UWG Winsen will "retten, was noch zu retten ist"

Politik Von Redaktion | am Fr., 10.06.2016 - 20:55

WINSEN. Die UWG macht sich erneut Sorgen um das Dorfleben und den Ortscharakter von Winsen. Nach dem Abriss vom „Sandkrug“ und dem „Hotel Zur Post“ drohe weiteres Ungemach in Winsen, wenn nicht noch ein Wunder geschehe, so Horst Arndt, 1.Vorsitzender der Unabhängigen Wählergemeinschaft Winsen (Aller).

"Das Areal der Hauptschule, ein Filetstück im Ortskern von Winsen und das Ortsbild seit vielen Jahren prägend, soll nach dem Willen der Mehrheitsgruppe GfW (SPD, Falke-Gruppe, Ekinci, Giesler, Krizsan) vom Landkreis Celle an einen Investor verkauft werden, der damit machen kann, was er will: alle heutigen Gebäude niederreißen, die alten Eichen absägen, den dortigen Charakter zerstören,… Uns, der UWG, tut das Herz weh, wenn wir uns ausmalen, dass die öde Asphaltdecke vor KIK und LIDL noch einmal vergrößert würde und einfältige und triste Flachbauten oder Betongebäude das heutige Gelände beherrschen! Mit dieser politischen Mehrheitsentscheidung gegen einen CDU-Antrag wurde die letzte Chance verpasst, den Charakter von Winsen an dieser Stelle zu erhalten und eine Belebung des Dorflebens im Zentrum zu ermöglichen. Eine von architektonisch wertlosen Betriebsgebäuden bestimmte Einöde aus asphaltierten Parkplätzen droht hier jetzt Platz zu greifen!", schreibt Arndt in einer Pressmitteilung.

Er stellt klar: Die UWG möchte keine Industrieöde an dieser Stelle! Deshalb habe sie sich bereits in 2014 und 2015 Gedanken darüber gemacht, was mit dem Gelände der Hauptschule passiert, wenn der Landkreis Celle die Gebäude nicht mehr benötigt. "Wir haben damals die Zusage vom Landkreis bekommen, dass die Gemeinde das gesamte Areal zum jeweiligen Buchwert erwerben kann. Und wir haben gehandelt", so Arndt.

Bereits am 20. Juni 2015, also lange vor der Zeit des derzeitigen Antrags der CDU auf Erwerb des Areals der Hauptschule im April 2016, habe die UWG einen ersten Antrag im Rat der Gemeinde auf eine Bürgerbefragung gestellt, mit der Erwartung, dass die Bürger Winsens dafür stimmen, das gesamte Areal der Hauptschule vom Landkreis Celle zum Buchwert zu kaufen, um dort ein Bürgerzentrum zu schaffen. Ein zweiter Antrag der UWG gleichen Inhalts vom 09.10.2015 aufgrund inkorrekter Beratung des ersten Antrags im Gemeinderat folgte, beide wurden im Rat vom Bürgermeister und seiner Mehrheit abgelehnt.

"Die CDU hat unsere Idee jetzt aufgegriffen und ihren Antrag mit Zielen, die denen der UWG stark ähneln, auf den Weg gebracht mit einer Ausnahme: zur Schaffung von Räumen für die Dorfgemeinschaft laut CDU wollte die UWG (neben Polizeistation, Rotes Kreuz, Begegnungsstätten für Familien- und Senioren, Übungsräume für Vereine und Privatpersonen für Musik, usw.) zusätzlich auch große Teile der Gemeindeverwaltung auf dem Hauptschulgelände unterbringen, damit deren Dienste den Bürgern nach dem Prinzip kurzer Wege zentral angeboten werden können."

Die UWG habe in 2015 auch gleich eine Finanzierung vorgeschlagen: auf dem Gelände des abgerissenen Gebäudes der Tourist Information sollte gemäß ihrer Planung kein neues Verwaltungsgebäude für 2,1 Millionen Euro auf einem alten Allerarm im vom Hochwasser gefährdeten Gebiet gebaut werden, sondern eine öffentliche Grünfläche mit Bouleplatz sowie sichere Haltemöglichkeiten für Schulbusse und Eltern, die ihre Kinder zur Grundschule bringen.

