Teilnehmer des Unterlüßer Friedenscamps besuchen Truppenübungplatz und Gedenkorte

Gesellschaft Von Redaktion | am Fr., 06.09.2019 - 10:53

LOHHEIDE. Westeuropas größter Truppenübungsplatz zwischen Bergen und Bad Fallingbostel und Nazi-Verbrechen an Kriegsgefangenen in den Lagern der Region während der NS-Zeit waren diese Woche Thema einer Führung von Charly Braun, Geschichtswerkstatt, und Egon Hilbich, Initiative Biosphärengebiet, mit einer Gruppe des "Friedenscamp" in Unterlüß.

Die Ortsbilderklärer Hilbich und Braun berichteten vom Widerstand der Bevölkerung gegen die Schaffung des Militärübungsplatzes 1934 in ihrer Region, von Hitlers Plänen zur Eroberung Osteuropas und Versklavung der Menschen der Sowjetunion und Polens. „An der Eisenbahnrampe bei Bergen wurden Panzer für den Krieg verladen, während auf dem Nebengleis Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge ankamen", erläuterte Braun, der auch Jugendarbeit in der Gedenkstätte Bergen-Belsen macht. Auf dem Friedhof Hörsten gedachten die Teilnehmenden dem massenhaften Sterben sowjetischer Kriegsgefangener an Hunger, Seuchen und Kälte in den Lagern Wietzendorf, Oerbke und Hörsten.

"Die aktuelle militärische Bedeutung des Truppenübungsplatzes, die niedrigere Auslastung und der Abbau von Arbeitsplätzen nach dem Abzug der britischen Soldaten, beantworteten Braun und Hilbich mit der gewerkschaftlichen Forderung nach Bundesfinanzierung einer neuen sozialen, ökologischen, nicht-militärischen Wirtschaftsstruktur und der Schaffung eines UNESCO-Biosphärengebietes mit tausenden neuen Arbeitsplätzen. Die Abrisspläne des Bundes für den Wünninghof stießen auf Unverständnis angesichts des stabilen Gebäudes in Ostenholz", teilen die Organisatoren der Führung mit.
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