Umfrage von forsa: "Mehrheit würde E-Fuels tanken" 

Wirtschaft Von Extern | am Fr., 16.07.2021 - 16:51

BERLIN/CELLE. Die forsa Politik- und Sozialforschung GmbH hat im Auftrag von UNITI Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen e.V. eine repräsentative Befragung zum Thema „E-Fuels“  durchgeführt. Eine zentrale Erkenntnis: Die große Mehrheit der Menschen in Deutschland möchte E-Fuels tanken. Vor die Wahl zwischen ein Elektroauto und ein mit E-Fuels betriebenes Diesel- oder  Benzinauto gestellt, würden sich 60 Prozent für den Verbrenner mit synthetischem Kraftstoff entscheiden. Zum Hintergrund und zu den Ergebnissen der Umfrage informiert UNITI wie folgt:

Verkehrswende: Was möchten eigentlich die Autofahrer? forsa fragte im Auftrag von UNITI. Ziel der Befragung war es, die Bekanntheit von E-Fuels sowie die Einstellungen der Bevölkerung zu synthetischen Kraftstoffen zu ermitteln. Außerdem wurden auch die Meinungen zum Thema  Elektromobilität sowie zu weiteren verkehrspolitischen Themen abgefragt. UNITI Hauptgeschäftsführer Elmar Kühn zur Motivation, eine solche Befragung in Auftrag zu geben: „Die  ambitionierten Klimaziele im Verkehr können nur erreicht werden, wenn die Menschen auf dem Weg  dahin mitgenommen werden. Uns war es daher wichtig zu erfahren, was eigentlich die Autofahrer über das Thema Elektromobilität und E-Fuels denken. Diese kommen in der aktuellen politisch medialen Debatte zu kurz! Die Politik muss aber die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen bei der  Verkehrswende beachten, sonst wird dieses ambitionierte Projekt scheitern.“ 

"Klare Mehrheit lehnt alleinigen Fokus der Politik auf E-Mobilität ab"
In Deutschland und Europa setzt die Politik bei der Defossilisierung des Verkehrs bislang einseitig auf die Elektromobilität. Zwei Drittel der Befragten findet das falsch und fordert stattdessen, dass die  Bundesregierung alle technischen Lösungen beim Erreichen der Klimaziele in gleicher Weise unterstützt und nicht ausschließlich die Elektromobilität fördert.  

"E-Mobilität wird zum Problem für Laternenparker“:
Rund die Hälfte der Bevölkerung hätte keine  Möglichkeit, zu Hause eine Ladestation zu installieren. Eine wichtige Voraussetzung für die Nutzung eines E-Autos ist die Möglichkeit, zu Hause eine Ladestation zu installieren. Nur knapp die Hälfte (52 Prozent) der Befragten hätte überhaupt die Möglichkeit, eine solche etwa in der Garage oder in einem Carport einzurichten. „Die vielen Laternenparker spielen im Moment in der politischen Diskussion keine Rolle. Und das, obwohl absehbar ist, dass auch langfristig keine ausreichende öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur für E-Autos vorhanden sein wird“, verdeutlicht Elmar Kühn von UNITI. 

"60 Prozent der Autofahrer schließen aus, dass ihr nächstes Fahrzeug ein Elektroauto sein wird"

60 Prozent der befragten Autofahrer gaben an, dass es sehr unwahrscheinlich oder unwahrscheinlich ist, dass das nächste Auto, das sie sich kaufen, ein Elektroauto sein wird. Für nur rund ein Drittel (34 Prozent) kommt ein solches in Frage. „Angesichts dieser Zahlen sollte sich nicht nur die politischen Entscheidungsträger in Deutschland, sondern auch die Europäische Kommission mit ihrem „Fit für 55“- Paket und dem darin angestrebten Verbrenner-Aus bis 2035 fragen, ob sie mit ihrer Politik den Willen der Bürger ausreichend abbilden“, mahnt der UNITI-Hauptgeschäftsführer. Und weiter: „Und das sind die Zahlen für Deutschland, das als europäischer Musterschüler in Sachen Elektromobilität gilt. In den Staaten Süd- und Osteuropas, wo die Skepsis gegenüber der E-Mobilität schon allein aus wirtschaftlichen Erwägungen angesichts der damit verbundenen gewaltigen Investitionskosten viel größer ist, dürfte ein diesbezügliche Meinungsbild noch klarer ausfallen.“ 

