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Celle - Landkreis - Naturschutz - Umweltpreis - Eckehard Bühring

„Unermüdlicher Einsatz für die Natur“ – Eckehard Bühring mit Umweltschutzpreis 2019 ausgezeichnet

18.06.2019 - 16:08 Uhr     Susanne Zaulick    0
Fotos: Peter Müller


CELLE. Zu Anfang der Kreistagssitzung wurde heute der Kreisnaturschutzbeauftragte Eckehard Bühring nach 31 Jahren im Amt verabschiedet und geehrt. Für seinen ehrenamtlichen Einsatz im Umwelt- und Naturschutz wurde ihm der Umweltschutzpreis 2019 durch Landrat Klaus Wiswe verliehen. „Ein großer Dank geht an Herrn Wiswe und die Verwaltungsleitung für die Zusammenarbeit und gute Atmosphäre. Es herrschte immer ein guter Ton. Ich wünsche dem Kreistag auch in Zukunft ein gutes Händchen in allen Belangen des Naturschutzes“, sagte Bühring.



Die gesamte Rede des Landrates:
„Sehr geehrter Herr Bühring,  sehr geehrte Frau Bühring sehr geehrte Kreistagsabgeordnete, sehr geehrte Vertreter der Presse, meine Damen und Herren, ich begrüße Sie, Herr Bühring, gleich noch einmal, aber nicht weniger herzlich, zur Verleihung des Umweltschutzpreises.

Sie, Herr Bühring, haben es geschafft, dass die Kreistagsabgeordneten und ich heute die Regeln brechen und das gibt es ja auch nicht so häufig.  Um den ehrenamtlichen Einsatz zu würdigen, hat der Kreistag in seiner Sitzung im Dezember 1984 die Einführung eines Preises beschlossen, der jeweils im Wechsel an Vertreter aus den Bereichen Kultur, Umwelt und dem sozialen Bereich vergeben wird. In diesem Jahr wäre eigentlich die Kultur an der Reihe gewesen.

Doch angesichts ihrer Verdienste im Bereich des Naturschutzes ist es uns allen sehr leicht gefallen, von dieser Regel abzuweichen, denn Ihr Handeln erfüllt die Vorgabe für den Preis doch über alle Maßen: herausragende und beispielhafte Aktionen und Verdienste im Bereich des Umweltschutzes.

Lieber Herr Bühring, meine sehr geehrten Damen und Herren,
lassen Sie mich kurz auf Ihre Arbeit in den vergangenen Jahrzehnten eingehen, denn dem einen oder anderen mag gar nicht bewusst gewesen sein, wie umfangreich Ihr Engagement gewesen ist. Da ist natürlich zunächst Ihre Arbeit als Kreisnaturschutzbeauftragter. Mit Beschluss des Kreisausschusses vom 1. Juni 1988 wurden Sie, lieber Herr Bühring, in dieses Amt gewählt und man kann wohl sagen, es war eine der besten und nachhaltigsten Entscheidungen, die in diesem Bereich je getroffen worden ist.

Aufgrund Ihres umfangreichen Wissens über die Natur im Landkreis Celle waren Sie schnell ein  unverzichtbarer Ansprechpartner und fachlicher Unterstützer der Kreisverwaltung. Nicht selten waren Sie ein wichtiges Bindeglied zwischen der Verwaltung und den Bürgern vor Ort.  Ganz zentral war dabei Ihr Engagement für die Naturschutzgroßprojekte des Landkreises Celle „Meißendorfer Teiche und Bannetzer Moor“ sowie „Lutter“. Im Umweltausschuss berichteten Sie regelmäßig über den aktuellen Stand des Naturschutzes im Landkreis. Sie haben sich Anfang des Jahres dazu entschlossen, das Amt des Naturschutzbeauftragten aufzugeben. Ich habe nach 31 dafür natürlich Verständnis, auch wenn ich es Ihnen aus meiner Verantwortung als Landrat gerne verboten hätte. Sie hinterlassen eine große Lücke, gerade auch, weil nur sehr Wenige den Landkreis und seine Natur so gut kennen und über viele Jahrzehnte begleitet haben.

Bereits kurz nach Ihrem Zuzug in den Landkreis Celle im Jahr 1968 haben Sie, lieber Herr Bühring, angefangen, sich für den Naturschutz zu engagieren. Der Kreis der Unterstützer hatte damals wohl noch nicht die Dimensionen wie heute.

