CELLE. Eines der Top-Themen im Ausschuss für Umwelt und ländlichen Raum des Kreistages war heute die Beratung über den von CDU, WGL, FDP und Unabhängigen in der Kreistagssitzung vom 6. September eingebrachten Antrag auf Verabschiedung einer an die Landesregierung gerichteten Resolution zum Thema Wolf.

Nachdem im August 13 Tiere einer Heidschnuckenherde in Schmarbeck bei Faßberg dem Wolf zum Opfer gefallen waren, hatten die vier Fraktionen die Initiative ergriffen und wollen mit einer gemeinsamen Resolution von Seiten des Landkreises Celle die Landesregierung auffordern, die Wolfsrichtlinie in diversen Punkten zu ändern. Ernst-Ingolf Angermann (CDU), Mitglied des Landtages, ging noch einmal darauf ein, dass Schutzmaßnahmen wie 1,40 m hohe Zäune zuletzt nicht mehr ausgereicht hätten, um zu verhindern, dass Weidetiere gerissen werden. Auch ein zu erwartender jährlicher Zuwachs der Population um 30 Prozent mache den Wolf zunehmend zum Problem.

„Es geht hier nicht um die Verdrängung des Wolfes generell“, betonte Angermann. Wichtig seien eine Umkehr der Beweislast zugunsten der Geschädigten und die Ausbildung von Fachleuten, die gegebenenfalls eine schnelle Vergrämung oder Entnahme sich „artfremd“ verhaltender Wölfe durchführen könnten. Der Schutzstatus in Abhängigkeit des Erhaltungszustandes der Wolfspopulation solle vom Bund neu bewertet und der Wolf in das niedersächsische Jagdrecht aufgenommen werden, so der Landtagsabgeordnete.

„Wir müssen Regeln für Wildtier und Mensch finden“, erklärte die Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann (SPD) – daher sei die Resolution auch aus Sicht der SPD-Fraktion grundsätzlich nicht schlecht. Die Umkehr der Beweislast führe ihrer Meinung nach zur Entbürokratisierung, was positiv zu bewerten sei. Ein Gutachten über die Größe und Entwicklung der Wolfspopulation beim Bund in Auftrag zu geben, finde ebenfalls die Zustimmung ihrer Fraktion. Lediglich die Formulierung von zwei Punkten solle bis zur nächsten Sitzung des Kreisausschusses noch etwas geändert werden. „Dann können wir zustimmen“, so Lühmann.

Weiterhin keine Unterstützung signalisierte der Grünen-Abgeordnete Gerald Sommer. „Bestandsmanagement bedeutet Abschuss“, ist Sommer überzeugt. Er wies darauf hin, dass der Wolf dazu beitrage, den Wildbestand zu mäßigen und daher ein wertvoller Teil des Ökosystems sei. „Schaden von Menschen und Weidetieren abzuhalten, damit gehen wir konform, können aber die Resolution nicht unterstützen“, so Sommer.

Der Ausschuss einigte sich letztendlich (mit zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung) darauf, die (an einer Stelle bereits heute leicht geänderte) Resolution mit Ausnahme des Punktes 3 in den Kreisausschuss zur weiteren Beschlussfassung zu verweisen. Der herausgenommene Punkt 3 der Resolution soll gemeinschaftlich bis zur nächsten Kreisausschusssitzung noch einmal umformuliert werden, damit dann neben den Fraktionen von CDU, WGL, FDP und Unabhängigen auch die SPD der Resolution zustimmen kann.

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