WINSEN/ALLER. Die UWG-Fraktion hat heute einen Dringlichkeits-Antrag für eine Resolution im Gemeinderat an Bürgermeister Dirk Oelmann geschickt. Darin tritt die UWG dafür ein, die Oberschule im Allertal in Winsen für die vollwertige gymnasiale Beschulung bis zum Abitur im Westkreis vorzusehen und vom Bau eines neuen Gymnasiums im Westkreis gänzlich abzusehen.

In dem Antrag heißt es ungekürzt:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

die UWG-Fraktion möchte Sie bitten, die nachfolgend aufgeführte Resolution im Rat der Gemeinde Winsen (Aller) schnellstmöglich beschließen zu lassen und diese dem Landrat des Landkreises Celle und allen Kreistagsabgeordneten zeitnah zur Information zuzuleiten.

„Resolution zur Schulentwicklung der Oberschule im Allertal

Aufgrund neuer Entwicklungen rückt die Gemeinde Winsen (Aller) von ihrer Resolution vom 03.04.2019 ab, ein Gymnasium in Winsen (Aller) für den Westkreis des Landkreises Celle zu errichten. Stattdessen unterstützt die Gemeinde Winsen (Aller) die folgende Lösung:

Die Oberschule im Allertal wird ab der 5. Klasse zu Beginn des Schuljahres 2020/2021 für alle 3 Schulformen Hauptschule, Realschule und Gymnasium separat im Klassenverband beginnen. Der gymnasiale Zweig erfüllt damit vollständig die Voraussetzungen für das Abitur bis zur 13. Klasse an der Oberschule im Allertal. Damit entfällt der Bedarf eines neuen Gymnasiums im Westkreis sowie die Errichtung einer gymnasialen Außenstelle im Westkreis.

Die Gemeinde Winsen (Aller) bittet den Kreistag um Berücksichtigung dieses Anliegens in allen Beratungen zur Schullandschaft im Landkreis Celle und den damit einhergehenden zu treffenden Entscheidungen.“

Begründung:

Die Gremien der Oberschule im Allertal haben vor kurzem eine Neuausrichtung ab dem Schuljahr 2020/2021 beschlossen: bereits ab Klasse 5 werden die Schulzweige Hauptschule, Realschule und Gymnasium parallel zueinander bis zur Klasse 10 unter dem Dach einer Oberschule eingerichtet. Die Eltern entscheiden ab Klasse 5, in welchem Zweig sie ihr Kind anmelden. Die Durchlässigkeit von einem zum anderen Zweig ist danach gegeben.

Die Einrichtung einer Oberstufe für den gymnasialen Zweig in der Oberschule im Allertal wird von der Oberschule im Allertal angestrebt. Anträge auf Zulassung des gymnasialen Zweiges bis zum Abitur für Oberschulen in Niedersachsen werden zur Zeit von vielen Oberschulen in Niedersachsen auf den Weg gebracht.  Damit gibt die Oberschule im Allertal ihr heutiges Unterrichtsprinzip mit den 3 Phasen Einstieg (Klassen 5 und 6),  Orientierung (Klasse 7)  und Qualifizierung (Klassen 8, 9 und 10) für alle neuen fünften Klassen ab dem Schuljahr 2020/2021 auf.

Parteiübergreifend besteht im Landkreis Celle Einigkeit darüber, eine durchgehende gymnasiale Beschulung von Klasse 5 bis zum Abitur für die Kinder an einem Standort im Westkreis zu ermöglichen. Eine Entscheidung über das Wo und Wie muss sich am Wohl und einer guten schulischen Ausbildung der Schülerinnen und Schüler, aber auch an den damit verbundenen Kosten orientieren.

