ver.di befürchtet Nachteile für Beschäftigte der AKH-Gruppe

Gesellschaft Von Redaktion | am Do., 26.09.2019 - 17:55

CELLE. Die Gewerkschaft ver.di, Bezirk Region Süd-Ost-Niedersachsen, bewertet die aktuelle Situation des AKH-Personals in Zeiten der Finanzmisere. Bereits im Februar des Jahres habe ver.di, damals vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Ausgliederung der Servicebereiche, gefordert: „Alle nun folgenden Schritte verlangen eine höchstmögliche Absicherung der betroffenen Kolleginnen und Kollegen:

- Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen
- Beibehaltung der geltenden Tarifverträge
- Absicherungen durch Überleitungstarifverträge"

Nun dränge sich die Angst und der Verdacht auf, dass möglicherweise genau diese Forderungen, die damals für die Beschäftigten in Küche, Wäscherei und Logistik erhoben wurden, eine ganz neue Aktualität für alle Beschäftigten erlangen. Gerade für Peiner Beschäftigte seien die jüngsten Pressemitteilungen zum Verkauf des Klinikums Peine nicht dazu angetan, mit Ruhe und Hoffnung in die Zukunft zu blicken. Von vier möglichen Interessenten sei nur einer (so er denn wirklich als Interessent infrage kommt) in einer öffentlich-rechtlichen Einbettung verankert: Die Klinikum Braunschweig gGmbH. Die übrigen (HELIOS, AMEOS und wohl auch der vierte Interessent) seien nicht dafür bekannt, dass die Beibehaltung der Tarifverträge des Öffentlichen Dienstes ihr Kernanliegen sind, so ver.di

„Da ist es an der Zeit, dass daran erinnert werden muss, was 2002 den 'Verkauften' zugesichert wurde ...“, so Axel Reichinger vom ver.di-Bezirk Süd-Ost-Niedersachsen. Damals wurde in einer Vereinbarung zur Krankenhausausgliederung zwischen Landkreis Peine und dem - für das Klinikum Peine zuständigen - Personalrat festgeschrieben, dass  “... für den Fall der künftigen Geltung eines anderen Tarifvertrages oder des Wegfalls der Tarifbindung, die bisherigen arbeits- und tarifrechtlichen Regelungen als Mindestregelung bis zum Ende des jeweiligen Arbeitsverhältnisses... Anwendung finden.“

Aber auch für Celle lassen sich laut ver.di interessante Aussagen der Presse entnehmen: Danach soll der HELIOS-Konzern eher ein Interesse am AKH Celle formuliert haben. "Und natürlich werden sich gerade auch Insider die Frage stellen, wie es - im Falle eines Verkaufs von Peine - mit dem AKH Celle als Solitär in einer Krankenhauslandschaft weitergehen soll, die wohl zu Recht als „Haifischbecken“ beschrieben wird...  AKH – Quo vadis...? Die Fragezeichen werden größer!", so ver.di abschließend.