WINSEN/ALLER. Die UWG-Fraktion (Unabhängige Wählergemeinschaft) im Rat der Gemeinde Winsen lehnt den gemeinsamen Antrag der SPD-Fraktion und der CDW-Fraktion hinsichtlich der weiteren Naturschutzbelange im Rahmen von Natura 2000 – Resolution „Unsere Aller für alle offenhalten“ ab. In der gestrigen Ratssitzung äußerte sich der Fraktionsvorsitzende der UWG, Horst Arndt, wie folgt:

„Sehr geehrter Herr Ratsvorsitzender,

sehr geehrter Herr Bürgermeister,

sehr verehrte Kolleginnen und Kollegen,

liebe Bürgerinnen und Bürger.

Wir sollen heute einer Resolution zustimmen, die grundsätzlich den Schutz unserer Umwelt zum Thema hat. Somit stehen wir bei der Abstimmung vor der Aufgabe, ein Bekenntnis langfristiger Art für die Beschaffenheit der Natur in der Allerregion abzugeben. Eine kurzfristige Betrachtung ist nicht zielführend.

Überhaupt nicht angesagt sind jedoch populistische Äußerungen zur Sachlage von unserem Bürgermeister vor der Bürgermeisterwahl.

Die UWG bedauert die unangebrachte Wortwahl des Bürgermeisters zu diesem Thema, die natürlich vom Landkreis Celle mit Befremden aufgenommen werden musste. Ein solches Verhalten und eine solch populistische Wortwahl im Mitteilungsblatt, in den Medien und in den Informationsveranstaltungen sind für manche Leute zwar jovial und tragen mal wieder zur Stimmung in Winsen bei, aber: Sie sind einfach nicht zielführend. Damit erreicht man keinen Konsens, der unserer Meinung nach so wichtig ist bei dieser bedeutenden Aufgabe. Im Gegenteil, man verschließt wichtige Türen!

Grundsätzlich vermisst die UWG bei der vorliegenden Resolution eine differenzierte Betrachtungsweise. Sie ist einseitig auf ein Landschaftsschutzgebiet festgelegt. Zudem wird in den Diskussionen die Meinung des Landvolkes Celle, die Vertretung der Landwirte, eine reine Interessenvertretung, zu einseitig immer wieder als richtig herausgestellt. Dabei sollte man wissen, dass dieser Verband einen Antrag unterstützt, die Grundwasserentnahme von Beregnungsanlagen in Niedersachsen drastisch zu erhöhen: heute sind 16 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr  gestattet, morgen sollen es 30 Millionen Kubikmeter sein, und zwar genehmigt für einen Zeitraum von 30 Jahren!

Jede Bürgerin und Bürger mag darüber nachdenken, ob dieser Verband wirklich unsere Umweltinteressen vertritt. Die UWG-Fraktion kritisiert ebenso den ursprünglichen, nackten vorliegenden Vorschlag des Landkreises Celle für ein Naturschutzgebiet ohne die nachgeschobenen Erläuterungen als viel zu einseitig.

Aber: Für die UWG sind die nachgeschobenen Erläuterungen des Landkreises eine gute Basis für Sachgespräche zwischen der Verwaltung und dem Landkreis Celle. Solche Gespräche müssen stattfinden! Viele Punkte wie Schützenfest, Wassersport, Angeln oder Südwinsen Festival können als dauerhafte Ausnahmeregelungen in einem Naturschutzgebiet festgelegt werden.

Für die UWG gilt beim Umweltschutz, dass das Sankt Florian Prinzip nirgendwo gelten darf: bloß keine Umweltauflagen in Winsen, aber bei Anderen. Nein! Auch wir in Winsen müssen unseren Teil zum Umweltschutz beitragen. Dazu gehört, dass einige Gebiete als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden müssen, um langfristig den Lebensraum und die Lebensbedingungen aller heute existierenden Pflanzen und Tiere zu sichern. Wo ist eigentlich das Problem, wenn in bestimmten Gebieten Hunde an der Leine zu führen sind??

Also: keine Einseitigkeit der Betrachtung, keine Festlegung auf 100 % Landschaftsschutzgebiet oder 100 % Naturschutzgebiet ohne Ausnahmeregelungen! Eine differenzierte Ansicht ist dringend geboten. Deshalb lehnt die UWG-Fraktion die vorliegende Resolution ab und stellt hiermit den

ANTRAG zur Abstimmung:

Die vorliegende Resolution (Tagesordnungspunkt 20 nebst 19) wird abgelehnt.

Der Bürgermeister wird aufgefordert, mit dem Landkreis Celle umgehend Gespräche aufzunehmen, um möglichst alle von Natura 2000 betroffenen Gebiete im Gemeindegebiet als Naturschutzgebiet nach § 26 BNatSchG mit langfristigen Ausnahmeregelungen zu definieren, wobei auch die Ausweisung von einzelnen Flächen als Landschaftsschutzgebiet notfalls in Betracht zu ziehen ist.

Zu diesen Gesprächen sind Fachverbände wie der BUND, der NABU, das Landvolk Celle und sonstige Experten hinzuzuziehen.“

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