82 Prozent der Autofahrer würden E-Fuels tanken 
82 Prozent der Befragten können sich grundsätzlich vorstellen, klimaneutrale E-Fuels zu nutzen. Nur 15 Prozent schließen das aus. Als Hauptgründe für eine ablehnende Haltung werden der Preis genannt sowie zu wenig über E-Fuels zu wissen. Elmar Kühn: „Hier werden wir weitere Aufklärungsarbeit  leisten. Synthetische Kraftstoffe werden zu jedem Zeitpunkt für die Autofahrer bezahlbar sein, denn E-Fuels würden zu Beginn nur in geringen Anteilen fossilen Kraftstoffen beigemischt.“ Durch den  Ausbau von Produktionskapazitäten und wirtschaftliche Skaleneffekte werden die Herstellungskosten  zunehmend sinken. Der Beimischungsanteil der E-Fuels würde allmählich steigen, während auf der  anderen Seite die Produktionskosten stetig sinken. Es ist daher davon auszugehen, dass Kraftstoffe mit  E-Fuels Beimischung von Beginn an für den Autofahrer nur einige Cent je Liter teurer als rein fossile  wären.  

"Deutliche Mehrheit würde Verbrenner mit E-Fuels vor Elektroautos vorziehen"
Vor die Wahl gestellt, möglichst klimafreundlich Auto zu fahren und sich dafür zwischen einem Diesel oder Benzinauto, das mit synthetischen Kraftstoffen betankt wird, oder einem Elektroauto zu  entscheiden, würden 60 Prozent auf den mit E-Fuels betriebenen Verbrenner setzen und 27 Prozent  auf das Elektroauto. UNITI-Hauptgeschäftsführer Elmar Kühn resümiert: „Die Zahlen belegen es, die Menschen möchten E-Fuels im Straßenverkehr. Die Politik auf nationaler und europäischer Ebene spiegelt den Willen ihrer Bürger bei der Defossilisierung des Verkehrs bislang nicht angemessen wider. Hier sollte dringend nachkorrigiert werden und der Weg für den Markthochlauf der E-Fuels durch geeignete regulative Rahmenbedingungen schnell freigemacht werden!“ 

Über UNITI: 
Der UNITI Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen e. V. repräsentiert rund 90 Prozent des  Mineralölmittelstandes in Deutschland und bündelt die Kompetenzen bei Kraftstoffen, im Wärmemarkt  und bei Schmierstoffen. Täglich kommen über drei Millionen Kunden an die rund 6.000 Straßentankstellen  der UNITI-Mitgliedsunternehmen. Rund 70 Prozent der freien Tankstellen und rund 40 Prozent der  Straßentankstellen sind bei UNITI organisiert. Überdies versorgen die UNITI-Mitglieder etwa 20 Millionen  Menschen mit Heizöl, einem der wichtigsten Energieträger im Wärmemarkt. Rund 80 Prozent des Gesamtmarktes beim leichten Heizöl und bei den festen Brennstoffen bedienen die Verbandsmitglieder. Auch regenerative Energieträger sowie Gas und Strom gehören zu ihrem Sortiment. Ebenso zum Verband  zählen die meisten unabhängigen mittelständischen Schmierstoffhersteller und Schmierstoffhändler in  Deutschland. Ihr Marktanteil liegt bei etwa 50 Prozent. Die rund 1.000 Mitgliedsfirmen von UNITI erzielen  einen jährlichen Gesamtumsatz von etwa 35 Milliarden Euro und beschäftigen rund 80.000 Arbeitnehmer in Deutschland.