CELLE. Ohne Mobilität kein Tourismus! Der Tourismus, eine Leitbranche in Niedersachsen, kann nur gedeihen, wenn Hotels und Restaurants, touristische Attraktionen und Freizeiteinrichtungen auch erreichbar sind. Wie gut ist Niedersachsen hier aufgestellt? Rund 500 Gastgewerbebetriebe haben im Rahmen der IHKN-Saisonumfrage ihre Einschätzung abgegeben.

Die Tourismusbetriebe in Niedersachsen sehen an erster Stelle Handlungsbedarf im Öffentlichen Personennahverkehr und bei der Bahn: wer ohne das eigene Auto anreisen möchte, findet besonders im ländlichen Raum häufig nicht das passende Angebot.

„Wir müssen unser besonderes Augenmerk auf die zukünftige Weiterentwicklung und Vernetzung der Mobilitätsangebote richten“, sagt Dr. Susanne Schmitt, Hauptgeschäftsführerin der IHK Niedersachsen (IHKN). „Die Gästeerwartungen entwickeln sich ständig weiter und diesen Entwicklungen müssen wir in Niedersachsen Rechnung tragen, um wettbewerbsfähig zu sein.“

Zum einen werde die Gesellschaft älter und damit änderten sich auch die Bedürfnisse in Sachen Mobilität. Auf der anderen Seite reisten Junge Leute heute anders, weil der Stellenwert des eigenen Autos bei ihnen deutlich geringer sei als bei vorherigen Generationen. „Gestiegenes Umweltbewusstsein und die Erwartung, alle Angebote vernetzt und bequem per Klick erreichen zu können, stellen uns zusätzlich vor große Herausforderungen“, ergänzt Martin Exner, Sprecher Tourismus der IHKN.

Die Erreichbarkeit per PKW wird zwar zurzeit als gut eingestuft – steht aber trotzdem auf Rang drei in Sachen Handlungsbedarf: ein weiterer, bedarfsgerechter Ausbau und der Erhalt des vorhandenen Netzes auf qualitativ hohem Niveau ist entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit niedersächsischer Destinationen und Betriebe. Auch im Nischenmarkt Wassertourismus liegt noch unausgeschöpftes Potenzial, das ohne die erforderliche Anbindung nicht erschlossen werden kann. Alternative Mobilitätsangebote wie zum Beispiel Carsharing oder E-Auto-Verleih sucht man darüber hinaus vielerorts noch vergebens.

Investitionen in den Erhalt und Ausbau des Straßennetzes, ein Ausbau und eine bessere Vernetzung des ÖPNV, eine Verbesserung der Bahnanbindung des ländlichen Raums und die Zurverfügungstellung entsprechender Fördermittel sind einige der Forderungen, die die IHKN im Rahmen des aktuellen Fokus Niedersachsen aufstellt.

Doch nicht nur die öffentliche Hand ist gefordert, wenn es darum geht, Gästen ein attraktives Mobilitätsangebot zu liefern. „Wir haben festgestellt, dass eine Reihe von Betrieben selbst nicht lückenlos über die diversen Mobilitätsangebote am Ort bzw. in der Region Bescheid wissen – und demensprechend auch die Gäste nicht bestmöglich beraten können. Auch in den Betrieben muss das Thema Mobilität noch deutlich stärker ins Bewusstsein treten“, fordert Exner mit Blick auf die Unternehmen der Tourismuswirtschaft.

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