Veranstalter von Festivals und Open Airs fordern eine Perspektive

Musik Von Extern | am Fr., 19.03.2021 - 15:42

WINSEN/ALLER. Der Arbeitskreis Niedersächsische Festivals fordert eine Perspektive für die Kulturveranstaltungen in diesem Sommer. Nils Dujat, 2. Vorsitzender des Südwinsen Festival e.V. vertritt die Open Air Veranstaltungen im Landkreis Celle – Bockpalast, Celler Stadtfest und Südwinsen Festival e.V. in diesem Arbeitskreis, der in 14-tägigen Rhythmus in Online-Videokonferenzen zusammentrifft. Zur aktuellen Situation schreibt der Arbeitskreis: 

Von Hurricane bis Heidelberger Frühling — in ganz Deutschland sagen Festivals ab. Auch in Niedersachsen haben sich bereits Festivals wie u.a. Fährmannsfest, Masala Weltbeat oder A-Cappella-Woche entschieden dieses Jahr auszusetzen zu müssen. Gibt es also überhaupt noch Hoffnung auf Open-Air-Kultur im Sommer?

Über 40 kleinere und mittlere Festivals in Niedersachsen kämpfen darum. Ihr Zusammenschluss hat Anfang Februar ein Positionspapier veröffentlicht und ist im Gespräch mit Abgeordneten des Landtags, Ministerien, Oberbürgermeister:innen sowie mit Behörden und Organisationen in ganz Niedersachsen. Zwei Konzeptpapiere wurden auf Grundlage dieser Gespräche ausgearbeitet. Zum einen soll eine Task-Force im Zusammenspiel zwischen Behörden, Veranstalter:innen und Expert:innen Vorlagen und Rahmenbedingungen entwickeln, auf deren Grundlage Veranstaltungen ermöglicht werden. Außerdem soll ein Ausfallkostenfonds jetzt die Planung ermöglichen, denn das Abschließen von Verträgen mit den stark gebeutelten Dienstleistungsbetrieben aus Veranstaltungstechnik oder -logistik und vor allem mit Künstler:innen und ihren Agenturen muss mit Vorlauf geschehen. Das Risiko im Falle einer behördlichen Absage diese Kosten zu tragen ist für die Festivalveranstaltenden nicht möglich, da sonst die Insolvenz droht!
Beide Konzepte liegen der Politik vor, allerdings gab es bis auf großes Verständnis in den Gesprächen bisher keine konkreten Rückmeldungen. Diese sind aber essentiell, um die Planungen für einen Festivalsommer weiterhin zu ermöglichen. Mit der Gründung einer Task-Force und dem Ausarbeiten eines Term-Sheets für den Ausfallkostenfonds sollen hier starke Signale gesetzt werden, sich für die Open-Air-Kultur einzusetzen.

Nils Dujat, 2. Vorsitzender des Südwinsen Festival e.V. vertritt die Open Air Veranstaltungen im Landkreis Celle – Bockpalast, Celler Stadtfest und Südwinsen Festival e.V. in diesem Arbeitskreis, der in 14-tägigen Rhythmus in Online Videokonferenzen zusammentrifft. „Es haben inzwischen Gespräche mit allen Landtagsfraktionen außer der AfD stattgefunden. Das Feedback war durchweg positiv und alle Fraktionen haben ihre Unterstützung zugesichert,“ berichtet Dujat. „Im Landkreis Celle habe ich vergangene Woche den Herren Landtagsabgeordneten Adasch und Schepelmann den entwickelten Task-Force Ansatz vorgestellt. Auch Landrat Wiswe und der Bürgermeister von Celle, Herr Dr. Nigge wurden über unsere Initativen und Sorgen informiert“, so Dujat weiter. 

„Wir benötigen einen gewissen Handlungsrahmen auf dessen Basis wir unsere Veranstaltungen planen und erstmal unabhängig vom Infektionsgeschehen durchkalkulieren können. Außerdem bestünde die Möglichkeit unter einem anderen Label alternative Veranstaltungsformate für den Landkreis Celle zu entwickeln, sollten die Originalveranstaltungen nicht durchführbar sein. Die aktuelle Pandemieentwicklungen stimmen mich persönlich nicht unbedingt positiv, was eine Durchführung unserer Veranstaltungen betrifft. So lange es aber durch unseren gemeinsamen Einsatz im Arbeitskreis Niedersächsische Festivals, Veranstaltungen im Sommer 2021 irgendwo in Niedersachsen zu ermöglichen ist, ist das ein Gewinn für uns alle!“ schließt Dujat ab. 

...