Sehr geehrte Damen und Herren,

zum Thema Trinkwasser und Umweltschutz. Gerade wieder aktuell bzgl. Wasserleitungsspülungen im Bereich Osterloh

Im Rahmen einer Fotoexkursion bin ich am 03.11.2018 auch beim Klosterhof Salinenmoor gewesen. Außerhalb der JVA befinden sich diverse nicht mehr oder nur z.T. landwirtschaftlich genutzte Gebäude. Das Ganze macht einen ziemlich verwahrlosten Eindruck. Bei zwei leeren Futtersilos befinden sich vorgelagert auf der „grünen Wiese“ auf einer vermoderten Euro-Palette zwei große Ölfässer (a´216l). Ich habe den Inhalt mittels rumliegender Holzleisten ermitteln können als Altöl. Ich gehe von einer Gesamtmenge von 150 l aus. Ein Tropfen reicht für die Verschmutzung von 600 l Trinkwasser (und mehr). Am 07.11.2018 bin ich beim Landkreis vorstellig geworden. Mir wurde dort versichert, dass man sich direkt darum kümmern wurde und ich bekam auch am Folgetag direkt eine Mail, dass man nicht zuständig sei, es aber an die Stadt Celle weitergeleitet habe. Am 16.11.2018 war ich dann erneut am Klosterhof – nichts passiert. Ich bin daraufhin zur Polizeiinspektion Celle gefahren und habe die Sachlage dort geschildert. Auch dort bekam ich den Hinweis, man werde sich kümmern … und an die Stadt weitergeben.  Am Montag, den 19.11.2018 kam dann ein Anruf von der Stadt Celle und man wolle genaueres über die Ortslage wissen. Meine Frage, ob sie keine Meldung vom Landkreis bekommen hätten und ich erst zur Polizei gehen musste, wurde mit „nie was erhalten“ abgetan. Gleichzeitig wurde auch angedeutet, dass die Stadt eigentlich gar nicht zuständig sei und man es weiterleiten würde, aber die Kollegen gerade nicht da seien … frühesten Donnerstag.

Am 05.12.2018 musste ich feststellen, dass weiterhin absolut nichts passiert ist. Meine Frage bei den Behörden bezgl. einer Information an mich betr. Erledigung bzw. Stand der Dinge wurde mit „aus datenrechtlichen Gründen nicht möglich“ abgetan.

Auf dem Gelände befinden sich weitere Großbehälter, Tanks mit unbestimmtem Inhalt, ev. auch leer.

Stellt sich die Frage, ob sich die Wasserbehörde mit der Verpflichtung und Nachweis des Landwirtes Zufrieden gibt. Die Fässer stehen dort schon eine sehr lange Zeit, denn ich glaube nicht, dass man sie damals von vornherein auf eine vergammelte Palette gestellt hat. Über die Lagerung von Gefahrenstoffen gibt es Gesetze (Betonauffangwanne usw.). Darüber hat sich der Landwirt hinweggesetzt. Würde ich sowas in meinem Garten machen und der Nachbar bekommt das mit … ich hätte wohl schon eine Strafanzeige, nicht vom Nachbarn aber von der Wasserbehörde.

Das gesamte Gelände Klosterhof ist weder eingezäunt noch gibt es irgendwelche eindeutigen Hinweisschilder. Der Feldweg südlich am Klosterhof vorbei ist nur durch eine Schranke mit Null Hinweisen gesperrt. Wenn man links zur JVA abbiegt, gibt es einen Hinweis. Für mich bedeutet dieser, dass ich die Zufahrt an der JVA vorbei nicht betreten darf, geschweige die JVA selber.

Sollte ich aus allen anderen Himmelsrichtungen, außer Westen mit der Hauptzufahrt kommen, so bin ich ohne Vorwarnung im „Zutritt verboten“ Bereich.

Der gesamte Bereich ist also total offen. Was lagert dort noch in den Keller, Gebäuden? Gibt es Schächte, Gruben (eine habe ich gesehen)? Was passiert bzw. was kann Kindern und Jugendlichen passieren, wenn sie das Gelände plötzlich für sich entdecken?

Leider kann ich nicht beurteilen, was rechtlich alles erlaubt ist, wo es Sicherungspflichten gibt usw. Ich war und bin aber auch der Meinung, wenn ich Gefahr für Mensch, Tier und Umwelt sehe, solch ein Gelände betreten zu dürfen.

Mit freundlichen Grüßen

Karl-Heinz Knop

 

4 Antworten zu “Trinkwasser und Umweltschutz”

  1. Peter Fehlhaber sagt:

    Die Stadt Celle schreibt dazu:

    Stellungnahme der Verwaltung „Altöllagerung im Wasserschutzgebiet/Bereich Salinenmoor“:

    Der Vorgang wurde vom Landkreis an uns weitergeleitet und sofort durch unsere Wasserbehörde aufgegriffen. Es handelt sich bei der beschriebenen Örtlichkeit nicht um freie Landschaft, sondern um eine Landesliegenschaft (ehemalige JVA), auf der ein Celler Landwirt als Pächter einige Gebäude nutzt. Im Übrigen gilt für diese und ähnliche Betriebsanlagen: Öffentlicher Zutritt verboten!

    Die Wasserbehörde hat vor Ort festgestellt, dass die Altölfässer auch im Wasserschutzgebiet Zone IIIb keine akute Gefahr darstellen. Gleichwohl wurde der Eigner verpflichtet, die Fässer unverzüglich zu beseitigen und uns den Entsorgungsnachweis vorzulegen. Dies wurde vom Landwirt zugesichert.

    • Irida Krauthaeuser sagt:

      Hier wundert es doch schon, dass wenn es keine akute Gefahr gibt, eine Räumung angeordnet wird, die dennoch nicht zeitnah erfolgt. Ich gehe davon aus, dass in einem Wasserschutzgebiet nicht gesondert abgesicherte Altölfässer immer eine Gefahr darstellen.
      Und was mich am Meisten irritiert, ist der Hinweis der Stadt Celle Zutritt verboten. Hier handelt es sich um ein weitläufiges Gelände, welches nicht abgesperrt ist. Der Hinweis der Stadt auf Zutritt verboten, wirkt auf mich wie, schau nicht so genau hin.

  2. Karl-Heinz Knop sagt:

    Stand der Dinge, heute Donnerstag, 13.12.2018: es ist nichts passiert. Soweit zu unverzüglich.

  3. Marcel Schubert sagt:

    De Behörden werden von mir als Steuerzahler finanziert und sind für „Dienstleistungen des Staates gegenüber seinen Bürgern“ zuständig. Wieso gewinne ich immer wieder den Eindruck, dass diese Dienstleistungen nur mangelhaft erbracht werden? Anstatt immer wieder auf die Floskel der nicht vorhandenen Zuständigkeit, die sich für mich nach „Ich hab grad Kaffeepause“ anhört, zu verweisen, hätte ich mir vielmehr gewünscht, dass sich die Staatsbediensteten ihr Wissen und ihr Netzwerk zu eigen machen, um dieses Problem schnellstmöglich zu lösen. Was in der Stellungnahme fehlt ist eine Frist, zu der die Fässer entsorgt sein müssen. So erweckt sich mir der Eindruck, dass ohne weiteres nachhaken seitens der Öffentlichkeit nicht viel passieren wird, und die Fässer dort auch im nächsten Jahr weiterhin dort stehen und „keine akute Gefahr“ im Wasserschutzgebiet darstellen…

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