CELLE. „Quo vadis, AKH?!“ – unter dieser Überschrift waren die ver.di-Mitglieder aus dem AKH Celle sowie aus dem Klinikum Peine am Mittwoch zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung eingeladen worden. Mehr als 100 Mitglieder und Gäste konnten Elke Nobel, im ver.di- Landesbezirk zuständig für Krankenhäuser und Kliniken in Niedersachsen-Bremen sowie Axel Reichinger aus dem ver.di-Bezirk Süd Ost Niedersachsen, in der CD-Kaserne in Celle begrüßen. Einziges Thema waren die jüngsten Nachrichten über die aktuelle Haushaltsmisere der AKH-Gruppe (CELLEHEUTE berichtete).

Für das Geschäftsjahr 2017 war kürzlich ein Minus von 16,5 Millionen Euro bekanntgegeben worden und auch über mögliche Konsequenzen wurde bereits öffentlich nachgedacht… Dementsprechend verunsichert und beunruhigt zeigten sich die Beschäftigten. Welche Konsequenzen haben sie angesichts einer so massiven Finanzkrise zu erwarten? Gibt es bereits konkrete Planungen? Wer ist verantwortlich? Das waren nur einige der Fragen, die an diesem Abend diskutiert wurden.

Die Betriebsratsvorsitzende des Klinikum Peine, Christine Leckelt, sowie der Betriebsratsvorsitzende des AKH Celle, Ralf Laumert, gaben Sachstandsberichte und erläuterten die jüngsten Entwicklungen. Dabei wurde auch deutlich, dass die Betriebsräte bereits seit Längerem mit kritischen Fragen auf „Unklarheiten“ in wirtschaftlichen Fragen der AKH-Gruppe hingewiesen hätten. Diese Hinweise seien sowohl an den (früheren) Vorstand sowie den Aufsichtsrat der Kliniken gegeben worden.

Insbesondere bei der Frage nach den Verantwortlichen und möglichem Missmanagement erinnerte man sich an die hohe Fluktuation in der Führungsebene und auch daran, dass die 2012 vollzogene Abschaffung des sogenannten „Zweier-Vorstands“ hin zu einer auf eine einzige Person zentrierte Führung offensichtlich begünstigend auf die Missstände gewirkt hätten. Inwieweit der Aufsichtsrat seiner Aufsichtspflicht überhaupt nachgekommen sei, provozierte unter den Anwesenden auch die Frage nach der Kompetenz und Zusammensetzung eines solchen Gremiums.

„Wenn man weiß, dass die Betriebsräte bereits früh das wirtschaftliche Verhalten des früheren Vorstandes auch im Aufsichtsrat kritisch hinterfragt haben,- wenn man weiß, dass der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat zu Beginn des Jahres ebenfalls kritische Fragen in diesem Gremium gestellt hat –  dann stellt sich in der Tat die Frage, wie ernsthaft dieser Aufsichtsrat sein Mandat wahrnimmt“, sagte Axel Reichinger.

Der nächste wichtige Termin werde nun der 17.12.2018 sein: Dann tagt der Aufsichtsrat erneut und ver.di rechnet damit, dass konkrete Planungen zur Krisenbewältigung vorgestellt werden. Noch hoffen alle auf kluge Lösungen; sowohl die Betriebsräte der beiden Kliniken als auch Elke Nobel von ver.di riefen alle Beschäftigten auf, jetzt nicht aus Angst vor einer unbestimmten Zukunft dem Klinikum den Rücken zu kehren: „Die Krise können wir nur mit euch bewältigen. Die Kliniken brauchen euch“, so Leckelt, Laumert und Nobel unisono. Bei ver.di war man sich am Schluss der Veranstaltung sicher: „Wir werden sehr kritisch und aufmerksam die weitere Entwicklung verfolgen – und sollte es so sein, dass  – mal wieder – die Beschäftigten die Suppe auslöffeln sollen, dann werden wir uns wehren!“.



Sie müssen sich registrieren oder anmelden, um diesen Beitrag zu kommentieren.