BERGEN-BELSEN. Vor gut 70 Jahren, am 25. Juni 1947, erschien Anne Franks Tagebuch unter dem Titel „Het Achterhuis“ zum ersten Mal im Druck. Otto Frank entsprach damit dem Wunsch seiner Tochter Anne, die im Tagebuch geschrieben hatte: „Du weißt längst, dass es mein liebster Wunsch ist, einmal Journalistin und später eine berühmte Schriftstellerin zu werden. Nach dem Krieg will ich auf jeden Fall ein Buch mit dem Titel ‚Das Hinterhaus‘ herausgeben.“

Heute ist Anne Frank, die wenige Tage nach ihrer Schwester Margot im Frühjahr 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen gestorben ist, das bekannteste Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden. Kein anderes Zeugnis aus der Geschichte des Holocaust hat weltweit so viele Leser gefunden wie ihr Tagebuch, das sie im Versteck in einem Hinterhaus in der Amsterdamer Prinsengracht schrieb. Mehr als eine Million Menschen besuchen jährlich das Hinterhaus, das heute unter dem Namen Anne Frank-Haus ein Museum ist.

So bekannt das Tagebuch der Anne Frank und ihr Versteck in Amsterdam sind, so wenig verbreitet ist das Wissen um ihr weiteres Schicksal nach ihrer Verhaftung in Amsterdam im August 1944. Weder in Auschwitz noch in Bergen-Belsen konnte Anne Frank ihre Tagebuchaufzeichnungen fortsetzen. So sind es die Zeugenberichte von jungen Frauen, die wie sie in Bergen-Belsen inhaftiert waren und überlebt haben, aus denen Näheres über das weitere Schicksal von Anne Frank und ihrer Schwester Margot zu erfahren ist.

Unter dem Titel „Anne Frank im Konzentrationslager Bergen-Belsen“ geht am Sonntag, den 18. März 2018 um 14:30 Uhr, eine Führung mit Elke von Meding anhand dieser Erinnerungsberichte und Interviews den „Spuren von Anne Frank“ nach. Der Eintritt ist frei.

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