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Wahlkampf-Posse

„Unanständige Alternative“ – „Kummer“ um Wahlplakat-Manipulationen

21.09.2017 - 11:25 Uhr     fehlhaber    1

CELLE. Not amused zeigt sich FDP-Chef Joachim Falkenhagen. Vertreter der „Freien Wähler“ Celle hätten im Stadtgebiet beim Aufhängen eigener Plakate andere verschoben, dass man sie nicht mehr oder nur schlecht wahrnehme. „Macht es die CDU etwa besser,“ fragt sich sich Freie Wähler – Kandidat Michael Osterloh, während für seinen Sohn Claas, ebenfalls Kandidat, „die Presse an allem Schuld“ sei.

Falkenhagen ist überzeugt: Gestern Abend seien die Vertreter der „Freien Wähler“ Celle, namentlich Michael Osterloh und Philip Siebold, im Bereich Altenhagen dabei beobachtet worden, wie sie „sehr konsequent ihre Plakate aufgehängt und dabei die Plakate anderer Parteien ebenso konsequent so gedreht haben, dass sie schlechter bzw. nicht mehr zu sehen sind,

Falkenhagen sieht die Politiker diskreditiert: „Bei allem Verständnis für politisches Engagement halten wir dieses Handeln in höchstem Maße für unfair. Es widerlegt Ihren Anspruch ‚die anständige Alternative‘ zu sein.“

Frei nach dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“ wollen das Claas und Michael Osterloh nicht stehenlassen. In mehreren Postings in unserer Facebbook-Ausgabe suchen sie die Schuld bei anderen. „Sobald die Presse mal endlich anfängt objektiv zu berichten, könnten wir auch deutlich an Plakaten sparen“, glaubt der Polit-Neuling. Als wir ihn daran erinnerten, das einzige Medium zu sein, das allen Kandidaten die gleichen Chancen einräumt (die WG hatte das Angebot zur Darstellung bzw. Bewerbung der Kandidaten übrigens nicht wahrgenommen), legte er nach: „Objektiv sind Sie auch nicht gerade, […], davon habe ich mehr als genug Beispiele.“ Die Antwort auf unsere Einladung, diese zu benennen, steht noch aus.

„Wie würden Sie es machen, wenn schon die meisten Stellen durch Plakate der Parteien besetzt sind, die offenbar über sehr gute Finanzmittel verfügen“, ist ein Erklärungsversuch von Vater Michael. Die Kosten für Plakate sinken allerdings nicht, je später man sie aufhängt. Das bemerkte auch unser Leser David Kuhls: „PP – Persönliches Pech. Wenn Sie es nicht hinbekommen, rechtzeitig ihre eigenen Plakate aufzuhängen, finden Sie halt nichts mehr. Mit lächerlichen Vorwürfen und eigener Nachlässigkeit das Verdrehen und Wegschieben fremden Eigentums zu legitimieren, erinnert mich eher an eine andere ‚alternative‘ Partei.“

Michael Osterloh fragt sich, „ob Plakate der politischen Mitbewerber auf den Boden schieben und dann eigene aufzuhängen“, besser sei. Das habe er bei der CDU beobachtet.

Einzig Philip Siebold antwortet auf unsere Einladung zu einer Stellungnahme zur Sache. Diese geben wir wie gewohnt unzensiert und unkommentiert wieder:

„Ich sowie meine Kollegen, die Osterlohs, haben seit heute um 18:00 Uhr in Lachendorf und Wienhausen Plakate aufgehängt, wir sind demnach zur besagten Zeit nicht vor Ort in Altenhagen gewesen. Unterwegs haben wir ihren Bericht über die Beschuldigungen bereits zur Kenntnis genommen. Als ich gegen 00:12 Uhr gemeinsam mit den Osterlohs nach Altenhagen zurückgekehrt bin, habe ich tatsächlich die verdrehten Plakate bemerkt. Aufgrund der Höhe, in welcher diese hängen, bin ich mir jedoch aus meiner eigenen Wahlkampferfahrung sehr sicher, dass dies nicht durch Absicht, sondern durch mangelnde Befestigung geschehen ist, da die Plakate auf diese Höhe von unten geschoben werden.

Hierdurch kann es passieren, dass diese aufgrund der konischen Form von Straßenlaternen nicht mehr ausreichend von den Kabelbindern gehalten werden. Da weder ich noch Michael Osterloh zum entsprechenden Zeitpunkt vor Ort waren und das geschilderte Szenario nicht zur vorliegenden Situation passt, kann ich mir beim besten Willen nicht erklären, wie Herr Falkenhagen zu dieser Anschuldigung kommt. Aus seiner eigenen Erfahrung hätte er schließen können, dass die vermeintliche Beobachtung nicht plausibel ist. In Anbetracht dieser Tatsachen kann ich nur hoffen, dass Herr Falkenhagen einer falschen Quelle aufgesessen ist und keine bösen Absichten dahinter stecken. Ich als Freier Wähler distanziere mich ausdrücklich von derartigen Wahlkampftaktiken.“

merkel-otte

Die einzige Schieflage von Plakaten in unmittelbarer Näher unseres Büros im Schloss Celle konnten wir am Alter Bremer Weg ausmachen. Dort hatte doch glatt Bundeskanzlerin Angela Merkel ihren Parteikollegen Henning Otte plakativ vom Thron gestoßen. Der Bundestagskandidat will den Skandal aber offenbar nicht so hoch hängen. 

Die ungekürzten Zitate und Reaktionen sehen Sie in unserer Facebook-Ausgabe.

Fotos Altenhagen: Joachim Falkenhagen

Eine Antwort zu “„Unanständige Alternative“ – „Kummer“ um Wahlplakat-Manipulationen”

  1. Otto Boecking Dr. sagt:

    Ist das wirklich wahr oder ist das nur ein „September-Scherz“!? Da fotografiert Herr Falkenhagen drei verdrehte Wahlplakate in Altenhagen, „die man nun schlechter bzw. nicht mehr sehen kann“ und attestiert den „Verdrehern“ gar „ein in höchstem Maße unfaires Handeln“. Mich erinnert das allenfalls an kleine Kinder im Sandkasten, „der hat mir mein Förmchen weggenommen!“
    Es gilt zu hoffen, dass dies nicht die politische Kultur in Celle abbildet!
    Dr. Otto Boecking

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