendivision im Jahre 2013 fiel der Preis an das damals neu aufgestellte Kommando Einsatzverbände und in der Folge an das Luftwaffentruppenkommando. Diesem Preis wurde sehr bewusst kein definierter Kriterienkatalog für eine Auswahlentscheidung hinterlegt. Die Entscheidung wird im Führungskreis des LwTrKdo auf Basis einer gesamtheitlichen Betrachtung nach erfolgter jährlicher Rückschau getroffen und ein Verband und damit seine Menschen für herausragende Leistungen für die Luftwaffe ausgezeichnet.

Text: Major André Kamphuis
Fotos: Carsten König

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