"Wir bedauern in diesem Zusammenhang, dass die CDU in der losgetretenen Diskussion über die Zukunft der Hauptschule mit keinem Wort die alten Anträge der UWG erwähnt, die den Zielen der CDU, was die Dorfgemeinschaft anlangt, nahezu gleichen - Ist schon Wahlkampf, Herr Peters? ", richtet Horst Arndt eine rhetorische Frage an den Vorsitzenden den Fraktionsvorsitzenden der CDU Winsen.

Die UWG stellt folgendes grundsätzlich fest:  "Dem Bürgermeister und allen Ratsmitgliedern ist aus den abgelehnten Anträgen der UWG im Gemeinderat im Jahr 2015 bekannt, dass die UWG mehrmals vom Landkreis Celle die Zusage bekommen hat, das gesamte Areal der Hauptschule mit Turnhalle und Haesler-Bau zum jeweiligen Buchwert kaufen zu können, der Mitte 2017 bei rund 500.000 Euro liegen dürfte. Ein Schnäppchen, für das der Bürgermeister und seine Ratsmehrheit aus SPD, der Falke-Gruppe und den Herren Krizsan, Giesler und Ekinci bis zum Umfallen kämpfen müsste! Aber nein! Die GfW redet das Projekt tot aufgrund von Kaufpreisen und Renovierungskosten, die völlig aus der Luft gegriffen sind: über 3 Millionen Euro geistern in Gesprächen durch die Argumentationen, aber bis heute wurde keine konkrete Schätzung von Kosten für Renovierungsmaßnahmen vorgenommen und erstellt und den Ratsmitgliedern zugeleitet. Wie kann die GfW ohne eine seriöse Grundlage eine solch wichtige Entscheidung fällen, die Hauptschule nicht zu kaufen? Die UWG meint: überhaupt nicht akzeptabel! "

Die UWG frage sich, warum der Bürgermeister es einfach so zulassen wolle, dass nicht die Gemeinde, sondern ein nicht kontrollierbarer Investor das Gelände kaufen darf. Wobei doch so ein großes Potential für eine vielfältige Bürgernutzung vorliege.
Zudem vergebe die Gemeinde die Möglichkeit einer ununterbrochenen Nutzung der dortigen Turnhalle bis zur Einweihung der neuen Turnhalle der Oberschule Mitte 2019 für Vereine, Träger der Erwachsenenbildung und andere Nutzer. Ein Desaster entstehe jetzt für alle, die heute diese Halle nutzen – dies sei der SPD und der Falke-Gruppe offensichtlich egal!

Nur das Haesler-Gebäude soll laut Antrag der GfW jetzt noch erworben werden. Die UWG vermutet: "wahrscheinlich als Feigenblatt, um den berechtigten, zu erwartenden Bürgerzorn etwas von sich abzulenken".
Erstaunlich dabei sei der Sinneswandel von Bürgermeister Oelmann und der GfW innerhalb eines knappen Jahres: bei der Argumentation gegen die Anträge der UWG im Jahr 2015 haben diese unsere Anträge im Gemeinderat abgeschmettert und damals insbesondere den Erwerb des Haesler-Baues abgelehnt, weil dessen Renovierung aus Kostengründen völlig inakzeptabel sei! - Honi soit, qui mal y pense!!
Für die UWG ist klar: wir werden den Erwerb des Haesler-Baus nun unterstützen, jedoch nur zähneknirschend, weil der von uns gewünschte Kauf des gesamten Areals im Verwaltungsausschuss abgelehnt wurde. Ihr Motto: Es gilt zu retten, was noch zu retten ist!

Noch heute wäre die UWG froh, wenn das neue Verwaltungsgebäude für über 2 Millionen Euro nicht gebaut würde. Da die Realisierung jedoch wohl nicht mehr zu verhindern sei, schlägt die UWG vor, dieses neue Gebäude komplett an Dritte zu vermieten. Es werde von der Gemeindeverwaltung nicht benötigt. Die Tourist Information und die Bücherei seien anderweitig hervorragend untergebracht. Auch die Kämmerei könne ungestört arbeiten, für das Jugendzentrum seien andere Lösungen im Gespräch. Die Mieteinnahmen aus dem Verwaltungsgebäude könnten dann zur Finanzierung des Umbaus der Hauptschule herangezogen werden.

"Vielleicht denkt der Bürgermeister, die GfW, die CDU und Bündnis 90/Die GRÜNEN über diesen Vorschlag der UWG einmal nach! Laut Herrn Toboll vom Landkreis Celle ist noch bis August 2016 Zeit zum Umdenken", appelliert Horst Arndt an die kritisierten Fraktionen.