HANNOVER. Kritik am Krisenmanagement der Deutschen Bahn AG bei Sturmereignissen kommt vom Niedersächsischen Umweltminister Stefan Wenzel. „Die tagelangen Sperrungen und die eingeschränkten Verkehrsangebote auf Teilstrecken einzig mit der großen Windstärke zu erklären, ist unlauter“, sagte der Minister heute in Hannover. „Zwar überrascht die Natur manchmal mit ihrer großen Gewalt. Aber richtig ist auch, dass für diese Situationen ausreichend Vorsorge getroffen werden muss.“

Offensichtlich habe die Bahn im Zuge von Sparmaßnahmen und Umstrukturierungen in den letzten Jahren ihre Investitions- und Pflegemaßnahmen an den Bahntrassen erheblich reduziert. „Das verschärft die Lage. Wegen dieser Pflegerückstände häufen sich jetzt insbesondere bei Sturmereignissen die Betriebseinschränkungen des Bahnverkehrs. Wir wollen aber, dass das Versprechen an die Kunden ‚Alle Wetter – die Bahn‘ eingehalten wird“ so Wenzel. Er wies darauf hin, dass auf Initiative seines Ministeriums schon seit geraumer Zeit eine Arbeitsgruppe das Thema Grünschnitt an Bahntrassen erörtere. Vertreterinnen und Vertreter der Deutschen Bahn AG, des Umweltministeriums, des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), des Landwirtschaftsministeriums und der Landkreise Lüneburg und Harburg arbeiten an einem Leitfaden zur besseren Planung und Durchführung von entsprechenden Vegetationspflegemaßnahmen. Dabei werden sowohl die wald- und naturschutzrechtlichen Belange als auch die technischen und betrieblichen Anforderungen der Bahn berücksichtigt, sagte der Minister.

Das Land plädiert dabei für kontinuierliche Maßnahmen. Ein einmaliger radikaler Rückschnitt in diesen Bereichen würde mögliche Beeinträchtigungen nicht dauerhaft beseitigen, sondern bestenfalls befristet Entlastung schaffen, sagte Wenzel. Die Störungsanfälligkeit werde nur durch eine kontinuierlich geänderte nachhaltige Gehölzbewirtschaftung nach waldbaulichen Grundsätzen verbessert. Der Minister informierte, dass es am 24.10. einen Ortstermin geben werde, an dem Vertreter der Deutschen Bahn AG, des Unternehmens metronom und der örtlichen Forstämter teilnehmen.

Bereits am 9. Oktober hatte metronom die Einrichtung eines „runden Tisches Grünschnitt“ gefordert.

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