WINSEN/ALLER. Die UWG-Fraktion stellt möchte ein langfristig ausgelegtes Gesamtkonzept für Grünflächen, Ruhezonen und Parkplätze für die Ortsmitte des Kernorts Winsen durch die Verwaltung erarbeiten lassen. Dazu wurde jetzt ein ein entsprechender Antrag gestellt. Zur Begründung heißt es:

„Es wurden in jüngster Vergangenheit verschiedenste Bauvorhaben im Kernort Winsen (Aller) realisiert. Weitere Bauvorhaben befinden sich in der Planung bzw. bereits in der Beratungsphase. Das Parkplatzangebot in der Ortsmitte lässt bereits heute zu wünschen übrig.

Bei Betrachtung der Flächen im Kernort und der Berücksichtigung von Bauvorhaben wird deutlich, dass die Beibehaltung bzw. die Möglichkeit der Neuschaffung von Grünflächen und Ruhezonen mit jedem Bauvorhaben geringer geworden ist und wird. Mit jedem Bauvorhaben im Kernort entfernt sich Winsen mehr vom einstmals angedachten Kurort mit ausgewiesenen Grünflächen und Ruhebänken. Aufgrund der Rechtslage wissen wir, dass Winsen nur noch schwerlich die Bezeichnung „Kurort“ erlangen kann – was für unsere Touristikziele hervorragend wäre. Aber auch ohne dieses „Aushängeschild Kurort“ dürfen wir die Einrichtung von Grünflächen  und Parkbänken nicht aus den Augen verlieren.

Denn viele Menschen sind deshalb nach Winsen gezogen, um in einem Ort mit vielen attraktiven Angeboten an Kindergärten und Schulen, Einkaufsmöglichkeiten, Ärzten, Apotheken und Sportmöglichkeiten in einem gesunden und ruhigen, beschaulichen Umfeld zu leben.

Eines ist klar: mit jeder Errichtung eines Gebäudes im Ortskern verliert die Gemeinde die Flexibilität, eine Grünfläche anzulegen. Jeder Neubau im Ortskern schließt dieses generationenlang aus. Ein Zweites ist auch klar: Die älteren Menschen werden zunehmend einen immer größeren Anteil der Bevölkerung ausmachen. Diesem Trend werden wir uns auch in Winsen nicht entziehen können.

Das erfordert, dass die politisch Verantwortlichen diese Entwicklung vermehrt ins Kalkül ziehen müssen und jede Baumaßnahme an den Bedürfnissen auch der Älteren messen müssen. Aber wo ist unser „Kompass“ für die Entwicklung des Kernorts?  Er fehlt.

Die Beratungen in den Gemeindegremien zu Bauvorhaben erfolgen immer nur mit einer Einzelfallbetrachtung des jeweiligen Projektes. Bei diesen Einzelfallbetrachtungen wird nicht explizit untersucht, ob nach Fertigstellung des Baues die ganze Infrastruktur und Baustruktur von Winsen noch gut zusammenpassen und  sich die Lebensqualität aller Einwohner, auch der älter Werdenden, dadurch erhöht oder vermindert.

Winsen ist weltmeisterlich im Bauen. Viel Bauen heißt aber noch lange nicht, langfristig richtig zu gestalten! Wir beantragen deshalb, einen „Kompass“ in Form eines langfristig ausgelegten Konzeptes aufzustellen für die Ortsmitte* des Kernorts Winsen (Aller) für Grünanlagen und Ruhezonen (mit Bänken), aber auch mit Parkplätzen. Dieses Konzept soll ab sofort Richtschnur sein bei der Beratung einzelner Bauvorhaben.“

Die UWG  möchte diesen Antrag zur weiteren Beratung schnellstmöglich an die Arbeitsgruppe Kernort Winsen (Aller), den Bau-, Planungs- und Umweltausschuss und den Schul-, Sozial-, Jugend und Integrationsausschuss  verwiesen haben.

Den Kernort definiert die UWG wie folgt: südliche Grenze: Aller; nördliche Grenze: Meißendorfer Str. /Alte Celler Heerstr.; westliche Grenze: Meißendorfer Kirchweg / Allerstr. / Auf der Hude; östliche Grenze:    Alte Celler Heerstr. / Südlich über Wiese zur Aller.

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