CELLE. Gefahren frühzeitig erkennen, Hochwasserschäden an Mensch, Hab und Gut effizient vermeiden: Mit der Ermittlung von Überschwemmungsgebieten leistet der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) seit 2007 einen Beitrag zum vorbeugenden Hochwasserschutz an Niedersachsens Wasserläufen. Entlang der Fuhse im Bereich der Stadt Celle und des Landkreises Celle hat der Landesbetrieb nun ein insgesamt 1.533 Hektar großes Überschwemmungsgebiet neu ermittelt. Eine aktualisierte Datenlage habe die Überarbeitung des bereits 2013 festgesetzten Gebietes erforderlich gemacht, so der NLWKN.

Über die Maßnahme informiert der Landesbetrieb in einer Pressemitteilung : „Grundlage der Feststellung durch den Landesbetrieb sind komplexe Messungen und Berechnungen. Sie machen sichtbar, wo bei einem statistisch alle hundert Jahre zu erwartenden Hochwasserereignis – dem sogenannten HQ 100-Fall – Ausuferungen in ufernahen Flächen zu befürchten sind. Warum eine derartige Ermittlung und Ausweisung von Überschwemmungsgebieten grundlegend für den Hochwasserschutz ist, erklärt Heiner Harting, Leiter der NLWKN-Betriebsstelle Verden: „Vor hundert Jahren wusste man etwa in Preußen bereits: Wer das im Hochwasserfall von Überschwemmung bedrohte Areal kennt, kann schon im Vorfeld die Schäden wirksam reduzieren. Zum Beispiel durch eine Einschränkung der Baumaßnahmen oder eine Änderung der Nutzung.“

Schwere Hochwasser hätten in den vergangenen Jahren die Bedeutung eines solchen vorbeugenden Hochwasserschutzes in Niedersachsen noch einmal deutlich unterstrichen. Seither sind an Flüssen auf einer Länge von mehr als 6.000 Kilometern Überschwemmungsgebiete vorläufig gesichert oder festgesetzt worden. Das nun neu ermittelte Überschwemmungsgebiet der Fuhse erstreckt sich auf Bereiche der Stadt Celle sowie der im Landkreis Celle gelegenen Samtgemeinden Flotwedel und Wathlingen. Es beginnt an der Mündung zur Aller im Stadtgebiet Celle und verläuft rund 19,6 Kilometer stromaufwärts bis zur an die Region Hannover heranreichenden Kreisgrenze. Dabei überdeckt es eine Fläche von rund 1.533 Hektar. Bereits seit 2013 lag hier für die Fuhse ein festgesetztes Überschwemmungsgebiet vor. Die jetzt angestellten Neuberechnungen erfolgten vor dem Hintergrund der Hochwasserereignisse der letzten Jahre: „Hierbei gesammelte zusätzliche Daten und Erkenntnisse konnten dazu beitragen, unsere Prognosen für zukünftige Gefahrenlagen weiter zu verbessern“, so Heiner Harting.

Der NLWKN als Landesbetrieb arbeitet im Rahmen des vorbeugenden Hochwasserschutzes mit den Unteren Wasserbehörden, die für die endgültige Festsetzung dieser Überschwemmungsgebiete zuständig sind, eng zusammen. Er versteht sich als Dienstleister, der mit seiner fachlichen Expertise die sogenannte HQ 100-Linie liefert. Sie zeigt an, bis zu welcher Stelle im Ernstfall Gefahren durch Hochwasser drohen. Landkreise, kreisfreie sowie große selbstständige Städte können auf dieser  Grundlage ein förmliches Verfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung zur endgültigen Festsetzung der Überschwemmungsgebiete durchführen. Die Verordnungstexte und die Arbeitskarten werden von den jeweiligen Kommunen zur Einsicht zur Verfügung gestellt.



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