HERMANNSBURG. Der TuS Hermannsburg hat derzeit ein Problem: Engerlinge haben die Graswurzeln auf dem Sportplatz abgefressen, so dass Fußballspieler auf dem losen Rasen beim Grätschen ausrutschen und sich verletzten können. Das hat zur Sperrung des A-Platzes geführt. Großes Entsetzen bei Naturfreunden und auch den Behörden des Landkreises habe in diesem Zusammenhang das Wort „Chemiekeule“ im Bericht einer lokalen Zeitung ausgelöst, berichtet der erste Vorsitzende des TuS, Dr. Georg Gremels. Abteilungsleiters Jörg Wagener erläutert, dass man nicht mit Chemie, sondern mit millimeterkleinen Fadenwürmern (für Fachleute: Heterorhabditis bacte-riophora), gegen die Engerlinge vorgehe. Die Fadenwürmer, auch Nematoden genannt, befallen als natürliche Feinde die Schädlinge. Der TuS habe sie schon vor zwei Jahren in Zusammenarbeit mit einem örtlichen Gartenbaubetrieb eingesetzt. Dieses Vorgehen wird auch als biologischer Pflanzenschutz bezeichnet.

Der TuS versuche aber nicht nur bei der Schädlingsbekämpfung, ökologisch verträgliche Wege zu finden, sondern engagiere sich auch als Energiesparer. Auf dem B- und C-Platz wurden neue LED-Körper der Flutlichtanlagen installiert. Vor vierzig Jahren wurde eine Flutlichtanlage auf dem B-Übungsfeld des TuS-Hermannsburg installiert, um das Fußballtraining in der dunklen Jahreszeit zu ermöglichen. Vor zwanzig Jahren wurde das C-Übungsfeld für die Fußballjugend mit einer kleineren Flutlichtanlage installiert. Nun haben beide alten Anlagen modernen LED-Leuchtkörpern Platz gemacht. „Ein ökologischer und ökonomischer Erfolg, denn künftig werden zwei Drittel der Stromkosten eingespart, und das bei gleicher, ja, sogar besserer Ausleuchtung“, freut sich Georg Gremels. Die fachmännische Umrüstung geschah durch die Fa. Ahrens mit Volker Stimpel und Matthias Tandetzke. Sachkundige Unterstützung leistete Karsten Schmidt mit der Hebebühne seiner Fa. Schmidt Bedachungen und bei der Justierung der Scheinwerfer Matthias Kuhnert.

„Allein dieses energiesparende Engagement, für das ca. 21.000 Euro investiert wurden, zeigt den Willen des TuS, im Naturschutz die Nase vorn zu haben. Bei den Vierjahreszeitenwanderungen, zu denen der TuS – und das mit oft mehr als 100 Teilnehmenden sehr erfolgreich – einlädt, wächst auf ganz natürliche Weise ein Umweltbewusstsein und Naturliebe. Auch unsere Altpapiersammlung trägt mit dem Recycling zur Entlastung der Umwelt und zu einem ressourcensparenden Umgang mit dem Rohstoff Holz bei. Nicht zuletzt ist es die malerische Umgebung, die dem Waldsportplatz eine besonders natürliche Note gibt“, so der erste Vorsitzende.

Wie geht es weiter? „Nun haben wir schon und werden weiter mit den zuständigen Behörden des Landkreises und des Landessportbundes in Gesprächen nach verträglichen Lösungen suchen“, teilt Gremels mit. Folgende Maßnahmen stünden auf dem Plan, um die Rahmenbedingungen einer naturgerechten Wiederherstellung und einer Bespielbarkeit des Waldsportplatzes zu erreichen: Erstens würden die Engerlinge und Käferlarven vom Pflanzenschutzamt der Landwirtschaftskammer untersucht, näher bestimmt und von dort für die weitere Behandlung kompetente Beratung eingeholt. Zweitens werde der Vorstand recherchieren, welche Erfahrungen andere Sportvereine gemacht haben, welche Vorschläge Umweltverbände machen können und ob es zertifizierte Mittel gibt, die legal eingesetzt werden. Sollte sich drittens eine allgemeinverträgliche Lösung abzeichnen, würden in Abstimmung mit dem Landkreis die geeigneten Maßnahmen eingeleitet. Viertens müsse sich der TuS nach Einvernehmen aller Bedenken auch wegen der erheblichen Kosten für die Pflege des Platzes für seine weitere Bespielbarkeit einsetzen.

Last but not least: „Wer hilfreiche Vorschläge und Erfahrungen mitteilen kann, wie eine ökologisch-ökonomisch verträgliche Lösung gefunden werden kann, gebe doch bitte die entsprechenden Erfahrungen an unsere Geschäftsstelle weiter“, so Geschäftsführer Hans-Peter Stüber, der unter Tel.  05052/ 3872‬ oder per Mail geschaeftsstelle@tus-hermannsburg.de zu erreichen ist.

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