*Aktualisiert* Teure "Jerusalema Challenge" - Warner will Geld von Tänzern

Wirtschaft Von Redaktion | am Sa., 13.02.2021 - 19:19

HAMBURG. Ein Fuß nach vorne, viermal auf den Boden tippen, auf das andere Bein und dann Fuß wieder viermal auf den Boden tappen. Viele tanzen derzeit zum eigentlichen Gute-Laune-Hit "Jerusalema", aber der sorgt nun für schlechte Laune, denn es kommt, wie es kommen musste: Der Warner-Konzern fordert nach übereinstimmenden Medienberichten von teils ehrenamtlichen Organisationen und Behörden, wie Polizisten, Feuerwehrleuten oder PflegerInnen, eine Lizenzgebühr.

In diesem Hype wurden andere Organisationen in den Social-Media Netzwerken markiert und aufgefordert, selber zum Song zu tanzen, komponiert vom 25-jährigen DJ „Master KG" aus Südafrika.

Auf Anfrage von CELLEHEUTE stellt ein Unternehmenssprecher von Warner Music klar, dass die Regeln nicht für Privatpersonen gelt und widerspricht Falschdarstellungen in anderen Medien: "Es ist nicht richtig, dass Warner Music Abmahnungen verschickt hat. Unsere Aufgabe ist es, sicherzustellen, dass unsere Künstler*innen eine faire Vergütung für die Nutzung ihrer Musik erhalten. In Deutschland, Österreich und der Schweiz müssen Privatpersonen keine Erlaubnis für die Nutzung unserer Musik im Rahmen der Jerusalema Dance Challenge einholen oder kostenpflichtig eine Lizenz erwerben, wenn sie Videos mit unserer Musik in sozialen Medien oder auf Videoplattformen veröffentlichen. Wenn jedoch Institutionen, Unternehmen oder Organisationen Videos mit Musik unserer Künstler*innen veröffentlichen, ist es üblich, dass sie sich Synchronisationslizenzen sichern. Und wir bitten dort um die Aufnahme von Lizenzverhandlungen, wo im Rahmen der betreffenden Videos, die mit unserer Musik veröffentlicht werden, ein werblicher oder imagefördernder Effekt zugunsten einer Institution, Organisation oder Firma gegeben ist.

Da wir uns des Charakters der 'Jerusalema Dance Challenge' aber bewusst sind, berücksichtigen wir durch abgestufte Lizenzvergütungen die jeweiligen Rahmenbedingungen des betreffenden Nutzers. Daher bieten wir je nach Nutzer unterschiedliche Preiskategorien für unterschiedliche Nutzungen an, auch rein symbolische Beträge. Keinesfalls verschicken wir Abmahnungen für die typischen 'Jerusalema Dance Challenge'-Videos oder fordern "Strafzahlungen", wie zum Teil behauptet wurde."

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