„Vor dem Hintergrund einer nicht mehr zu verantwortenden Verschuldung der Gemeinde in Höhe von rund 12,5 Millionen Euro hat die UWG-Fraktion mit einem Antrag eine Initiative gestartet, die einen umfassenden, durchdachten und kostengünstigen Lösungsweg für einige der seit längerem offenen, aber vor sich hinschmorenden Probleme in Winsen konkret aufzeigt“, so die Unabhängige Wählergemeinschaft Winsen (Aller).

Die UWG-Initiative besteht aus folgendem Hauptantrag mit integriertem 8-Punkte-Plan und Begründung; wir geben diesen ungekürzt und unkommentiert wieder:

Antrag:
Die UWG beauftragt die Verwaltung der Gemeinde Winsen (Aller), die Zusammenlegung der Verwaltung der Gemeinde Winsen (Aller) im Gebäude der jetzigen Hauptschule in Winsen (Aller) zu entwickeln und umzusetzen. Dabei ist von folgendem Szenario auszugehen:
1. Die Gemeinde kauft den gesamten Komplex der Hauptschule (erbaut von Otto Haesler) mitsamt Sporthalle vom Landkreis Celle zum Buchwert von geschätzt Euro 600.000,–.
2. Die Gemeinde verzichtet auf den Kauf des Gebäudes der Sparkasse. Die Ersparnis in Höhe von Euro 350.000,– (im Haushalt 2014) plus zusätzlich notwendiger Umbaukosten wird zum Erwerb der Hauptschule verwendet.
3. Das Gebäude Am Amtshof 4 (Touristinformation, Bücherei) wird verkauft, der Kaufpreis wird zum Erwerb der Hauptschule verwendet.
4. Das Gebäude Am Amtshof 8 (Kämmerei) wird verkauft, der Kaufpreis wird zum Erwerb der Hauptschule verwendet.
5. Die im Investitionsplan 2014 für die Sanierung des Rathauses und des Gebäudes Am Amtshof 8 vorgesehenen Mittel in Höhe von Euro 250.000,– werden auf das Rathaus beschränkt, die daraus erzielten Einsparungen zum Kauf der Hauptschule verwendet.
6. Das Wielingsche Haus (Bauverwaltung) wird vermietet.
7. Die Touristinformation und die Bücherei ziehen um in das jetzige Rathaus, in dem zusätzlich das Trauzimmer verbleibt.
8. Das Jugendzentrum wird in der Hauptschule untergebracht.

Begründung:
1. Die Zentrierung der Verwaltung am Standort Hauptschule fördert durch das Prinzip kurzer Wege innerhalb und zwischen allen Abteilungen die Kommunikation und die Kooperation. Sie führt zur Erhöhung der Effektivität der Verwaltung und der Steigerung der Motivation der Mitarbeiter. Zusätzlich ist Einsparungspotential zu erwarten. Der Archivzugriff ist schnell. Der Haesler-Bau kann obendrein zu einer zusätzlichen touristischen Anlaufstelle werden.
2. Der Besuch auswärtiger Gäste mit der Touristinformation im jetzigen Rathaus wertet Winsen touristisch auf, zumal der Platz mit Rathaus und Wielingschem Haus unverändert bleibt. Parkraum für Besucher ist vorhanden. Durch den Verbleib des Trauzimmers im Rathaus behält dieses die Bedeutung für eine gute, familiäre Erinnerung an das historische Winsen.
3. Durch den gleichzeitigen Erwerb der Sporthalle wird der wichtige Zugriff auf eine Sporthalle in Winsen gesichert, die Abhängigkeit vom Landkreis wird aufgehoben.
4. Die Bücherei erhält mehr räumliche Entwicklungsmöglichkeiten (Möglichkeit der Einrichtung von Leseräumen und Vorlesungsräumen, etc.) und bleibt in der Nähe der Grundschule mit einem relativ verkehrssicheren Zugang von der Grundschule aus. Die Gefährdung der Kinder beim Besuch der Bücherei bleibt sehr gering.
5. Die Hauptschule bietet genügend Raum nicht nur für schulische Zwecke. So ist es denkbar, Vereinen feste Räume für die Durchführung ihrer Aktivitäten und für regelmäßige Treffen zur Verfügung zu stellen, z. B. dem Schachverein, der DLRG oder anderen Organisationen.
6. Die Unterbringung des Jugendzentrums in der Hauptschule gewährleistet genügend Raum und Entwicklungsmöglichkeiten unserer Jugendlichen. Die Nähe zur Sporthalle und die Nähe zu den Räumlichkeiten anderer Vereine (z.B. Schachverein, DLRG, etc.) ermöglicht vielfältige Angebotsmöglichkeiten für Jugendliche, die örtliche „Verzahnung“ des Jugendzentrums mit den Räumlichkeiten anderer Vereine könnte dort zu Mitgliedererhöhungen führen – und umgekehrt.
7. Das Außengelände bietet genügend Parkmöglichkeiten für Besucher der Verwaltung der Gemeinde und Platz für das Jugendzentrum. Ein Durchstich zum Lidl-Parkplatz ist möglich.
8. Die Finanzierung aus den für den Sparkassenkauf vorgesehenen Mitteln und dem Verkauf der 2 Grundstücke in Verbindung mit den langfristigen Einnahmen aus der Vermietung des Wielingschen Hauses ergibt u.E. zumindest ein Nullsummenspiel und ist vorteilhaft für die Gemeindefinanzen. Hohe Energiekosten und hoher Erhaltungs- bzw. Renovierungsaufwand für die Gebäude Am Amtshof 4 und 8 werden kurz- und langfristig vermieden. Weitere Raumvermietungen an Dritte im Komplex der Hauptschule sind denkbar.“

„Der aufgezeigte Lösungsweg der UWG ist kurz- bis mittelfristig ausgerichtet. Es wird kein Hau-Ruck-Verfahren geben müssen, da kein immenser Zeitdruck besteht. Im Gegenteil: der vorgeschlagene Weg lässt der Verwaltung in Winsen genügend Zeit, in Kooperation mit dem Landkreis eine umfassende, geordnete, realistische und detaillierte Planung für eine kostengünstige Lösung durchzuführen. Aufgrund des Verzichts des Kaufes der Sparkasse und des Verkaufs der dauerhaften Kostentreiber der Gebäude Am Amtshof 4 und 8 ist ein Nullsummenspiel bei Berücksichtigung des aktuellen Standes der Diskussionen denkbar“, führt die UWG weiter aus.

Die Entscheidung über den Verkauf von zwei das Ortsbild prägenden Gebäuden bedauert die UWG, sie sei aber für die UWG unvermeidlich, da in der Vergangenheit die Weichen in die falsche Richtung zu einer viel zu hohen Schuldensituation gestellt worden seien und in naher Zukunft weitere hohe Ausgaben auf die Gemeinde zukommen würden (Hochwasserschutz, Sportanlagen, etc.).

„Es bleibt Aufgabe der Verwaltung, beim Verkauf der zwei Grundstücke den Erwerbern mit Verhandlungsgeschick Zugeständnisse abzuringen, die dazu beitragen, das Ortsbild nicht zu sehr zu beeinträchtigen und in seinem Grundcharakter zu erhalten“ erklärt die UWG.

Die UWG erwartet, dass die aufgeführten Sachargumente den Rat der Gemeinde Winsen (Aller) und seine Ausschüsse überzeugen können und diese den UWG-Antrag positiv unterstützen.

Kommentare sind geschlossen.