HANNOVER. Der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte (VNL/VDR) kann nicht nachvollziehen, weshalb “das Kultusministerium noch immer nicht in der Lage ist, amtliche, verlässliche Zahlen zur Unterrichtsversorgung auf dem Stand vom 18. August 2016 zu benennen”. Die Kultusministerin habe heute im Landtag als Gründe für die Verzögerung vor allem Probleme beim ‚IT.Niedersachsen‘ und bei der Korrektur im Bereich der Lehrkräfteverzeichnisse angeführt.

„Es mutet schon seltsam an, dass das Ministerium in fast sechs Monaten nicht in der Lage sein soll, korrekte Lehrkräfteverzeichnisse vorzulegen. Die Schulleitungen haben im August 2016 die Daten hierfür sehr sorgfältig eingegeben. Fehler können zwar immer vorkommen, aber dass die Lehrkräfteverzeichnisse nach dieser langen Zeit immer noch nicht korrekt sein sollen, kann einfach nicht nachvollzogen werden. Es ist daher kein Wunder, wenn Spekulationen über das Vertuschen der wahren Unterrichtsversorgung die Runde machen. Eine solche Verzögerung hat es in den letzten Jahrzehnten noch nicht gegeben“, so Manfred Busch, VNL/VDR-Landesvorsitzender erstaunt wie auch besorgt über die wahre Unterrichtsversorgung an Niedersachsens Schulen.

So erfreulich die Tatsache auch sei, dass das Land zu jedem Einstellungstermin immer wieder zahlreiche Lehrerstellen ausschreibe, so sehr besorgt den VNL/VDR die Unterrichtssituation an den Schulen: “Die Bewerberinnen und Bewerber bringen häufig nicht die Qualifikationen für die ausgeschriebenen Stellen mit. Die Folge ist, dass entweder verstärkt fachfremd unterrichtet werden muss oder der Unterricht vor allem in den MINT-Fächern gekürzt oder sogar ausfallen muss. Das geht zu Lasten der Zukunft der Schülerinnen und Schüler.”

„Die Kultusministerin sollte umgehend dafür sorgen, dass die wahre Unterrichtsversorgung offengelegt werden kann. Nur so kann sie Spekulationen über die Unterrichtsversorgung entkräften. Es ist aber zu befürchten, dass das wahre Ausmaß des Unterrichtsfehls doch größer und schmerzhafter sein wird, als die Ministerin es sich wünscht“, so Busch abschließend.

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