Ihr Engagement umfasst bis heute die Mitarbeit in verschiedenen Naturschutzverbänden und Fachgruppen, ein landesweites Engagement für den Schutz des Kranichs und des Fischadlers sowie die Vorbereitung, Unterstützung beziehungsweise Leitung und die praktische Umsetzung verschiedener Naturschutzprojekte. Unsere Fachleute beschreiben Sie, lieber Herr Bühring, als einen profunden Kenner der heimischen Tier- und Pflanzenwelt.

Lassen Sie mich hier einige Arbeitsbereiche nennen:
Kranichschutzbeauftragter des Landes Niedersachsen für das Allereinzugsgebiet durch die Staatliche Vogelschutzwarte, Mitarbeit in der Arbeitsgemeinschaft Adlerschutz Niedersachsen, Koordinator Fischadler, aktives Mitglied in der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Südheide, e.V., Mitglied des Beirats der NABU Gruppe Stadt Celle e.V., Mitglied im Stiftungsrat der Naturschutzstiftung Celler Land. Ich kann weitermachen, aber wir haben ja auch noch eine Kreistagssitzung vor uns, deshalb lassen Sie mich noch anfügen, dass Sie nicht nur in der Gremienarbeit sehr aktiv unterwegs waren, sondern auch immer ein Mann der Tat sind.
Der praktische Naturschutz mit Schaufel und Freischneider lag und liegt Ihnen besonders am Herzen. Unzählige Maßnahmen im Landkreis Celle tragen Ihre Handschrift oder wurden von Ihnen aktiv unterstützt. Die Ausbreitung des Kranichs im Landkreis Celle und in Niedersachsen ist ganz wesentlich auch auf den unermüdlichen Einsatz von Ihnen, lieber Herrn Bühring, zurückzuführen.

Ihr Engagement war und ist dabei geprägt durch das Miteinander mit anderen Menschen. Sie pflegen einen intensiven Austausch über das Erreichte und über die nächsten Arbeiten. Diesen Austausch haben Sie auch in schwierigen Situationen gesucht, zum Beispiel mit Eigentümern und Nutzern, auf deren Gebieten Naturschutzmaßnahmen umgesetzt werden mussten. Nicht wenige haben Sie überzeugt, einen Beitrag für den Naturschutz zu leisten, zum Beispiel durch die Anlage eines Biotops oder den Bau von Nisthilfen für den Fischadler oder den Schwarzstorch. Im Rahmen von Führungen und Exkursionen vermittelten Sie Bürgern die Schönheiten der heimischen Natur. Fast schon legendär, so wird es mir berichtet, sind Ihre ornithologischen Führungen für die Volkshochschule Celle.

Darüber hinaus haben Sie sich als Privatmann noch weiter für den Naturschutz engagiert. Mehrere Gebiete pachteten Sie allein oder mit Gleichgesinnten an, um sie für gefährdete Arten zu erhalten und zu entwickeln. Hervorzuheben sind die Fischteiche im Raum Dalle, die Sie privat und aus eigenen Finanzmitteln seit über 40 Jahren pflegen und erhalten. Das alles habe ich jetzt in Kürze beschrieben, aber ich denke, es ist sehr deutlich geworden, dass es wohl nur wenige Menschen gibt, die diesen Preis mehr verdient haben als Sie, um damit ihr außergewöhnliches und herausragendes Gesamtlebenswerk im Dienste des Naturschutzes auszuzeichnen.

Verbunden mit dieser Auszeichnung ist auch ein Preisgeld von 2000 Euro. Das Geld soll auch ausdrücken, welche Wertschätzung wir Ihnen entgegen bringen. Sollten Sie planen, das Geld wieder in den Naturschutz zu stecken, finde ich das als Landrat gut, als Privatmensch möchte ich Ihnen aber auch raten, mindestens einmal schick essen zu gehen oder einen kurzen Urlaub zu machen, um Ihr Engagement zu feiern, das haben Sie sich verdient. Ich möchte die Urkunde zunächst im Originalwortlaut verlesen, bevor ich sie Ihnen überreiche. Anschließend erhalten Sie noch den damit verbundenen Scheck.





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