Triathleten trotzen Corona: Privater Wettkampf in Nienhagen

Sport Von Extern | am Fr., 04.09.2020 - 16:37

NIENHAGEN. Aufgrund der Corona-Pandemie gab es in fast allen Sportarten im Frühjahr und Sommer starke Einschränkungen. Glücklicherweise war das Training der Triathleten zumindest in den Disziplinen Radfahren und Laufen kaum von Einschränkungen betroffen, da es ohnehin überwiegend draußen stattfindet und auch alleine oder in kleinen Gruppen möglich ist. Das Schwimmtraining wurde dieses Jahr schon deutlich früher als sonst ins Freiwasser oder auch mit Gurt um die Hüfte und den nächsten Baum in den heimischen Garten-Pool verlegt. So hat sich die Anschaffung eines Neopren-Anzuges für einige endlich gelohnt. In Ermangelung von Alternativen fanden die Triathlondisziplinen in diesem Zeitraum viele neue Freunde. 

Leider fielen aber auch im Triathlon in diesem Jahr die meisten Wettkämpfe dem Coronavirus zum Opfer. Um sich trotzdem endlich mal wieder – oder auch zum ersten Mal – messen zu können, organisierten einige Triathlon-Begeisterte aus Nienhagen ein privates Triathlontraining unter Wettkampfbedingungen. Nach kurzer aber umfangreicher Vorbereitung wurden Freunde und Bekannte der Organistatoren eingeladen und trafen sich schließlich am letzten Augustsonntag bei unerwartet schönem Wetter im Freibad Westercelle. Die Teilnehmer danken den Mitarbeitern des Freibads Westercelle für "die tolle Unterstützung und zahlreichen Tipps."

Schon beim Betreten des Schwimmbadgeländes breitete sich durch die gute Vorbereitung eine angenehme Wettkampfspannung unter den 15 Mitgliedern dieser Trainingsgruppe aus. So waren die Wege bereits mit Kreide markiert, besonders steinige Passagen mit Teppichen abgedeckt, aus Paletten Fahrradständer gebaut, eine Meldestelle zur Startnummernausgabe aufgestellt,… Die alten Hasen erkannten die Routinen wieder und zeigten den Neulingen, auf was man alles achten kann und was so alles zur Wettkampfvorbereitung gehört. 

Unter Einhaltung der Coronaregeln wurden zwei Streckenlängen angeboten: 400 m Schwimmen, 10 km Radfahren und 2,5 km Laufen oder 700 m/20 km/5 km – oder auch eine Mischung aus diesen – ganz nach Motivation und Leistungsstand der Teilnehmer. Nach dem Schwimmen auf den 50 m Doppelbahnen und dem Wechsel auf der hinteren Wiese des Schwimmbadgeländes führte die Radstrecke die Sportler auf einer Wendepunktstrecke über die Brücke in Richtung Nienhagen und bot so sogar einige Höhenmeter. Nach dem zweiten Wechsel in der Wechselzone folgte das Laufen - wieder als Wendepunktstrecke auf Feldwegen in die andere Richtung und zurück zum Ziel beim Freibad, wo bereits ein gut bestückter Versorgungstand auf die Sportler wartete.  

Da auch zwei Kader- und Stützpunkt-Athleten zur heimischen Trainingsgruppe der Organisatoren um Christian Sievers und Hanno Reckmann gehören, folgten zwei weitere Angehörige des Landeskaders der Einladung und sorgten gemeinsam mit ihrem Landestrainer für noch mehr Glanz und Niveau. So war diese Trainingsgruppe ein bunter Mix aus Leistungssportlern, ambitionierten Hobbysportlern und absoluten Neulingen. Dies zeigte sich auch in den Schwimmstilen und den Fahrrädern. Aber alle waren sich am Ende einig: "Das wollen wir unbedingt noch einmal machen".

Text: Hanno Reckmann