Die Kreispolitik hat die Schülerströme ab Klasse 5 bereits seit längerer Zeit von Wietze und Hambühren nach Winsen (Aller) als größte Westkreisgemeinde geleitet: zunächst wurde die Realschule als Mittelpunktschule gebaut, seit mehreren Jahren werden Haupt- und Realschüler aus Wietze und Hambühren in der Oberschule in Winsen unterrichtet. Für Schüler/-innen aus Boye, Klein-Hehlen und Bergen ist der Standort Winsen eine attraktive Alternative zu Celle. Die Einrichtung dieser Schulstruktur im Westkreis mit zentralem Ort Winsen (Aller) hat sich bereits jetzt bewährt.

Mit dem Besuch des gymnasialen Zweigs ab Klasse 5 in der Oberschule in Winsen entfallen lange An- und Abfahrzeiten zu den Gymnasien in Celle und zermürbende Wartezeiten, Faktoren, die sich auf den Lernerfolg positiv auswirken werden. Probleme bei der Lehrerversorgung werden nicht gesehen. Die Lebensqualität der ganzen Familie wird durch den Schritt zur frühen gymnasialen Beschulung in Winsen wesentlich gesteigert. Einsparungen bei den Fahrkosten für Schülerinnen und Schüler zum gymnasialen Unterricht werden die Eltern und den Landkreis Celle immens entlasten. Die Benachteiligung der Schülerinnen und Schüler im Westkreis hört auf.

Die Einrichtung des gymnasialen Zweiges ab Klasse 5 in der Oberschule im Allertal ab Schuljahr 2020/2021 macht die Errichtung eines neuen Gymnasiums im Westkreis überflüssig, weil diese „Winser Gymnasiasten“ die vorhandenen Einrichtungen der Oberschule im Allertal mit nutzen können: neue moderne Mensa, neue Sporthalle, neuer Busbahnhof, neuer Sportpark mit neuen Sportanlagen. Es sind genügend große Klassenräume vorhanden, zudem befinden sich neue Räume bereits in Planung und sind beantragt.

Eventuell notwendige bauliche Maßnahmen sind bei der Oberschule ohne großen Aufwand möglich, weil Anbauten einfach zu bewerkstelligen sind und Aufstockungen beim Gebäude am Gildesweg schon beim Bau eingeplant wurden. Zudem muss der Landkreis Celle als Eigentümer der Flächen keine teuren Grundstücke hinzukaufen.

Die hohen aktuellen und früheren Investitionen des Landkreises Celle und auch der Gemeinde Winsen (Aller) in diesen Schulstandort im Westen Winsens machen sich sozusagen mit der Einführung des gymnasialen Zweiges der Oberschule ab Klasse 5 doppelt bezahlt!

Die UWG schätzt, dass der Landkreis mindestens 20 Millionen Euro an Gebäude- und Infrastrukturausgaben einspart, wenn kein neues Gymnasium im Westkreis gebaut wird. Weitere Millionen an jährlichen Kosten werden eingespart, weil das bestehende Netz der Schülertransporte der Cebus zwischen Wietze, Hambühren und Winsen und all ihren Ortsteilen aufgrund der gleichen Wege der Schülerinnen und Schüler im gymnasialen Zweig der Oberschule im Allertal nicht groß verändert werden muss. Die Weiterentwicklung der Außenstelle des HBG in Hambühren ist ineffizient und vergleichsweise zu teuer. Der Aufbau von gymnasialen Parallelstrukturen im Westkreis sollte vermieden werden.

Fazit: die von den Gremien der Oberschule im Allertal beschlossene Neuausrichtung ab Schuljahr 2020/2021 ist der richtige Weg zu einem gymnasialen Angebot im Westkreis.

Die Weichen wurden von der Oberschule im Allertal zum Wohl der Schülerinnen und Schüler  und der Eltern im Westkreis für die Zukunft richtig gestellt. Zugleich ist diese Entwicklung der Oberschule hin zu einer gymnasialer Beschulung mit Abitur die weitaus kostengünstigste Variante für den Landkreis Celle und somit für die Steuerzahler.

Die UWG-Fraktion bittet alle Mitglieder des Rates der Gemeinde Winsen (Aller), diese  Resolution möglichst einstimmig zu unterstützen.

Horst Arndt

Fraktionsvorsitzender UWG „

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